GLOBASNITZ KENNENLERNEN
Am Hemmaberg
Globasnitz breitet sich zwischen dem Jauntal und dem Hemmaberg aus. Die Gemeinde zählt 1.550 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 38,38 Quadratkilometer. Das Archäologische Pilgermuseum im Ortszentrum zeigt Funde aus dem antiken Iuenna; auf dem Hemmaberg liegt ein bedeutender frühchristlicher Wallfahrtsplatz.
Hemmaberg über Iuenna
Eine römische Inschrift bezeugt dort die Verehrung des nur lokal bekannten Gottes Iovenat; von seinem Namen werden Iuenna, Jaunberg und schließlich Jauntal abgeleitet. Die zehn Ortschaften der Gemeinde gruppieren sich um den Hauptort Globasnitz; dazu gehören Jaunstein, Kleindorf, Podrain, St. Stefan und Unterbergen. Globasnitz ist zwischen 1143 und 1163 als „Globasinvilla“ urkundlich erwähnt. Die Bleiburger Straße B 81 durchquert den Talraum. Auf dem Berg und in der Ebene lagen unterschiedliche Siedlungs- und Kultorte.
Römische Straßenstation
Im Tal lag die römische Siedlung Iuenna, die zum Stadtgebiet von Virunum gehörte. Eine Route verband Virunum über Iuenna mit Celeia; der Hemmaberg lag nahe dieser antiken Straßenstation. Gräberfelder erstreckten sich östlich und westlich des Siedlungsbereichs. Oströmisches Glas und griechische Keramik zählen zu den Funden, die Kontakte über den Alpenraum hinaus anzeigen. Eine Inschrift und Grabbeigaben ergänzen das Bild der Siedlung. Im 5. Jahrhundert entstand auf dem Berg eine Kirche; im 6. Jahrhundert kamen zwei Doppelkirchenanlagen hinzu. Forschung ordnet die benachbarten Kirchen unterschiedlichen christlichen Gruppen der Ostgotenzeit zu.
Kirchen und Mosaike
Auf dem Hemmaberg wurden fünf spätantike Kirchen freigelegt. Die östliche und westliche Doppelkirche stammen aus dem 6. Jahrhundert; ihre Mosaiken zeigen geometrische Muster und bildliche Motive, darunter Vögel in Kreisen und Quadraten. In der älteren Kirche aus dem 5. Jahrhundert bedeckte ein Mosaik ursprünglich rund 140 Quadratmeter. Das Baptisterium besaß einen Boden mit verschlungenen Bändern und trapezförmigen Feldern. Im Presbyterium lag eine Reliquiengrube; seitlich schlossen beheizbare Räume an. Die Wallfahrtskirche ist Hemma und Dorothea geweiht. In der Rosaliengrotte entspringt eine Quelle. Im Ortszentrum zeigt das Archäologische Pilgermuseum Mosaikfunde, Reliefs und Inschriften sowie eine Nachbildung des ostgotischen Gräberfelds. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt bewahrt Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts und wiederverwendete römische Reliefs.
Spuren am Berg und im Tal
Die archäologische Freilegung des Hemmabergs begann im frühen 20. Jahrhundert; seit 1978 wurden die Kirchenanlagen systematisch untersucht. Grabungen im Gräberfeld am Fuß des Berges setzten 1998 ein und lieferten Hinweise auf eine ostgotische Präsenz nach dem Ende römischer Herrschaft. Gürtelbeschläge aus Gräbern stützen die Zuordnung einzelner Bestatteter zu ostgotischen Gruppen. Die Mosaike und Mauertechnik der östlichen und westlichen Doppelkirche sind so ähnlich, dass die Forschung eine annähernd gleichzeitige Errichtung annimmt. Am Bergrücken Richtung Hemmaberg liegen Reste der Burg Feuersberg. Schloss Elberstein im Hauptort entstand seit den 1970er-Jahren als privates Bauprojekt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
