LOIPERSDORF-KITZLADEN KENNENLERNEN
Loipersdorf-Kitzladen: Stegersbach, Hospiz und Gedenken
Loipersdorf-Kitzladen liegt im Bezirk Oberwart im Tal des Stegersbachs an der Grenze zur Steiermark. Die Gemeinde zählt 1.350 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und liegt auf einer Fläche von 15,88 Quadratkilometern. Ihre beiden Ortschaften heißen Kitzladen und Loipersdorf im Burgenland; beide sind zugleich Katastralgemeinden.
Zwei Siedlungen im Tal
Kitzladen heißt ungarisch Kicléd, Loipersdorf Lipótfalva. Der Stegersbach verläuft durch das Tal, das an die Steiermark grenzt. Historische Daten zu landwirtschaftlichen Betrieben zeigen eine rückläufige Zahl zwischen 1999 und 2010: von 64 auf 47. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe fiel in demselben Zeitraum von 19 auf 14; 2010 bewirtschafteten diese rund zwei Drittel der Flächen. Die Süd Autobahn A2 verläuft durch das Gemeindegebiet. Kindergarten und Volksschule sind als Bildungseinrichtungen dokumentiert. Die Pfarrkirche Kitzladen wurde 1844 von der Familie Esterházy-Gleisbach gestiftet und errichtet; sie steht am Westhang oberhalb des Ortes. Sie ist spätklassizistisch gestaltet und besitzt ein dreijochiges, tonnengewölbtes Langhaus. Der westliche Fassadenturm trägt einen Zwiebelhelm mit Laterne. Eine Außenrestaurierung fand 1977 statt.
Vom Urkundennamen zur Landesgrenze
1334 übertrug eine Urkunde die Ansiedlung Kecel an den ungarischen Adeligen Paul Pousa Köveskuti. Für 1455 ist der deutsche Ortsname Kitzlärn belegt; 1532 erscheint er im Schlaininger Urbar. Bis 1920/21 gehörte das Gebiet wie das übrige Burgenland zu Ungarn und wurde als Deutsch-Westungarn bezeichnet. Ab 1898 mussten die Orte im Zuge der Magyarisierung ihre ungarischen Namen Lipótfalva und Kicléd amtlich verwenden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Westungarn Österreich zugesprochen; Loipersdorf-Kitzladen gehört seit 1921 zum Bundesland Burgenland. Am 1. Jänner 1971 wurden Kitzladen und Loipersdorf im Rahmen der Gemeindestrukturreform vereinigt.
Der Sterntalerhof
Am Rand von Loipersdorf befindet sich der Sterntalerhof, ein Hospiz für Kinder und Familien. Das interdisziplinäre Team umfasst Therapie, Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Psychotherapie und Seelsorge. Zur Begleitung gehören tiergestützte Angebote mit speziell ausgebildeten Therapiepferden sowie Kunsttherapie. 1997 brachte die Erkrankung der elfjährigen Isabella die späteren Gründer zusammen. Der Verein besteht seit 1998 und begleitet Familien stationär, mobil und ambulant. Private Spenden tragen das Projekt. Auf dem Gelände entstanden unter anderem ein Familienhaus, eine Reithalle, eine überkonfessionelle Kapelle, ein Verwaltungsgebäude und zuletzt das Sternenhaus. Der Verein führt heute einen professionellen Betrieb mit 30 hauptamtlichen Mitarbeitenden.
Erinnerungsorte auf zwei Friedhöfen
Am 6. April 2024 wurden auf den Friedhöfen in Loipersdorf und Kitzladen zwei Gedenkstätten für die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma eröffnet. Vor 1938 lebten laut Landesinformation 115 Roma in Loipersdorf und 48 in Kitzladen. Die Menschen wurden zwischen 1939 und 1942 beziehungsweise 1943 in Konzentrationslager deportiert und kehrten nicht zurück. Die Metallsteher tragen verschieden große Öffnungen, die für die fehlenden Frauen, Männer und Kinder stehen. Die Eröffnung lag im Vorfeld des Internationalen Roma-Tages am 8. April; die Roma Volkshochschule Burgenland wirkte an der Gedenkstätte mit.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
