HADRES KENNENLERNEN
Hadres: Kellergassen und Kirchen im Pulkautal
Hadres liegt im Pulkautal im Weinviertel. Die Marktgemeinde umfasst Hadres, Obritz und Untermarkersdorf; am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.685 Menschen auf 34,47 Quadratkilometern. Weinbau, Kellergassen und die drei unterschiedlichen Pfarrkirchen prägen die Ortsbilder entlang des Tals.
Weinorte am Pulkautal
Das Pulkautal liegt hier auf etwa 200 Metern Seehöhe. Im Süden steigt das Gemeindegebiet zu Locatelliwald und Melker Wald an; der Steinberg erreicht 360 Meter. Hadres ist für seine geschlossene Kellergasse am Schatzberg bekannt. Sie verläuft nördlich der Pulkau. Die Gemeinde nennt rund 400 Keller und Presshäuser. Die Gasse erstreckt sich über 1,6 Kilometer und erschien 2002 als Motiv auf einer österreichischen 58-Cent-Briefmarke. Die Gemeinde datiert die Seitweg-Kellergasse auf etwa 400 Jahre und plant ihre Revitalisierung. 2020 waren 24 Prozent der Gemeindefläche Weingärten. Im 18. Jahrhundert gewann der Weinbau wirtschaftlich an Gewicht. Auch in Obritz und Untermarkersdorf gehören eigene Kellergassen zum Ortsbild.
Drei Ortsnamen, lange Überlieferung
Eine Schenkung von drei Königshufen im Jahr 1055 an Haderich von Schwarzenburg bildet den historischen Ausgangspunkt der Ortsüberlieferung. Aus Haderichsdorf entwickelte sich über „Hadrichs“ die heutige Namensform Hadres. Obritz ist 1108 als Adalbrechtisdorf belegt; Namensformen wie Albrechts, Olbrechts und Obrez führten zum heutigen Obritz. Untermarkersdorf wurde laut Gemeinde um die Jahrtausendwende gegründet und ebenfalls 1108 urkundlich erwähnt. Auf dem heutigen Schatzberg, dem „Mons Scac“, kam 1221 ein kirchliches Treffen zusammen. Der Konflikt zwischen König Přemysl und Andreas, dem Bischof von Prag, wurde unter Vermittlung eines päpstlichen Legaten und Herzog Leopolds VI. beigelegt. Für Hadres sind 1590 genau 77 Häuser auf zwölf Grundherrschaften belegt. Ein kaiserliches Patent von 1641 hob dagegen Untermarkersdorf als Weinort erster Güteklasse hervor. 1786 wurde das Kloster Imbach aufgelöst, das Grundbesitz in Hadres gehabt hatte.
Gotischer Kern und spätere Saalkirchen
Die Pfarrkirchen der Gemeinde dokumentieren verschiedene Bauphasen. Die Kirche des heiligen Michael liegt am östlichen Rand von Hadres. Ihr Kern ist gotisch; in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie barockisiert. Am Chor steht ein gotischer Turm, an der Nordseite des Langhauses eine sechseckige Kapelle. Die Maria-Himmelfahrt-Kirche steht in der Ortsmitte von Obritz. Sie entstand im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, wurde 1841 nach Westen verlängert und erhielt 1890 eine Seitenkapelle. Ihre figürlichen Glasfenster mit marianischen Szenen stammen aus der Zeit um 1900. Die Ägidiuskirche liegt im Westen von Untermarkersdorf. Sie wurde 1786 errichtet, der Turm kam 1905 hinzu. Über dem Hauptportal ist das Wappen des Stifts Melk angebracht.
Kellerwege, Kapellen und Marktrecht
Beim Freiheitskreuz in Hadres steht die Hubertuskapelle. Nördlich von Obritz befindet sich die Schnitzerkapelle; das Urlauberkreuz in Untermarkersdorf bietet laut Gemeinde einen Blick Richtung Tschechien. In den Fluren der Gemeinde liegen rund 30 Kleindenkmäler. 1795 zählte Hadres 176 Häuser und durfte zwei Jahrmärkte abhalten; ab 1819 waren es drei. Den Markttitel führte die Gemeinde schon ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im amtlichen Schriftverkehr, offiziell verliehen wurde das Marktrecht 1962.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hadres – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte | Marktgemeinde Hadres
- Pfarre | Marktgemeinde Hadres
- Sehenswürdigkeiten | Marktgemeinde Hadres
- Hadres | Gedächtnis des Landes, Museum Niederösterreich
- Nález kostí pražského biskupa Ondřeje | Katedrála sv. Víta
Stand der Angaben: 08.10.2026
