PÖLSTAL KENNENLERNEN
Das obere Pölstal: Vier Täler, eine Marktgemeinde
Im oberen Pölstal liegen die Siedlungen weit auseinander: von Unterzeiring auf rund 900 Metern steigt das Gelände bis in die Seckauer und Wölzer Tauern. Die Marktgemeinde Pölstal im Bezirk Murtal zählt 2.483 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) auf 270,59 Quadratkilometern. Sie entstand 2015 aus vier früheren Gemeinden und vereint Talorte, Bergbaugeschichte und alpine Landschaft.
Ein Tal mit vielen Ortsteilen
Die Gemeinde umfasst das obere Pölstal samt seiner Seitenbäche; Bretsteinbach und Blahbach zählen zu den größeren Zuflüssen. Wälder bedecken weite Teile des Gebiets, während Wiesen und Weiden die offenen Talböden und manche Hanglagen bestimmen. Zur Gemeinde gehören Oberzeiring, Bretstein, Sankt Johann am Tauern und Sankt Oswald-Möderbrugg sowie weitere Siedlungen. Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das: Nahversorgung, Schule, Vereine und Verwaltung verteilen sich über mehrere Ortsteile. Das Pölstal ist daher gleichermaßen Wohnraum, Arbeitslandschaft und Zugang zu den umliegenden Bergen.
Arbeit zwischen Höfen und Versorgung
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Pölstal 291 Arbeitsstätten und 804 Beschäftigte am Arbeitsort. 44,7 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum primären Sektor. Höfe bewirtschaften Wiesen und Weiden in den Talräumen und auf den Hängen; die große Gemeindefläche und die weit voneinander entfernten Orte geben dieser Arbeit einen anderen Rahmen als in einem kompakten Talort. Gaststätten und Beherbergung ergänzen die Landwirtschaft, besonders dort, wo Wanderwege und historische Ziele Gäste anziehen. Auch das Theater Oberzeiring bringt Aufführungen und Publikum in die Gemeinde. Der frühere Silberbergbau ist heute vor allem als Geschichte und Ausflugsziel sichtbar, nicht als laufender Wirtschaftszweig.
Silberbergbau und Theaterort
Oberzeiring wurde durch den historischen Silberbergbau bekannt. Im Mittelalter zog der Abbau Menschen und Handel in den Ort; die Erzählung von einem großen Grubenunglück ist Teil der lokalen Überlieferung, während die noch vorhandenen Bergbauspuren die lange Nutzung des Berges greifbarer machen. Schloss Hanfelden in Unterzeiring verweist auf eine andere Geschichte: Der spätmittelalterliche Bau liegt nahe dem Talboden und gehört zu den markanten profanen Denkmälern der Gemeinde. Auch die Pfarrkirchen in den früheren Gemeindekernen bleiben wichtige Orientierungspunkte. Die Fusion von 2015 änderte den Verwaltungsrahmen, nicht die Entfernungen zwischen den Ortschaften oder ihre gewachsenen lokalen Bindungen.
Draußen unterwegs
Im Pölstal beginnen Wanderungen häufig am Dorfrand und führen in Alm- und Berglandschaften. Von Oberzeiring aus lässt sich die Geschichte des Silberbergbaus vor Ort erkunden; die frühere Bergbautätigkeit ist im Ort bis heute sichtbar. In Unterzeiring ist Schloss Hanfelden bei vorangemeldeten Führungen zugänglich. Diese Ziele liegen in verschiedenen Ortsteilen, weshalb ein Besuch mehr Wegezeit braucht als in einem einzigen Ortszentrum. Gasthäuser, Vereine und Feuerwehren bilden lokale Treffpunkte für die verstreuten Siedlungen. Wer mehrere Orte besucht, erlebt den Wechsel zwischen Talboden, historischen Gebäuden und höher gelegenen Landschaften.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
