MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Wullersdorf

Der Markt im Bezirk Hollabrunn verbindet eine frühe Pfarre mit Barockkirche und Wallfahrtsorten.

GEMEINDEKENNZIFFER31051
Blick auf Wullersdorf mit den beiden Kirchtürmen
Blick auf Wullersdorf mit den beiden Kirchtürmen · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Wullersdorf (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 468
01.01.2026
Fläche
63,92 km²
Bevölkerungsdichte
38,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2041
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WULLERSDORF KENNENLERNEN

Wullersdorf: Barockkirche, Wallfahrt und Wege durchs Weinviertel

Die Marktgemeinde Wullersdorf liegt im Bezirk Hollabrunn im Weinviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.468 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 63,92 Quadratkilometer. Der Hauptort ist von mehreren Dörfern und Katastralgemeinden umgeben.

Pfarre, Herrschaften und Marktrecht

Der Passauer Bischof Ulrich weihte 1108 die Kirche in Wullersdorf. 1113 übertrug Leopold III. die Pfarre dem Stift Melk. Der Pfarrsprengel umfasste damals unter anderem Immendorf, Kalladorf, Guntersdorf, Mailberg, Obritz und Untermarkersdorf. Im Laufe der Zeit wurden daraus neue Pfarren ausgegliedert. Um 1500 standen einander zwei Grundherrschaften gegenüber: die Grafen von Hardegg und das Stift Melk. 1535 erhielt der Markt ein eigenes Wappen. 1651 kaufte Melk den Hardegger Besitz und wurde bis zum Ende der Grundherrschaft 1848 Alleineigentümer. In diesem Jahr konnten die ehemaligen Untertanen Grund und Boden als Eigentum erwerben.

St.-Georgs-Barockkirche und Turmbau

Die dem heiligen Georg geweihte Pfarrkirche ist ein barocker Neubau, der um 1723 nach Plänen Jakob Prandtauers begonnen und 1733 vollendet wurde. Teile der älteren gotischen Kirche blieben beim Neubau erhalten: Mauern um Altarraum und Sakristeien wurden weiterverwendet. Auch der alte Turm auf der nördlichen Sakristei blieb zunächst bestehen und wurde barockisiert. Ein Brand beschädigte ihn 1822 schwer; 1858 musste er abgetragen werden. Danach fehlten der Kirche mehrere Jahre lang Türme. Ab 1864 ließ Abt Wilhelm Eder zwei neue Türme errichten. Die Pfarrgemeinden lieferten Baumaterial und Zugleistungen; die Dachstühle kamen 1865 aus Wien. Der hoch aufragende Kirchenbau prägt weiterhin das Ortsbild am Hauptplatz.

Wallfahrt in Maria Roggendorf

Die Ortschaft Maria Roggendorf ist 1230 als „Ruchendorf“ urkundlich belegt; ihren heutigen Namen trägt sie seit 1971. Die Wallfahrtskirche Mariä Geburt wurde 1651 bis 1653 als großzügiger Neubau errichtet. Eine Wallfahrt nach Roggendorf hatte schon zuvor bestanden: Der Göttweiger Abt Georg Falb berichtet von jährlichen Prozessionen aus seinem Stift am Fest Mariä Geburt. Nach einer Phase des Rückgangs wurde der Wallfahrtsgedanke 1969 mit der Wiederweihe der Kirche neu belebt. Die Benediktiner in Maria Roggendorf halten seitdem an monatlichen Wallfahrtstagen am 13. fest. Im Zisterzienserinnenkloster Marienfeld begann 1982 mit acht Schwestern das klösterliche Leben; 1991 wurde es selbständiges Priorat, 2000 zur Abtei erhoben.

Dörfer, Kellergassen und Rundwege

Zu den Ortschaften zählen neben dem Hauptort auch Immendorf, Kalladorf, Maria Roggendorf und Oberstinkenbrunn. In Oberstinkenbrunn ist 1291 die erste urkundliche Nennung überliefert. Der Ortsname könnte auf eine schwefelhaltige Quelle zurückgehen. Kellergassen finden sich unter anderem in Oberstinkenbrunn, Schalladorf und Immendorf. Zwei ausgeschilderte Rundwege führen durch die Kulturlandschaft: Der Martini-Wanderweg beginnt in der Kellergasse Zeiselbergen in Immendorf, führt zum Galgenberg in Oberstinkenbrunn und über Schalladorf zurück. Die 9,6 Kilometer lange Panoramarunde startet und endet beim Bauernmuseum in Kalladorf. Sie führt über Schermering-Kreuz und Spielberg durch Weingärten und die Trift. Schloss Immendorf, einst ein Wasserschloss, wurde 1945 durch einen Brand zerstört; im Zweiten Weltkrieg hatte es als Depot für Kunstwerke gedient.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Wullersdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 368
31.10.2021 · Registerzählung2 391
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 468

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 281
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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