MOOSBRUNN KENNENLERNEN
Moosbrunn: Wasser, Glas und Radiowellen
Moosbrunn liegt im Bezirk Bruck an der Leitha im nördlichen Wiener Becken. Am 1. Jänner 2026 hatte die Gemeinde 1.802 Einwohnerinnen und Einwohner; sie umfasst 16,88 Quadratkilometer. Das Ortszentrum liegt auf 191 Metern Seehöhe an der Piesting.
Zwischen Piesting und Senke
Die Piesting durchzieht Moosbrunn; ihr Entlastungsgerinne heißt Neubach. Südlich des Flusses liegen ebene, landwirtschaftlich genutzte Flächen der Mitterndorfer Senke. Nördlich des verbauten Ortsgebiets steigt das Gelände in Richtung Velm, das zur Nachbargemeinde Himberg gehört, bis an den Rand der Rauchenwarther Platte auf etwa 202 Meter an. Auch der Jesuitenbach und kleinere Gerinne prägen das Gewässernetz. Der Ort liegt rund 20 Kilometer südöstlich von Wien, an der Kreuzung zweier Landesstraßen: Eine führt von Himberg nach Unterwaltersdorf, die andere von Trumau über Gramatneusiedl in Richtung Fischamend.
Wasser für Wien
Am Rand des Orts steht das Wasserwerk Moosbrunn, die dritte Wiener Wasserleitung. Es ergänzt die Hochquellenleitungen, wenn der Bedarf steigt oder Wartungsarbeiten anstehen. Das Grundwasser wird in einer modernen Aufbereitungsanlage mit verstärkter Oxidation behandelt: Ozon und Wasserstoffperoxid helfen, schwer abbaubare Stoffe zu entfernen. Die Anlage ist seit 2006 in Betrieb. Im Februar 2025 nahm Wien Energie beim Wasserwerk eine Photovoltaikanlage mit 939 Kilowatt Peak in Betrieb, die rund 290 Haushalte versorgen soll.
Ein Name mit vielen Schreibweisen
Der Ortsname wandelte sich über Jahrhunderte. In Urkunden erscheinen die Formen Moseprunne, Mosprunne und Moosprun; ungefähr ab 1700 setzte sich die heutige Schreibweise durch. Das älteste bekannte Gemeindesiegel ist auf einem Heimatschein vom 29. Juni 1860 erhalten. Ein eigenes Wappen besaß Moosbrunn zunächst nicht. Am 28. Oktober 1988 beschloss der Gemeinderat einstimmig, ein Wappen und eine Gemeindefahne zu beantragen. Die Gestaltung sollte den Namen aufgreifen und Wasser durch einen stilisierten Brunnen darstellen. 1989 erhielt die Gemeinde das Wappenrecht. Die Farben Grün, Gelb und Blau wurden aus der Wappendarstellung abgeleitet; im Schild verbindet sich der Brunnen mit gekreuzten Schlüsseln.
Von Glas und Landwirtschaft zur Wohngemeinde
Die Glasfabrik entstand ab 1864; bis etwa 1950 prägten sie und die Landwirtschaft die wichtigsten Erwerbszweige. Danach siedelten sich kleinere Betriebe an. Der Glasfabriksaal wurde noch 1971 für eine Konzertwertung des Blasmusikbezirks genutzt und später zum Festsaal der Gemeinde. Mit der Nähe zu Wien wuchs der Wohnort: Nach der Wiederherstellung der Selbstständigkeit am 1. September 1954 setzte ein Zuzug ein, der die Gemeinde bis heute vergrößert hat. Moosbrunn war zuvor 1938 in Groß-Wien eingegliedert worden. Eine erste Kirche am Ort wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Filialkirche von Traiskirchen errichtet; 1312 wurde Moosbrunn zur Pfarre erhoben. Seit dem 31. Dezember 2021 gehört Moosbrunn zur Pfarre Zu den Heiligen Schutzengeln.
Radiowellen in alle Welt
Am Ortsrand wurde seit den 1950er Jahren eine Kurzwellensendeanlage betrieben. Während des Kalten Krieges verbreitete sie Radio Österreich International bis nach Australien, Neuseeland, Russland, China und in den Nahen Osten. Zuletzt sendete die Anlage für internationale Radiokunden; der Betrieb endete am 31. Dezember 2024. Im Jänner 2025 meldete ORS den Abschluss der Rückbauarbeiten und die Rückgabe des Geländes an den ORF.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Moosbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kurzinfo zur Gemeinde Moosbrunn
- Wasserwerk Moosbrunn – Stadt Wien
- Wiener Klimafahrplan – Monitoring: Infrastrukturen und Leistungen
- Pfarre Moosbrunn – Erzdiözese Wien
- Moosbrunner Gemeindezeitung Dezember 2020
- ORS-Pressemitteilung vom28.Jänner2025, APA-OTS
Stand der Angaben: 08.10.2026
