GÖRIACH KENNENLERNEN
Göriach: Bergsteigerdorf im engen Lungauer Seitental
Am Ende des Göriachtals beginnt die hochalpine Welt der Schladminger Tauern. Göriach, eine Gemeinde im Bezirk Tamsweg, zählte am 1. Jänner 2026 350 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 44,15 Quadratkilometer. Das Tal verbindet verstreute Höfe und kleine Siedlungsbereiche mit Wanderwegen zu Almen und Gipfeln.
Ein Tal zwischen Taurach und Tauern
Göriach liegt rund sechs Kilometer nordwestlich von Tamsweg. Das Gemeindegebiet folgt dem Göriachtal an der Südseite der Schladminger Tauern; durch den Talboden zieht der Göriachbach nach Süden zur Taurach. Während sich Siedlungen und Höfe im unteren Tal bündeln, steigt das Gelände rasch in hochalpines Gebiet an. Der Hochgolling erreicht 2.863 Meter und markiert den nördlichen Abschluss des Tales. Nördlich liegt jenseits des Gebirgskamms die steirische Gemeinde Schladming; im Lungau grenzen Mariapfarr und Lessach an Göriach.
Almen als Ziel und Arbeitsraum
Als Bergsteigerdorf richtet Göriach seine touristische Entwicklung auf Wandern und einen maßvollen Umgang mit dem alpinen Raum aus. Vom Hintertal führen Wege zum Hüttendorf, einer kleinen Ansammlung von Almhütten. Die Hansalhütte ist dort bewirtschaftet; weiter oben liegen die Landawirseen und die Landawirseehütte. Diese Ziele sind Teil längerer Bergtouren und setzen entsprechende Ausrüstung und alpine Erfahrung voraus. Im Tal beginnt das Naturerlebnis niederschwelliger: Der Bienenlehrpfad nahe dem Lacknerhof vermittelt an Stationen das Leben im Bienenstock. Bei angekündigten Führungen gibt ein örtlicher Imker Einblicke in das Bienenvolk. Der Lehrpfad ergänzt damit die Bergtouren um ein Ziel im bewohnten Tal.
Landwirtschaft und Dienstleistungen im kleinen Maßstab
Die Arbeitsstättenzählung zählte 2024 in Göriach 37 Arbeitsstätten; 64,9 Prozent lagen im primären Sektor. In diesen Arbeitsstätten waren insgesamt 85 Beschäftigungsverhältnisse registriert, davon 40 Prozent im primären und 56,5 Prozent im Dienstleistungssektor. 71 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Zahlen passen zu einem Tal, in dem Landwirtschaft, Beherbergung und örtliche Dienste nebeneinander bestehen, während viele Bewohner außerhalb arbeiten. Konkret wird Landwirtschaft etwa am Hiasnhof in Fern sichtbar: Der Hof bietet Ziegen- und Kuhkäse aus eigener biologischer Erzeugung an. Gasthöfe, Privatzimmer und bewirtschaftete Hütten bedienen Wandernde und Gäste; die Tätigkeit verbindet Unterkunft und Verpflegung mit dem Zugang zu den Almen.
Ein Dorf mit eigener Chronik
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1135. Die Urkunde bestätigte dem Kloster Admont Zehentrechte im Gebiet; sie verweist auf die frühe bäuerliche Nutzung des Tals. Spuren des bäuerlichen Bauens sind unter anderem am Piendlhof mit seiner barocken Fassadengestaltung zu sehen. Wegkapellen wie jene in Wassering gehören ebenfalls zur Kulturlandschaft; sie stehen entlang alltäglicher Wege und markieren religiöse Praxis außerhalb der Pfarrkirche. Die heutige Kirche wurde 1973 errichtet und dem Schweizer Einsiedler und Friedensstifter Bruder Klaus geweiht. Im Alltag prägen gemeinschaftliche Einrichtungen das Dorfleben: Die Gemeinde führt Volksschule, Kindergarten, Bücherei und Vereine an. Musik, Feuerwehr und Landjugend bieten unterschiedliche Formen lokaler Beteiligung, die in einem kleinen Ort besonders sichtbar zusammenwirken.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 13.10.2026
