ST. STEFAN IM GAILTAL KENNENLERNEN
Kirchen und Schlösser bei St. Stefan
St. Stefan im Gailtal liegt zwischen dem Gailtal und der Windischen Höhe, dem alten Übergang ins Drautal. Der Hauptort bewahrt ein Ensemble aus Kirche, Pfarrhof, Bildstock und Lindenplatz. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.530 Einwohner; ihre Fläche beträgt 66,38 km².
Ein Dorfzentrum mit langer Baugeschichte
Die Pfarrkirche St. Stefan ist dem heiligen Stephanus geweiht. Eine Gründung im 9. Jahrhundert wird angenommen; urkundlich genannt ist die Kirche 1252. Langhaus und Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren befinden sich spätgotische Schnitzwerke, mehrere barocke Altäre und eine Orgel, die 1800 errichtet und 1851 erweitert wurde. Der Pfarrhof mit seinem Garten, das Kriegerdenkmal und der Lindenplatz bilden gemeinsam das Zentrum des Hauptorts. Der Nischenbildstock am Fuß des Kirchbichels zeigt Fresken, die als herausragende Beispiele der Bildstockmalerei in Kärnten gelten. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1730; ein Relief zeigt die Steinigung des Stephanus und geht auf den Beginn des 16. Jahrhunderts zurück.
Pfarren und Filialkirchen im Gemeindegebiet
Das heutige Gemeindegebiet berührt fünf katholische Pfarren: St. Stefan an der Gail, St. Paul an der Gail und Vorderberg liegen vollständig darin; St. Georgen und Förolach teilweise. Zu den Filialkirchen gehören St. Anton auf der Windischen Höhe, Steben ob Köstendorf, Tratten und Maria im Graben. St. Paul wurde 1789 eine eigene Pfarre. Seine spätgotische Kirche erhielt später ein barock verändertes Langhaus; an der Außenseite sind Malereien des heiligen Christophorus und Fragmente einer Ölbergszene erhalten. Die Filialkirche St. Anton liegt auf 1.100 Metern an der Windischen Höhe. Das spätgotische Gotteshaus wurde später barockisiert und besitzt eine offene Pfeilervorhalle.
Graiffenstein und Zossenegg
Im Hauptort stehen die Schlösser Graiffenstein und Zossenegg. Graiffenstein brannte 1919 und 1965 ab und wurde jeweils im alten Stil wiedererrichtet. Seine Erkertürmchen und Fassadendetails geben dem Bau sein markantes Erscheinungsbild. Im 13. Jahrhundert kam es zu Streitigkeiten zwischen den Bamberger Bischöfen und den Grafen von Görz. Die nahe Aichelburg wurde nach wiederholten Bränden 1691 endgültig aufgegeben. Die Burg Vorderberg wurde im 13. Jahrhundert zerstört und wieder aufgebaut, um 1460 erneut zerstört und danach nicht mehr errichtet.
Windische Höhe und Gailtalblick
Die Gemeinde liegt beidseits der Gail. Im Süden begrenzen die Karnischen Alpen mit dem Oisternig, im Norden die Gailtaler Alpen den Talraum. Die Windische Höhe bildet einen alten Übergang ins Drautal; die Passstraße führt heute zwischen den beiden Landschaftsräumen hindurch. Auf den offenen Flächen oberhalb der Waldgrenze liegen Almen, während am Talboden Siedlungen und Landwirtschaft vorherrschen. St. Paul und Vorderberg sind weitere größere Orte innerhalb des Gemeindegebiets. Historische Kirchen und Burgruinen verteilen sich auf diese Ortsteile; im Hauptort St. Stefan bündeln sich Pfarrkirche, Pfarrhof und Lindenplatz.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
