MAILBERG KENNENLERNEN
Mailberg: Wein, Kommende und Kellergassen
Mailberg ist eine Marktgemeinde im Bezirk Hollabrunn. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 551 Einwohnerinnen und Einwohner, die Fläche beträgt 15,74 Quadratkilometer. Der Ort liegt in einem von Weingärten umgebenen Talkessel; Schloss und Kellergassen geben dem Ortsbild seine markanten Bezugspunkte.
Weinlagen im Talkessel
Die Gemeinde beschreibt Mailberg als Weinbauort, in dem besonders Grüner Veltliner gedeiht. Vier Kellergassen ziehen sich durch den Ort; in ihren Presshäusern und Kellern lagern die Weine der örtlichen Betriebe. Eine der Kellergassen steht unter Denkmalschutz. Das jährliche Kellergassenfest im Juni verbindet Verkostungen mit Rundgängen durch diese historischen Wirtschaftsgebäude. Über dem Ort erhebt sich der bewaldete Buchberg auf 416 Metern. Wege erschließen den bewaldeten Höhenzug. Vom Friedhofsberg mit der Kunigundenkirche bietet sich ein Blick auf Markt und Weinlandschaft.
Ordenssitz mit langer Geschichte
Mailberg ist 1055 erstmals urkundlich erwähnt. Schloss Mailberg kam 1146 in den Besitz des Johanniterordens, des heutigen Malteser-Ritter-Ordens. Die Schenkung Chadolts des Älteren begründete eine Kommende, die dem Orden bis heute gehört. Zu einer solchen Verwaltungseinheit zählten einst Wehrgebäude, Wirtschaftshof, Kirche und Hospital; Mailberg war damit auch ein spirituelles und hospitalitäres Zentrum. Im 15. Jahrhundert wurde der Sitz in den Hussitenkriegen mehrfach besetzt und zerstört. 1451 schlossen Ständevertreter im Schloss den Mailberger Bund, der als früher Erfolg einer ständischen Vertretung gegen die Herrschergewalt gilt. Während des Dreißigjährigen Krieges trafen schwedische Truppen den Ort ebenfalls.
Schlosskirche und Pfarrgeschichte
Die erste Pfarrkirche war die Kunigundenkirche am Friedhofsberg. Im 12. Jahrhundert gründeten die Johanniter in Mailberg ein Hospital und eine Kirche, aus der die neue Pfarrkirche hervorging. Die gotische Ordenskirche war später baufällig; 1609 ließ Komtur Carl Tettauer von Tettau auf ihren Fundamenten einen barocken Neubau errichten. Ein Großbrand zerstörte 1788 weite Teile des Ortes und beschädigte auch die Kirche. Die Orgel ging verloren, der bereits 1752 gestiftete Hochaltar blieb erhalten. Das Altarbild zeigt Johannes den Täufer über der Insel Malta mit den Ordenssymbolen. Bei der umfassenden Renovierung 2007 wurde die ursprüngliche barocke Farbigkeit wiederhergestellt. Die Schlosskirche dient heute als Pfarrkirche.
Gutshof, Hotel und Vinothek
Die Kommende verbindet weiterhin Ordensaufgaben mit wirtschaftlichen Betrieben. Zum Gut gehören rund 250 Hektar biologisch bewirtschaftete Ackerflächen, 500 Hektar Wald und 48 Hektar Weingärten. Im Schloss sind Hotel, Wirtshaus und Vinothek untergebracht; der Wappensaal wird für Veranstaltungen genutzt. Der Pfarrhof aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde 2011 nach einer Sanierung wieder eröffnet. Das Erdgeschoß nutzt die Pfarre, im Obergeschoß entstanden zusätzliche Hotelzimmer.
Zu Fuß durch Presshäuser und Weingärten
Die Kellergasse Rosenpoint ist Teil der Mailberger Rundwanderwege und des Polt-Wegs. In einem restaurierten Presshaus hat eine saisonale Wander- und Radlerrast geöffnet; dort können Gäste nach dem Selbstbedienungsprinzip auch Mailberger Weine verkosten. Die Rast ist saisonal von April bis Oktober geöffnet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mailberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Mailberg
- Tourismus – Gemeinde Mailberg
- Schloss Mailberg – Gemeinde Mailberg
- Pfarrkirche Mailberg – Souveräner Malteserorden
- Die Wirtschaftsbetriebe – Souveräner Malteserorden
- Wander- und Radlerrast – Gemeinde Mailberg
Stand der Angaben: 08.10.2026
