STADTGEMEINDE · BURGENLAND

Stadtschlaining

Eine Kleinstadt im Südburgenland mit vielschichtiger Geschichte

GEMEINDEKENNZIFFER10923
Blick vom Bergfried auf das Ortszentrum von Stadtschlaining
Blick vom Bergfried auf das Ortszentrum von Stadtschlaining · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Stadtschlaining - Ortszentrum“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 017
01.01.2026
Fläche
42,07 km²
Bevölkerungsdichte
47,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7461
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

STADTSCHLAINING KENNENLERNEN

Stadtschlaining: Burg, Bergbau und Friedensarbeit

Stadtschlaining liegt am westlichen Abfall des Günser Gebirges. Die Stadtgemeinde umfasst 42,07 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 2.017 Einwohnerinnen und Einwohner. Zu ihr gehören Altschlaining, Drumling, Goberling, Neumarkt im Tauchental und Stadtschlaining.

Eine Burg an der alten Straße

Die Burg Schlaining entstand im 12. oder 13. Jahrhundert an einer strategisch wichtigen Nord-Süd-Mautstraße. 1441 verpfändete König Friedrich III. die Anlage an Andreas Baumkircher; ab etwa 1450 ließ dieser sie deutlich erweitern und mit Wehrmauern umgeben. 1461 kam die Burg samt Herrschaft in Baumkirchers Besitz. Die benachbarte bürgerliche Siedlung wuchs unter seiner Herrschaft. Nach seiner Hinrichtung 1471 wechselten die Besitzverhältnisse: 1544 fiel die Herrschaft an die Familie Batthyány. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts siedelten sich jüdische Familien unter ihrem Schutz in Schlaining an. Die Stadtmauer ist heute in weiten Teilen erhalten. Im Burginneren erinnern Granarium und Weinkeller an bauliche Erweiterungen von 1648/49.

Spuren der Arbeit unter Tage

Goberling und die Umgebung Schlainings waren auch Bergbauland. Schon im 15. Jahrhundert wurden unterschiedliche Erze gewonnen; später konzentrierte sich die Förderung in Goberling auf Antimon. Die Entdeckung der Vorkommen wird auf 1744 datiert, der tatsächliche Abbau setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. In der Hochphase fanden dort etwa 160 Menschen Beschäftigung. Das Bergwerk wurde 1990 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Werkzeuge, Lampen, Grubenpläne und weitere Erinnerungsstücke bewahrt heute das Bergbaumuseum Goberling im früheren Kühlhaus. Ehemalige Bergleute errichteten einen Schaustollen, der die beengten Arbeitsbedingungen unter Tage nachvollziehbar macht.

Jüdisches Leben und Erinnerung

Die Synagoge, um 1800 errichtet und 1864 erneuert, war das religiöse und kulturelle Zentrum der jüdischen Gemeinde. Zu den Einrichtungen gehörten außerdem eine Mikwe, eine koschere Fleischbank, eine Schule, der Friedhof und eine Beerdigungsbruderschaft. 1938 wurde die jüdische Bevölkerung vertrieben; die Synagoge diente anschließend zeitweise als Lagerraum. 1986 bis 1988 wurde sie restauriert und 1989 als Friedensbibliothek eingerichtet. Heute umfasst deren Bestand rund 25.000 Bände sowie 340 Zeitungen und Zeitschriften aus dem In- und Ausland; die Ausstellung „Spurensuche. Fragmente jüdischen Lebens im Burgenland“ widmet sich jüdischem Leben im Burgenland. Zwei jüdische Friedhöfe im Stadtgebiet halten die Erinnerung an die Gemeinde ebenfalls wach.

Von der Wehrburg zum Friedenszentrum

Die heutige Nutzung der Burg knüpft an ein Friedensprojekt an, das zugleich die Anlage erhalten sollte. 1986/87 wurden Burgbastei und Granarium restauriert; Schmiede und Zeughaus folgten 1987/88. 2000 wurde die Burg für ein Europäisches Museum für Frieden umgestaltet, das 2001 eröffnet wurde. Von Mai 2024 bis März 2026 widmete sich die interaktive Ausstellung „Schlaining und Frieden“ der Friedensbildung und Demokratie. Zwischen 1988 und 2014 befand sich in Stadtschlaining die European Peace University; das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung nahm 1982 seine Arbeit auf.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Stadtschlaining auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 083
31.10.2021 · Registerzählung2 001
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 017

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 001
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Stadtschlaining

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.