PUSTERWALD KENNENLERNEN
Pusterwald zwischen Alm und Tal
Pusterwald liegt in einem abgeschlossenen Seitental des Murtals, umgeben von hohen Gipfeln und weit verstreuten Almen. Die Gemeinde zählt 425 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 105,23 Quadratkilometer. Der weite Raum und die wenigen Siedlungsschwerpunkte bestimmen, wie Versorgung, Arbeit und Freizeit hier zusammenkommen.
Talraum und verstreute Höfe
Das Haupttal folgt dem Pusterwaldbach und öffnet sich in mehrere Abschnitte, darunter Gaschbach, Moosbach, Mitterspiel und Hinterwinkel. Seitentäler schneiden in die schattseitigen Hänge ein; sie erschließen Almen und bilden zugleich die Wege in die höher gelegenen Landschaftsräume. Die westliche und südwestliche Bergumrahmung trennt Pusterwald von Oberwölz und dem Donnersbachtal: Straßenverbindungen über diese Höhen gibt es nicht. Die Zufahrt führt über die Pusterwaldstraße aus dem Pölstal. Innerhalb der Gemeinde liegen die Höfe und Siedlungen weit auseinander. Das erklärt, warum Wege und Fahrzeiten zum Alltag gehören und das Tal dennoch als zusammenhängender Lebensraum wahrgenommen wird.
Vom Freytal zur Pfarrkirche
Im Mittelalter wurde das Tal neu besiedelt. 1294 ist die Bezeichnung „Freytal“ überliefert, 1318 erscheint erstmals der Name Pusterwald. Die Kirche Maria im Moos entstand 1430 und erhielt ihren Turm später; nach zwei Bränden im 19. und 20. Jahrhundert wurde sie wiederhergestellt. Zwischen historischen Höfen und kleinen Kapellen ist sie ein sichtbarer Bezugspunkt im Hauptort. Auch die neueren öffentlichen Bauten konzentrieren sich dort: Die Gemeinde nennt Volksschule, Kindergarten, Feuerwehrhaus und Vereinsheime. Das unterscheidet den Hauptort von den verstreuten Wohnplätzen im langen Tal, deren Bewohner für gemeinsame Einrichtungen denselben Weg zur Ortsmitte zurücklegen.
Arbeit zwischen Höfen und Gästen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet in Pusterwald 62 Arbeitsstätten; rund zwei Drittel davon gehören zum primären Sektor. Viehhaltung und Holzwirtschaft prägen die örtliche Nutzung: Höfe, Weiden und Waldflächen reichen weit über den Hauptort hinaus. Auch Gäste nutzen das Tal. Zimmervermieter und Gasthäuser versorgen Wanderer, während die Gemeinde Bergtouren und Winterangebote vermittelt. Diese Tätigkeiten hängen von der Landschaft ab, schaffen aber nicht für alle Einwohner Arbeit im Tal. Von den Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Pusterwald pendelten 2024 insgesamt 71,0 Prozent aus. Die abgelegene Lage bedeutet für viele daher einen täglichen Weg über die Pusterwaldstraße zu Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde.
Wandern und Dorfleben
Die Pfarrkirche Maria im Moos steht im Hauptort und bietet einen kurzen Halt zur Ortsgeschichte. Wer länger unterwegs sein will, kann vom Hinterwinkel zum Hohenwart aufsteigen: Die veröffentlichte Bergtour führt über die Pölsenhütte zum Gipfel und verlangt mit gut sechs Stunden Gehzeit Kondition. Sie macht die großen Entfernungen innerhalb der Gemeinde unmittelbar erfahrbar. Auf bewirtschafteten Almen gelten die örtlichen Regeln zum Umgang mit Weidevieh. Im Dorf bündeln Volksschule, Kindergarten und Vereinsheime einen Teil des Gemeinschaftslebens; außerhalb des Hauptorts liegen Höfe und Wege weit auseinander. Für einen Ausflug lohnt es sich daher, Ziel und Gehzeit vor der Fahrt ins Tal festzulegen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pusterwald – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Pusterwald – Geschichte und Gemeinde
- Gemeinde Pusterwald – Tourismus
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Erlebnisregion Murtal – Hohenwart in Pusterwald
Stand der Angaben: 14.10.2026
