SANKT PETER OB JUDENBURG KENNENLERNEN
Sankt Peter ob Judenburg zwischen Mur und Auwald
Sankt Peter ob Judenburg liegt südlich der Mur, rund fünf Kilometer westlich von Judenburg, am Fuß des Zirbitzmassivs. Zur Gemeinde mit 50,41 Quadratkilometern gehören mehrere Ortschaften, darunter Rothenthurm, Furth und Pichl. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.155 Einwohner. Flusslandschaft, Verkehrsachsen und gewachsene Ortsteile prägen den Alltag.
Ein Gemeindegebiet mit mehreren Siedlungskernen
Das Gemeindegebiet reicht vom Murtal in die nördlichen Ausläufer der Seetaler Alpen. Sankt Peter, Rothenthurm, Feistritzgraben und Möschitzgraben bilden die vier Katastralgemeinden; die Ortschaften verteilen sich auf den Talboden und die Seitentäler. Der Hauptort liegt an der B317, die hier eine wichtige Nord-Süd-Verbindung durch das Murtal bildet. Östlich außerhalb der Gemeinde schließt sie an die Schnellstraße S36 an. Die Verkehrsachse ist für Gewerbe und tägliche Wege bedeutsam, zugleich liegt mit der Mur-Au ein naturnaher Freiraum nahe beim Ortsteil Furth. Das Gemeindegebiet verbindet somit Talverkehr, Wohnorte und Landschaftsräume auf vergleichsweise engem Raum.
Gemeindeentwicklung und örtliche Geschichte
Die politische Gemeinde entstand 1849/50 zunächst in kleinerem Umfang. Im Lauf des 20. Jahrhunderts kamen weitere Gebiete hinzu; 1970 wurden Feistritzgraben, Möschitzgraben, Rothenthurm und Sankt Peter zur heutigen Gemeinde vereinigt. Diese Entwicklung erklärt die heutigen unterschiedlichen Ortsnamen und Siedlungsschwerpunkte. In der Pfarrkirche von Sankt Peter befinden sich eine Fischerkanzel des Bildhauers Johann Nischlwitzer aus dem Jahr 1774 und freigelegte Deckenfresken mit den zwölf Aposteln. Die Furth Schmiede erinnert an handwerkliche Arbeit im Ortsteil Furth: Die Gemeinde beschreibt den vollständig erhaltenen Hammer und Vorführungen der Schmiedekunst. Einblicke in Ort und Geschichte liegen damit sowohl im Pfarrzentrum als auch in einem ehemaligen Arbeitsraum.
Gewerbe, Bau und regionale Produkte
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Sankt Peter 127 Arbeitsstätten. Auf das Bau- und Produktionsgewerbe entfielen 42,9 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse in Arbeitsstätten. Das örtliche Angebot reicht von Hoch- und Metallbau über ein Sägewerk bis zu Erdbau und Transport. Bei Erdbau Messner gehören Aushub, Materialtransport und Böschungssicherung zum veröffentlichten Leistungsspektrum. Direktvermarktung ergänzt diese gewerblichen Tätigkeiten: Der Biohof Grillitsch bietet Putenfleisch und Weidegänse an. Von den Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten 2024 insgesamt 73,9 Prozent aus. Neben den Betrieben im Ort bleibt der Arbeitsmarkt anderer Gemeinden für viele Bewohner wichtig.
Auwald als Erholungsraum
Der Erlebnisweg St. Peterer Au führt auf etwa zwei Kilometern durch die Auenlandschaft an der Mur. Die Gemeinde machte ihn gemeinsam mit Grundbesitzern, Jägern, Fischern und Naturschützern öffentlich zugänglich. Bänke am Weg laden zur Rast ein; der Auwald ist zugleich Lebensraum und Rückhalteraum bei Hochwasser. Ein zweites Ziel liegt in Furth: Im Schmiedmuseum ist ein intakter Hammer erhalten, und die Schmiedekunst wird dort vorgeführt. Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich. Der Flussweg und die Schmiede zeigen zwei verschiedene Nutzungen des Gemeindegebiets – die Au als Erholungsraum und die ehemalige Werkstatt als Ort handwerklicher Geschichte.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Peter ob Judenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde St. Peter – Örtliches Entwicklungskonzept, Entwurf
- Gemeinde St. Peter – Sehenswertes
- Gemeinde St. Peter – Betriebe
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
Stand der Angaben: 14.10.2026
