WOLFSTHAL KENNENLERNEN
Wolfsthal: Wallfahrtskirche und Grenzburg an der Donau
Wolfsthal ist eine Gemeinde in Niederösterreich und gehört zum Bezirk Bruck an der Leitha. Die Fläche beträgt 21,76 Quadratkilometer. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 zählte sie 1.275 Einwohnerinnen und Einwohner.
Zwischen Strom und Auwald
Zwischen dem Ort und der Donau liegt ein breiter Auwald. Wolfsthal ist die östlichste Gemeinde Niederösterreichs. Im Süden erstrecken sich die bewaldeten Ausläufer der Hainburger Berge. Das Ufer gegenüber gehört zum Stadtgebiet von Bratislava; der Fluss ist hier zugleich Staatsgrenze. Knapp die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet, rund vierzig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Ein Seitenarm bei der Insel Wolfsthal wurde im Rahmen einer früheren Maßnahme des Projekts DANUBEparksCONNECTED reaktiviert. 1270 ist auf einer Donauinsel zwischen Pressburg und Pottenburg ein Treffen Ottokars II. von Böhmen und Stephans V. von Ungarn überliefert.
Maria am Birnbaum
Die Pfarrkirche ist Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, und dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Ihr Kern war eine romanische einschiffige Kirche; zwei Seitenflügel gaben dem Bau im 18. Jahrhundert den Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Seit 1737 gilt sie als Mariengnadenort und ist als „Maria am Birnbaum“ bekannt. Vor der heutigen Kirche wurde 1742 eine Schule errichtet. 1783 wurde Wolfsthal zur selbständigen Pfarre erhoben. Eine 1828 angeschaffte Glocke wog 400 Kilogramm. Als die Seitenflügel entstanden, wurde der Friedhof aus dem Bereich um die Kirche an den Ortsrand verlegt.
Die Burg Pottenburg auf dem Grenzhügel
Die Burgruine Pottenburg liegt im Gemeindegebiet von Wolfsthal auf einem bewaldeten Hügel in den Ausläufern der Kleinen Karpaten, etwa 120 Meter unter dem Gipfel der Königswarte. Als Rest der Anlage steht der romanische Bergfried isoliert auf dem Burgplatz; sein Rundbogeneinstieg liegt auf Höhe eines Obergeschosses, Zinnen und Kragsteine gehörten zum ehemaligen Wehrgang. Die ältesten Bauteile der Burg, Bergfried und Bering, werden in die Mitte des 13. Jahrhunderts datiert. Die südwestliche Kernzone misst rund 35 mal 36 Meter. 1378 wurde sie als Grenzburg bezeichnet, 1482 nahmen ungarische Truppen sie ein. 1517 verkaufte Maximilian I. die Anlage an Wilhelm von Zelking. Die Burg wurde 1529 vermutlich zerstört; 1544 gelangte sie an die Familie Walterskirchen. Die Ruine steht unter Denkmalschutz.
Von der Hainburger Tochterpfarre zur Gemeinde mit Berg
Wolfsthal ist 1083 erstmals urkundlich erwähnt und wurde zugleich als Tochterpfarre von Hainburg geführt. Der Ursprung des Namens bleibt offen; möglich sind eine Ableitung von einer Person namens Wolf oder vom Tiernamen. 1683 folgten Pest und ein weiterer osmanischer Angriff. Der Einmarsch französischer Truppen brachte 1805 erneut Not und Zerstörung. 1855 stiftete die Familie Walterskirchen einen Kindergarten, den später das Land Niederösterreich übernahm. Der Bau der Preßburgerbahn begann 1911 und wurde 1914 abgeschlossen; 1955 wurde Wolfsthal zum Endpunkt des verbliebenen österreichischen Streckenabschnitts. 1972 schloss sich der Ort mit Berg zusammen, 1973 erhielt die Gemeinde den Doppelnamen Wolfsthal-Berg. 1997 wurden beide wieder selbständig.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wolfsthal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Wolfsthal – Chronik
- Gemeinde Wolfsthal – Kirche Wolfsthal
- Nationalpark Donau-Auen – Flussbauprojekte
- EBIDAT – Pottenburg
- Niederösterreich – Pottenburg
- Gemeinde Berg – Sehenswürdigkeit Pottenburg
- Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2026
- Land Niederösterreich – Geschichte des Eisenbahnnetzes
Stand der Angaben: 08.10.2026
