OBERVELLACH KENNENLERNEN
Bergbau und Markt am Tauernübergang
Obervellach ist eine Marktgemeinde im Mölltal, südlich des Tauernhauptkamms. Sie zählt 2.168 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 104,42 Quadratkilometer. Der Markt entwickelte sich an einem alten Übergang über die Hohen Tauern. Bergbau, Handel und die Lage an Seitentälern prägten seine Geschichte.
Ein weit gespanntes Gemeindegebiet
Zum Gemeindegebiet gehören vier Katastralgemeinden: Obervellach, Pfaffenberg, Lassach und Söbriach. Die amtlichen Ortschaften verteilen sich über den Talboden und die sonnseitigen Hänge. Obervellach liegt nahe der Einmündung des Mallnitztals in die Möll; der Ortskern befindet sich auf rund 687 Metern Seehöhe. Das Gemeindegebiet grenzt an die Reißeck-, Goldberg- und Kreuzeckgruppe. Ein Teil liegt im Nationalpark Hohe Tauern. Die steilen sonnseitigen Berghänge des Mölltals sind seit dem Mittelalter besiedelt und prägen die bergbäuerliche Kulturlandschaft bis heute.
Gold, Silber und das Oberstbergmeisteramt
Der Ort ist seit dem Mittelalter mit dem Edelmetallbergbau verbunden. Gold und Silber aus den umliegenden Gebirgen wurden verarbeitet; 1360 besaß der Markt bereits eine Münzstätte. 1509 wurde Obervellach Sitz des Oberstbergmeisteramtes, das für Bergbaugebiete in weiten Teilen der habsburgischen Länder zuständig war. Der Wohlstand jener Zeit zeigt sich an den repräsentativen Häusern rund um den planmäßig angelegten Hauptplatz, an der Pfarrkirche St. Martin und am Schloss Trabuschgen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts verlor der Edelmetallbergbau an Bedeutung; Obervellach war danach kein Montanzentrum mehr. Im späten 19. Jahrhundert begann der Fremdenverkehr. Die Markterhebung erfolgte 1256. 1850 wurde Obervellach Sitz einer Großgemeinde, der auch Mallnitz, Penk und Flattach angehörten; alle drei Gemeinden wurden 1896 selbstständig.
St. Martin und Maria Tax
Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Martin wurde um 1490 begonnen; 1516 weihte der Chiemseer Bischof Berthold Pürstinger das Gotteshaus. Der 57 Meter hohe Turm und die barocke Innenausstattung prägen den Ortskern. Ein Altar vereint drei Tafeln des niederländischen Malers Jan van Scorel, die dieser 1519 und 1520 auf Burg Falkenstein schuf. In Stallhofen steht die Wallfahrtskirche Maria Tax, 1287 erstmals erwähnt. Der heutige spätgotische Bau wurde später erweitert. Beide Kirchen liegen in verschiedenen Ortschaften und gehören zu den markanten religiösen Bauten des Mölltals.
Burgen und Groppensteinschlucht
Burg Groppenstein steht nahe der Mündung des Mallnitzbachs in die Möll, am Eingang zur Groppensteinschlucht. Burg Groppenstein ist bereits 1254 mit ihrem Turm urkundlich belegt. Im 15. Jahrhundert wurde der Bau zur Wehranlage erweitert; 1872 revitalisierte ihn der Architekt Adolf Stipperger als Wohnsitz. Weiter talaufwärts liegt die Schlucht mit Wasserfällen und Felsbecken. Der Schluchtenweg wurde 2011 mit Steiganlagen und Brücken neu gestaltet. Schloss Trabuschgen wurde im 15. und 16. Jahrhundert von der Gewerkenfamilie Kühnburger errichtet; 1692 erwarb Hans Adam Stampfer von Walchenberg die Anlage.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
