MALTA KENNENLERNEN
Wasserfälle und Hochgebirge im Maltatal
Malta liegt im Maltatal, am Fuß der Hohen Tauern. Die Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau hat 1.858 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 261,92 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet reicht bis zur Hochalmspitze und zum Großen Hafner; Wasserfälle und Kölnbreinsperre prägen das Maltatal.
Die Kölnbreinsperre
Am Ende der Malta Hochalmstraße liegt die Kölnbreinsperre. Mit 200 Metern Höhe ist sie Österreichs höchste Staumauer. Der Speicher ist Teil der Kraftwerksgruppe Malta, deren Bau 1971 begann und 1977 mit der Fertigstellung der Sperre einen wichtigen Meilenstein erreichte. 1978 wurde die Hochalmstraße als mautpflichtige Ausflugsstraße freigegeben. Die Staumauer ist Ausgangspunkt für Berg- und Wandertouren in der hochalpinen Umgebung. Der Bau brachte wirtschaftliche Impulse und Schutz vor weiteren Überschwemmungen, veränderte aber auch das Landschaftsbild: Einige Wasserfälle im hinteren Maltatal verschwanden durch die Kraftwerksanlagen.
Wasserfälle und Schluchten
Der Naturlehrweg „Malteiner Wasserspiele“ führt durch die Schlucht- und Wasserfalllandschaft des Hinteren Maltatals. Aussichtskanzeln erschließen Blicke auf Wasserbecken und den Melnikfall. Dieser stürzt über mehrere Felsstufen rund 300 Meter ins Tal. Auch die Gößfälle bilden eine Folge von drei Wasserfällen. Der Fallbach stürzt bei Koschach über fast 200 Meter ins Tal; ein Klettersteig führt entlang der Felswand hinauf. Eine weitere markante Stelle ist der Blaue Tumpf, erreichbar über die Hochalmstraße. Im Hauptort Malta steht die gotische Pfarrkirche Maria Hilf. An ihren Chorwänden sind Fresken des 14. Jahrhunderts erhalten, darunter Darstellungen der Heiligen Drei Könige und der Verkündigung.
Vom Bergtal zur Kraftwerksgemeinde
Zwischen 957 und 992 erscheint Malta urkundlich als „locus Malontina“. Die Gemeinde Malta entstand 1850 aus den Katastralgemeinden Dornbach, Malta und Maltaberg; ihre Grenzen blieben seither unverändert. Oberhalb des Ortes stand die Burg Ödenfest, auf der seit dem 12. Jahrhundert eine Seitenlinie der Grafen von Heunburg saß. Die Anlage wurde im 14. Jahrhundert verlassen und verfiel zur Ruine. Unwetter und Hochwasser verursachten im Tal wiederholt Schäden. 1975 zerstörte eine Lawine die Gießener Hütte im Gößgraben; sie wurde 1977 wiedereröffnet. Seit 1987 gehören 8.570 Hektar des Gemeindegebiets zum Nationalpark Hohe Tauern. 1989 bis 1992 erfolgten Sanierungen an der Sperre, danach war wieder ein Vollstau möglich.
Hochalpine Wege
Das Maltatal ist seit 2008 ein Bergsteigerdorf des Alpenvereins und zählt zu den bekannten Klettergebieten im Alpen-Adria-Raum. Klettergärten und Bouldergebiete liegen im vorderen, mittleren und hinteren Maltatal. Im Winter werden das Maltatal und der Gößgraben zum Ziel für Eiskletternde. Die Siedlungen im Talgrund liegen vielfach auf Schwemmkegeln, die von den seitlich einmündenden Bächen abgelagert wurden. Die Gemeinde zählt 16 Ortschaften, darunter Malta, Dornbach, Göß und Maltaberg. Bis ins 20. Jahrhundert prägte die Landwirtschaft die Orte; heute spielt auch der Sommertourismus eine wichtige Rolle.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
