NEULENGBACH KENNENLERNEN
Neulengbach am Tor zum Wienerwald
Neulengbach liegt am Laabenbach, der ab der Einmündung des Anzbaches Große Tulln heißt. Die Stadtgemeinde umfasst 51,62 Quadratkilometer und zählt 8.633 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Sie liegt rund 36 Kilometer westlich von Wien im Bezirk St. Pölten-Land. Zur Gemeinde gehören 15 Katastralgemeinden und 25 Ortschaften. Die Burg über dem Ortskern war ein Herrschaftszentrum; der Markt entwickelte sich unterhalb davon. Heute führen historische Gebäude und ein Rundweg zu den Spuren Egon Schieles durch verschiedene Teile des Stadtgebiets.
Burg und Markt
Die Herren von Lengenbach errichteten im 12. Jahrhundert die Burg. Die Stadtgemeinde datiert die Gründung des Herrschaftssitzes auf 1191; die Burgbetreiberseite fasst die erste Blüte der Lengenbacher unter 1191 bis 1236. Unter Rudolf Khuen von Belasy wurde die Anlage im frühen 17. Jahrhundert zum Wohnschloss erweitert. Die heutige Anlage ist ein dreigeschoßiger Viereckbau mit zwei Wehrreifen und acht Rundtürmen. Sie befindet sich in Privatbesitz. Unterhalb der Burg entstand der Markt, der 1535 das Marktrecht neuerlich erhielt, nachdem eine ältere Urkunde verloren gegangen war. 1850 wurde Neulengbach Gemeinde und Gerichtsort; das Stadtrecht erhielt der Ort 2000.
Egon Schiele in Neulengbach
Egon Schiele zog 1911 nach Neulengbach und lebte hier acht Monate. Die Stadtgemeinde führt einen Rundweg mit acht Informationspunkten, der Schauplätze seiner Zeit im Ort miteinander verbindet. 1912 wurde der Künstler am Bezirksgericht in Untersuchungshaft genommen. Die originale Zelle ist im ehemaligen Gerichtsgebäude erhalten; eine kleine Dauerausstellung erläutert den Zusammenhang. Am 4. Mai 1912 wurde Schiele wegen Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit zu drei Tagen strengem Arrest verurteilt; am 7. Mai wurde er aus der Haft entlassen. Die Gemeinde bietet die Zelle täglich bei freiem Eintritt zur Besichtigung an. Der Rundweg führt vom Umfeld seines damaligen Wohnorts in Au bis zum Gerichtsgebäude und macht aus der Biografie einen Weg durch die Stadt.
Kirche am nördlichen Marktrand
Die Pfarrkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit schließt den Markt nach Norden ab. Sie wurde 1623 bis 1627 als Kirche des Franziskanerklosters errichtet. Ihr frühbarocker Bau folgt im Grundriss dem älteren Schema gotischer Bettelordenskirchen. Die Hauptfassade und der kleine Turm mit Zwiebelhelm prägen die Außenansicht; der Kirchen- und Klosterbereich ist von einer hohen Mauer umgeben. Im Inneren ist die Ausstattung später als der Bau: Das Altarbild von Martin Johann Schmidt entstand 1768. Auch die Burg und das alte Gerichtsgebäude liegen im historischen Ortskern. In anderen Ortschaften der Gemeinde finden sich weitere Kirchen, darunter die gotische Pfarrkirche St. Christophen, deren Pfarrgeschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.
Stadtgebiet zwischen Bächen und Höhen
Weitere Bäche entwässern die Täler und Siedlungsräume; der Südwesten fließt teilweise zur Perschling ab. Die Stadt umfasst neben dem Kernort Ortschaften wie Ollersbach, St. Christophen, Haag, Inprugg und Raipoltenbach. Katastralgemeinden und Ortschaften bilden unterschiedliche Verwaltungseinteilungen; ihre Namen überschneiden sich, sind aber nicht deckungsgleich.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Neulengbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Neulengbach – Neulengbach, Fenster zum Wienerwald
- Burg Neulengbach – Geschichte
- Stadtgemeinde Neulengbach – Egon Schiele Rundweg
- Stadtgemeinde Neulengbach – Egon Schiele
- Stadtgemeinde Neulengbach – Stadtpfarrkirche
- Stadtgemeinde Neulengbach – Egon Schiele-Rundweg
Stand der Angaben: 09.10.2026
