WEISSENKIRCHEN IN DER WACHAU KENNENLERNEN
Weißenkirchen in der Wachau: Wehrkirche, Höfe und Rieden
Die Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau zählt 1.350 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 23,29 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht über vier Winzerorte zwischen Donau und Weinbergen; Wehrkirche, Renaissancehof und alte Weingärten erzählen vom Leben am Fluss.
Von Liechtenchyrchen zur Thal-Wachau
1258 erscheint der Ort in einer Urkunde Alberos von Kuenring als „Liechtenchyrchen“. Weißenkirchen war später Mittelpunkt der Thalschaft Wachau, zu der auch Joching, Wösendorf und St. Michael gehören. Die Häuserchronik erschließt die Entwicklung einzelner Häuser und ihrer Besitzer anhand von Ratsprotokollen, Steuerlisten und Grundbüchern. Für Weißenkirchen verzeichnet sie 1770 bereits 151 Hausnummern. Die alten Häuser waren eng mit dem Weinbau verbunden: Steuerbücher verzeichneten neben Besitz auch gepachtete Weingärten.
Kirche und Teisenhoferhof
Die gotische Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert steht erhöht über dem Markt. Ihr massiver Turm gehört zu einer Wehrkirchenanlage, die Schutz und Gottesdienst verband. Unterhalb liegt der Teisenhoferhof: 1335 entstand an dieser Stelle ein gotischer Bau; Heinrich Teisenhofer vergrößerte und veränderte ihn zwischen 1439 und 1465. Später kamen die beiden Wehrtürme, Zinnenmauern und der Arkadenhof im Renaissancestil hinzu. Dort tagten Bürger und Gericht, heute nutzt die Gemeinde den Hof für Kulturveranstaltungen. Das Wachaumuseum und eine Galerie sind im Gebäude untergebracht; die Gemeinde nennt für 2026 einen saisonalen Museumsbetrieb von Ende März bis Anfang November, jeweils Freitag bis Sonntag und an Feiertagen.
Joching, Wösendorf und St. Michael
Der Prandtauerhof in Joching wurde 1308 als Weinlesehof des Stifts St. Pölten errichtet und 1696 durch Jakob Prandtauer barock umgestaltet. Wösendorf zeigt ein anderes Bild: Die spätbarocke Pfarrkirche entstand 1784 bis 1791; Deckenmalereien des Kremser Schmidt gehören zu ihrer Ausstattung. Der kleine Ort St. Michael besitzt besondere kirchliche Bedeutung. Seine Pfarre wurde 987 erstmals erwähnt und betreute lange die Wachau sowie Teile des südlichen Waldviertels. Die heutige gotische Wehrkirche umfasst einen Karner; am Dachfirst fallen sieben Tierfiguren auf, die im Volksmund „Hasen“ heißen.
Rieden und Weintradition
Die Gemeinde bezeichnet Weißenkirchen als größte Weinbaugemeinde der Wachau. Als bekannte Rieslinglagen nennt sie Achleiten, Klaus und Steinriegl; die Ritzling-Riede ist bereits im 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Weinbau prägt auch die Ortsteile: Die steilen Rieden über Weißenkirchen staffeln das Donautal sichtbar. Der Panoramaweg Achleiten führt durch diese Kulturlandschaft. Heurige und Winzerbetriebe ermöglichen Verkostungen; Wanderwege erschließen die Hänge zu Fuß.
Zwischen Ufer und Welterbesteig
Die Wege im Hauptort wechseln zwischen schmalen Gassen und der Donaulände. Von Weißenkirchen starten zwei Etappen des Welterbesteigs Wachau: Richtung Spitz und Richtung Dürnstein. Auch der Donauradweg Passau–Wien verläuft durch den Ort. Am Fluss prägen die historischen Salzstadeln die Uferkante; sie dienten einst der Versorgung des nahen Waldviertels mit Salz. Für Ortsführungen können Gruppen Termine buchen; die Gemeinde beschreibt Spaziergänge, die Winzerhäuser und ehemalige Schiffsmeisterhäuser einbeziehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weißenkirchen in der Wachau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Häuserchronik
- Wissenswertes
- Ortsteile | Marktgemeinde Weißenkirchen
- Geschichte | Teisenhoferhof
- Öffnungszeiten und Preise | Wachaumuseum
- Impressionen | Weißenkirchen
- Führungen & mehr | Marktgemeinde Weißenkirchen
Stand der Angaben: 08.10.2026
