STÖSSING KENNENLERNEN
Stössing am Hegerberg: Pfarrgeschichte und Wege im Wienerwald
Stössing liegt im Bezirk Sankt Pölten-Land im östlichen Mostviertel. Die Gemeinde zählt 865 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 27,49 Quadratkilometern. Der Ort liegt in einer engen Tallage am Oberlauf des Stössingbachs. Wandern, Reiten und das Leben entlang des Baches prägen die örtlichen Beschreibungen.
Tal und Hegerberg
Der Stössingbach entwässert das Gemeindegebiet nach Norden. An den Grenzen steigt das Gelände auf mehr als 500 Meter; der Hegerberg erreicht 655 Meter. Die Gemeinde beschreibt Stössing als enge Tallage nahe dem Zusammenfluss mehrerer Quellbäche. Wiesen, Wälder und Obstkulturen liegen entlang der Wanderwege. Die Gemeindewebsite hebt Wandern als wichtige touristische Tätigkeit hervor. Das Hegerberg-Schutzhaus wurde 1930 am Gipfel errichtet, brannte 1978 ab und wurde im folgenden Jahr neu gebaut. Das Josef-Enzinger-Schutzhaus liegt am Gipfel. Der Bahnhof Böheimkirchen ist etwa elf Kilometer entfernt; eine Autobusverbindung fährt dorthin.
Pfarrgeschichte
Die Pfarrkirche wird 1248 als Filialkirche der Mutterpfarre Böheimkirchen genannt; ab 1265 wurde Stössing kirchlich Kasten zugeordnet. 1396 ist in einer kirchengeschichtlichen Quelle von einer „Stoezzinger pharr“ die Rede. Zwischen 1557 und 1597 wurden Kasten und Stössing gemeinsam versehen. Später wurde die Pfarre zeitweise von Kasten und Brand aus betreut. 1681 bis 1783 litt die Kirche unter einem ruinösen Zustand; 1783 entstand Stössing als Josephinerpfarre. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Ägidius geweiht. Die Gemeinde berichtet von einer Innenrestaurierung 1980 und einer Außenrenovierung 2008.
Gemeindeentwicklung
Die politische Gemeinde entstand um 1850. Von 1972 bis Ende 1987 war Stössing mit Kasten bei Böheimkirchen zusammengelegt; mit Jahresbeginn 1988 wurden die Gemeinden wieder getrennt. Bei dieser Neuordnung wechselte die Katastralgemeinde Mayerhöfen zu Michelbach. Die örtliche Struktur besteht aus zehn Katastralgemeinden und gleichnamigen Ortschaften. Ein anderes Kapitel ist die frühere Schule Hochstraß: Sie wurde 1895 als Landwirtschaftliche Haushaltungsschule der Töchter der göttlichen Liebe gegründet und erhielt 1917 das Öffentlichkeitsrecht. Die Schule schloss 2009, das Kloster Hochstraß 2011. Das ehemalige Kloster bleibt als benannter Ort Teil der lokalen Geschichte. Viele Wiener errichteten seit 1960 Wochenendhäuser im Gemeindegebiet.
Freizeit und regionale Produkte
Vor dem Ortszentrum liegt eine Sport- und Freizeitanlage mit Fußballplatz, Asphaltstockbahn und Spielplatz. In der Katastralgemeinde Hof betreibt der Reitclub Stössing eine Reitschule mit Reithalle und Freiluft-Trainingsparcours. Auch im Sportsaal der Volksschule finden wöchentlich Angebote wie Yoga, Wirbelsäulengymnastik und Jiu-Jitsu statt. Die Gemeinde verweist auf weitere Reit- und Gespannfahrsportmöglichkeiten. Als regionale Spezialität hebt sie die Elsbeere hervor. In der Region werden die Früchte zu Edelbränden, Schokolade, Honig und Trockenfrüchten verarbeitet. Stössing gehört zur Leader-Region Elsbeere Wienerwald. Die Verbindung von Obstanbau, Waldwegen und Reitsport zeigt verschiedene Nutzungen des hügeligen Gemeindegebiets. Die Landeshauptstadt St. Pölten liegt rund 25 Kilometer nordwestlich; Wien liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich. Die Gemeinde liegt im Naherholungsgebiet Wien.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
