MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Kirchstetten

Ein Mostviertler Marktort mit zwei historischen Zentren und einer literarischen Spur

GEMEINDEKENNZIFFER31919
Schloss Totzenbach in der Gemeinde Kirchstetten
Schloss Totzenbach in der Gemeinde Kirchstetten · Foto: Aberpram · „Totzenbach 2004“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 282
01.01.2026
Fläche
17,76 km²
Bevölkerungsdichte
128,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3062
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

KIRCHSTETTEN KENNENLERNEN

Kirchstetten zwischen Dichterhäusern und Dorfgeschichte

Kirchstetten liegt im Mostviertel im Bezirk St. Pölten-Land. Die Marktgemeinde zählt 2.282 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 17,76 Quadratkilometer. Ihr Gebiet verbindet die Ortschaft Kirchstetten mit Totzenbach und weiteren Siedlungen; acht Katastralgemeinden bilden die verwaltungstechnische Gliederung. Die Landschaft aus Höhenzügen, Bächen, Bahnlinie und Autobahn erzählt von einem Ort, dessen Alltag und Geschichte stets von Verbindungen geprägt waren.

Höhen, Bäche und Wege

Aschberg, Hausberg, Haspelwald, Eichberg und Gugl prägen die bewegte Landschaft. Wolfsbach und Sichelbach vereinigen sich in Sichelbach; der Sichelbach fließt weiter Richtung Böheimkirchen und mündet dort in den Michelbach. Zuflüsse können in Kirchstetten und Sichelbach Hochwasser verursachen. Als Marktgemeinde ist Kirchstetten auch Mitglied der Wienerwald Initiativ Region und der Leaderregion Elsbeere Wienerwald. Diese Zugehörigkeiten verweisen auf die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg. Zugleich queren zwei große Verkehrswege das Gemeindegebiet: die Westbahn verläuft zwischen Kirchstetten und Totzenbach, die A1 führt durch den Ort. Der Bahnhof bindet die Gemeinde an die Bahnstrecke an; Wander- und Radwege ergänzen das Wegenetz.

Vom Pfarrort zur Marktgemeinde

Die urkundliche Überlieferung nennt 1130 „Chirichstetten“ als selbstständige Pfarre. Im 14. Jahrhundert besaß Kirchstetten bereits Marktrecht. Um 1850 entstanden die Gemeinden Kirchstetten und Totzenbach, die 1971 vereinigt wurden. 1999 erhielt Kirchstetten das Marktrecht zurück. Eine frühere Burg stand am heutigen Standort der alten Volksschule; die Anlage wurde um 1530 zerstört. 1876 entstand dort ein Schulgebäude, das später für eine andere öffentliche Nutzung umgebaut wurde. Diese Folge aus mittelalterlichem Markt, geteilten Gemeinden und Zusammenschluss prägt die Ortsgeschichte.

Auden und das Haus in Hinterholz

Der Dichter W. H. Auden ließ sich 1957 in Kirchstetten nieder und verbrachte bis zu seinem Tod 1973 die Sommer im Haus in Hinterholz. Ein Teil seines Spätwerks entstand hier. Die Gemeinde und das Land Niederösterreich richteten sein Arbeitszimmer und einen Dokumentationsraum als Gedenkstätte ein. Audens Grab liegt am alten Friedhof bei der Pfarrkirche. Das Haus macht damit eine internationale Literaturgeschichte an einem konkreten Wohnort sichtbar: Der Besucherweg führt nicht zu einem abstrakten Denkmal, sondern in die Räume, in denen der Dichter arbeitete und seine Sommer verbrachte.

Totzenbach und das zweite Ortszentrum

Totzenbach besitzt mit Schloss und Pfarrkirche ein eigenes historisches Ensemble. Das Schloss war im 19. Jahrhundert vernachlässigt; 1857 wurde sein Osttrakt abgetragen, und Material davon floss teilweise in den Bau des Kirchstettner Bahnhofs ein. Heute erhalten Eigentümer das Gebäude und öffnen es bei Veranstaltungen. In Kirchstetten selbst erinnern die Filialkirche zum heiligen Veit, der Dorfplatz mit Rosalienquellen-Brunnen und das Weinhebermuseum an weitere Ortsgeschichten. Diese Ziele liegen in unterschiedlichen Ortsteilen und zeigen, wie die heutige Gemeinde aus mehreren gewachsenen Siedlungskernen besteht. Die alte Dorfschmiede in Totzenbach und die Rosalienquelle ergänzen die Liste der lokalen Erinnerungsorte. Auch das Weinhebermuseum bewahrt eine literarische Erinnerung.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Kirchstetten auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 040
31.10.2021 · Registerzählung2 247
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 282

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
840
NUTS-3-Region
Sankt Pölten (AT123)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Kirchstetten

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.