KRUMMNUSSBAUM KENNENLERNEN
Krummnußbaum zwischen Donauufer und Nussfest
Krummnußbaum liegt südlich der Donau im Bezirk Melk. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 1.749 Einwohner und umfasst 10,07 Quadratkilometer.
Donauufer und Ortsteile
Die Donau bildet die nördliche Gemeindegrenze. Zwei Katastralgemeinden – Krummnußbaum und Diedersdorf – umfassen sechs Teilortschaften: Annastift, Diedersdorf, Holzern, Krummnußbaum, Neustift und Wallenbach.
Von der Erntesichel zum Amtssitz
Eine 1964 in Annastift gefundene Feuersteinsichel wird der Altheimer Kultur zugerechnet und in die Zeit zwischen 3800 und 3300 vor Christus datiert. Der Ortsname „Chrumbinnuzboume“ steht 1073 in einer gefälschten Urkunde des Klosters Rott am Inn. Im 13. Jahrhundert gelangte der Ort in den Besitz der Bischöfe von Regensburg. Die Losensteiner errichteten einen Amtssitz, der 1423 belegt ist; gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde er zu einem Renaissance-Schlösschen erweitert.
Ton, Hanf und ein geplanter Hafen
Mit der Gemeindegründung 1850 setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Eine Tonwarenfabrik und die Hanfspinnerei in Neuda bei Golling zogen Arbeitskräfte an; aus Bauerndörfern wurden teilweise Arbeiterkolonien, soziale Spannungen gehörten zur Entwicklung. 1923 spaltete sich Golling als eigene Gemeinde ab. 1938 übernahm das Deutsche Reich den Gutsbetrieb und das Schloss. Für Krummnußbaum waren ein Tanklager, ein Donauhafen und ein Frachtbahnhof vorgesehen, doch blieb dieses Vorhaben ein Plan. Nach der sowjetischen Besatzungszeit übernahmen die Bundesforste einen Teil der Gründe.
Wallfahrt, Rosskircherl und Villa
Die Nikolokirche in Holzern, das „Rosskircherl“, ist 1451 urkundlich belegt. Schiffer ließen dort ihre Pferde segnen, bevor sie die gefährliche Fahrt durch den Strudengau antraten. Sieben Glasbilder gehören zur Ausstattung. Die Kapelle Maria Steinbründl bestand 1843 bereits; fünf Jahre später wurde sie vergrößert und teilweise gemauert. Spenden aus den Wallfahrten trugen die Baukosten. Im Hauptort entstand 1895 die Villa des Tonwarenfabrikbesitzers Poduschka. Die Gemeinde erwarb sie 1913 und nutzte sie bis 2023 als Rathaus; nach dem Umzug der Verwaltung dient das Haus der Kindergruppe „Nussbäumchen“.
Nuss, Bahn und Ortszentrum
Das Nussfest wird seit 2002 jährlich am ersten Oktoberwochenende gefeiert; Vereine und Bevölkerung gestalten das Programm rund um die Walnuss. Das private nusseum öffnete am 3. Oktober 2020. Wegen der Pandemie fiel das Fest von 2020 bis 2022 aus; 2023 wurde das Jubiläumsfest nachgeholt. Die Museumssammlung umfasst mehr als 2.500 Nussknacker aus aller Welt; ungefähr die Hälfte ist ausgestellt. Roland Paireder und Johann Peham trugen die Stücke zusammen; erste Ausstellungen fanden ab 2010 beim Nussfest statt. Die Nusswerkstatt betreibt das Haus ehrenamtlich und produziert Nusslikör und weitere Nussprodukte. Führungen durch Ausstellung und Werkstatt sowie Verkostungen gehören zum Angebot. Der Bahnhof Krummnußbaum ist im aktuellen ÖBB-Verzeichnis gelistet. Das 2023 eröffnete neue Ortszentrum vereint Gemeindeamt, Nahversorger, Friseur, Café und 28 Wohnungen. Beim Fest 2026 fand die Eröffnung am Samstag im Festzelt statt; am Sonntag klang es mit einem Frühschoppen des Musikvereins aus. Eine Retro-Fotostation erbrachte 788,40 Euro für Streetwork Nibelungen. Ein örtlicher Themenweg verknüpft Nuss-Gastronomie und regionale Lebensmittel mit dem Donauradweg und führt zu zehn Stationen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Krummnußbaum – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Krummnußbaum - Bürgerservice mit Zukunft! - Startseite - Leben in Krummnußbaum - Unser Ort - Sehenswürdigkeiten
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- Marktgemeinde Krummnußbaum – Nussfest
- nusseum Krummnußbaum – Betreiberinformation
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- Marktgemeinde Krummnußbaum – Neues Ortszentrum
- Marktgemeinde Krummnußbaum – Rückblick Nussfest 2026
- Marktgemeinde Krummnußbaum – GeNussweg, Gemeindezeitung
Stand der Angaben: 08.10.2026
