PRESSBAUM KENNENLERNEN
Zwischen Wienfluss, Westbahn und Wienerwald
Die Stadtgemeinde Pressbaum liegt im Bezirk St. Pölten-Land am Hauptkamm des Wienerwaldes. Sie zählt 7.897 Einwohnerinnen und Einwohner (Stichtag 1. Jänner 2026) und umfasst 58,87 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet reicht vom Wiental in Seitentäler und über bewaldete Höhen; die Wien entspringt hier und fließt durch das Tal Richtung Wien. Pressbaum ist eine von vier Ortschaften der Gemeinde. Dazu kommen Au am Kraking, Pfalzau und Rekawinkel; die Katastralgemeinden tragen zum Teil dieselben Namen, sind aber Verwaltungseinheiten und nicht mit den Ortschaften gleichzusetzen.
Landschaft im Quellgebiet
Das Wiental und seine Nebentäler geben Pressbaum seine räumliche Gestalt. Pfalzau, Weidlingbachtal und Brentenmais liegen neben dem Haupttal; höher gelegene Ortsteile reichen bis an den Wienerwald-Hauptkamm. Die Gemeinde nennt den Jochgrabenberg mit 645 Metern als höchsten Punkt. In den Wäldern und Siedlungsräumen treffen Wasserwege, Höhenrücken und Verkehrsachsen aufeinander. Der Wienerwaldsee liegt an der Grenze zu Tullnerbach und Wolfsgraben; er ist ein künstlich aufgestauter Teil des Wienflusses und wird heute als Rückhaltebecken genutzt. Sein Ufer bildet einen gemeinsam genutzten Freiraum, der auch Spazier- und Radwege bietet.
Vom Waldort zur Sommerfrische
Die Ortsbezeichnung Pressbaum ist 1633 erstmals belegt. Der Name wird mit einem gefällten Stamm in Verbindung gebracht, der als Pressbaum für eine Mostpresse vorgesehen war und bis dahin als Rastplatz gedient haben soll. Die Erzählung gehört zur örtlichen Überlieferung; sie beschreibt, wie ein einzelner Baum zum Treffpunkt und schließlich zum Namensgeber wurde. Lange prägten Holzarbeit und Forstwirtschaft die Gegend. Mit der Eröffnung der Westbahn 1858 wurde Pressbaum leichter von Wien aus erreichbar. Die Eisenbahn veränderte die Nutzung des Tals: Aus dem Forst- und Holzfällermilieu entwickelte sich auch ein Ziel für Sommerfrischegäste. Villen aus der Zeit um 1900 und das Sacré Coeur erinnern an diese Phase. Die Stadtinformation verzeichnet außerdem Aquädukte der II. Wiener Hochquellenleitung, die Täler im Gemeindegebiet überspannen.
Bauten und Erinnerungsorte
Im Zentrum steht die katholische Pfarrkirche, die 1906 bis 1908 im Jugendstil errichtet wurde. Ein weiteres markantes Ensemble ist das Schulzentrum Sacré Coeur: Die Anlage entstand ab 1891 als Kloster und Schule. In Rekawinkel prägt der Bahnhof mit dem benachbarten Tunnelportal das Ortsbild. Diese Bauwerke erzählen unterschiedliche Geschichten: Sakralbau und Schule verweisen auf religiöse und pädagogische Einrichtungen, Bahnhof und Tunnel auf die Erschließung des Wienerwaldes durch die Bahn. Beim Kaiserbrünndl wird die Wienflussquelle gefasst. Die Gemeinde überliefert eine Verbindung der Quelle mit Kaiserin Elisabeth. Die Stadtgemeinde nennt ein Heimatmuseum mit rund 800 Exponaten zur Ortsgeschichte und einer Mineraliensammlung aus dem Wienerwald; Führungen finden nach Vereinbarung statt.
Gemeinde im Verkehrsraum
Die Westbahn durchquert das Gebiet mit Stationen in Pressbaum, Dürrwien und Rekawinkel sowie dem Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum an der Gemeindegrenze. Die A1 verläuft ebenfalls durch Pressbaum; die B44 verbindet den Ort mit dem Talraum. Diese Infrastruktur steht neben dem Landschaftsraum und beeinflusst, wie Bewohnerinnen, Pendler und Gäste die Gemeinde nutzen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
