MARIASDORF KENNENLERNEN
Mariasdorf: gotische Kirche, Bergbau und fünf Ortsteile
Mariasdorf liegt im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 zählte die Marktgemeinde 1.122 Einwohner; sie liegt auf einer Fläche von 20,54 Quadratkilometern. Die fünf Ortsteile sind Bergwerk, Grodnau, Mariasdorf, Neustift bei Schlaining und Tauchen. Ihre Landschaft reicht vom Bernsteiner Bergland bis zum flacheren Vorland der Pinka.
Zwei Landschaftsräume
Die Gemeinde beschreibt ihre Ortsteile in zwei Landschaftsräumen: Bergwerk, Neustift bei Schlaining und Grodnau liegen im Bernsteiner Bergland; Mariasdorf und Tauchen im südlichen Vorland des Berglandes. Zu den fünf Ortsteilen gehören gleichnamige Katastralgemeinden. In jedem Ortsteil gibt es Sportplätze; Asphaltplätze zum Stockschießen befinden sich in Mariasdorf und Tauchen. Die Gemeinde verweist außerdem auf Fischteiche sowie Wander- und Radwege, die die Ortsteile erschließen. Das evangelische Schulgebäude wurde 1845 eingeweiht; das katholische Schulhaus ist im Gemeindekataster von 1770 erstmals erwähnt. Nach Daten von 2016 waren rund 50 Prozent evangelisch und etwa 35 Prozent katholisch; 15 Prozent gehörten keiner Religionsgemeinschaft an. Evangelische Filialgemeinden bestehen in allen fünf Ortsteilen.
Urkunde und Bergbau
Mariasdorf wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde verpfändete König Sigismund die Herrschaft Bernstein einschließlich ihrer Dörfer an die Brüder Kanizsai. Das Gebiet entwickelte sich im Mittelalter zu einer Bergbauregion, in der Eisen, Kupfer und Schwefelkies gewonnen wurden. 1880 begann in Tauchen der Braunkohleabbau. Die Förderung blieb bis zum 31. März 1967 aufrecht; am 30. Dezember desselben Jahres wurde der Betrieb endgültig eingestellt. Mariasdorf gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Ungarn und kam 1921 zum Burgenland. Die fünf bis dahin eigenständigen Gemeinden wurden mit 1. Jänner 1971 vereinigt.
Bauphasen der Pfarrkirche
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist ein spätgotischer Sakralbau. Ihr Bau begann um 1400 am Standort einer älteren Kirche, nachdem die Kanizsai die Herrschaft Bernstein erhalten hatten. Zunächst wurde wohl nur der Chor errichtet; der Bau des Langhauses wurde am Ende des Jahrhunderts fortgesetzt. Das Sakramentshaus trägt die Jahreszahl 1483, das Westportal wurde 1490 vollendet. Im 17. und 18. Jahrhundert passte man den Bau dem Barock an. Zwischen 1882 und 1899 führte der Architekt Imre Steindl eine Rückgestaltung zur gotischen Formensprache durch. Der heutige Hochaltar, die Kanzel, das Taufbecken und die Glasfenster stammen aus dieser neugotischen Phase.
Markterhebung und Ortsteile
1988 feierte Mariasdorf 600 Jahre seit seiner ersten urkundlichen Nennung und erhielt im selben Jahr das Recht, die Bezeichnung Marktgemeinde zu führen. In Tauchen ist die Ortsgeschichte zusätzlich mit dem Bergbau verbunden: Die Gemeinde nennt eine erste urkundliche Erwähnung 1388 unter „Thohun“. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehört heute zum Pfarrverband Mariasdorf-Bernstein der Diözese Eisenstadt. Eine Beglaubigungsurkunde von 1392 nennt den Ort als „Thohany“; damals unterhielt die Herrschaft dort eine Mautstelle an der wichtigen Durchgangsstraße. Das Dorf wuchs über lange Zeit nur langsam.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
