HOHENTAUERN KENNENLERNEN
Hohentauern: Leben am Übergang über die Alpen
Hohentauern liegt auf 1.274 Metern am Triebener Tauern, dem Übergang zwischen Murtal und Ennstal. Die Gemeinde im Bezirk Murtal hat 359 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 92,09 km².
Ein Dorf auf der Passhöhe
Die Bundesstraße über den Triebener Tauern führt mitten durch Hohentauern und verbindet das Murtal mit dem Paltental. Der Hauptort liegt hoch über den Talorten; zur Gemeinde gehört auch das Triebental. Rund um die Siedlung erheben sich die Rottenmanner Tauern, in der weiteren Umgebung liegen mehr als zwanzig Gipfel über 2.000 Meter. Die Höhenlage macht Wetter und Jahreszeit im Alltag spürbar. Winterliche Bedingungen beeinflussen Verkehr und Freizeit, während im Sommer Wander- und Radwege in die Seitentäler führen. Die Gemeinde zählt zu den kleinsten der Steiermark, verfügt aber über Grundversorgung und Vereinsleben, das den Alltag organisiert. Die Passlage trennt zwei Täler und macht Hohentauern zugleich zum Ausgangspunkt für Bergtouren in beide Richtungen.
Arbeit für Gäste und Gemeinde
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnete in Hohentauern 62 Arbeitsstätten und 108 Beschäftigte am Arbeitsort. 76,9 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse lagen im Dienstleistungssektor. Unterkünfte und Gasthäuser versorgen Gäste, die zum Wandern, Radfahren oder Wintersport anreisen; die Gemeinde führt diese Betriebe in ihren Ortsverzeichnissen. Daneben pflegt der Bauhof öffentliche und touristische Anlagen. Die Größe des örtlichen Arbeitsmarkts erklärt, warum Pendeln zum Alltag gehört: 65,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Hohentauern arbeiteten auswärts. Die beiden Werte betrachten unterschiedliche Gruppen, zeigen aber zusammen, dass der Passort von Gastgewerbe und Verbindungen zu Arbeitsplätzen im Tal lebt.
Bergbau als gemeinsames Gedächtnis
Über Jahrhunderte war Hohentauern ein Halt auf dem Alpenübergang. Im Mittelalter entstand der Ort um Kirche und Herberge; Reisende und Säumer nutzten den Pass. Später prägten Magnesit-, Graphit- und Chloritbergbau die Umgebung. Die Bergbaustube im Gemeindehaus bewahrt Werkzeuge, Bilder und Texte aus dieser Arbeitswelt. Ehemalige Bergleute richteten das Museum ein, um Abbaumethoden und Alltag der Knappen festzuhalten. Mit dem Ende der Bergbaue in den 1990er-Jahren fiel ein wichtiger Arbeitsbereich weg. Die Pfarrkirche St. Bartholomäus erinnert an den älteren Dorfkern. Wer sich vom Pass ins Triebental bewegt, sieht, wie eng Verkehrsweg, Siedlung und Berglandschaft beieinanderliegen.
Unterwegs am Tauern
Viele Wege beginnen nahe am Ort. Die mautpflichtige Straße zur Edelrautehütte endet nach 5,5 Kilometern unterhalb der Hütte; von dort führt ein Weg an den Scheibelsee. Vor der Auffahrt lohnt sich ein Blick auf die Verkehrsregeln, denn die Maut garantiert keinen Parkplatz. Rund um das Dorf gibt es Wander- und Radwege, im Winter weitere Freizeitangebote. Die Bergbaustube ergänzt diese Ziele um einen Einblick in die frühere Arbeit; Besuche sind nach telefonischer Anmeldung möglich. Für Einheimische sind Kindergarten, Gemeindeamt und Vereine Anlaufpunkte im Dorf. Im Triebental und auf der Passhöhe bedeuten die weiten Wege, dass Versorgung und Begegnungen gut geplant werden müssen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hohentauern – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Hohentauern – Freizeit & Tourismus
- Gemeinde Hohentauern – Bergbaustube
- Gemeinde Hohentauern – Mautstraße
- Gemeinde Hohentauern – Heimische Betriebe
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstätten 2024
Stand der Angaben: 14.10.2026
