GRAFENSCHACHEN KENNENLERNEN
Grafenschachen: Stögersbach, Römerbrücke und Dorfkirche
Grafenschachen liegt im Bezirk Oberwart. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.259 Einwohner; sie liegt auf einer Fläche von 9,94 Quadratkilometern. Das Gemeindegebiet umfasst Grafenschachen und Kroisegg. Der Stögersbach durchquert es von Norden nach Süden, während bewaldete Höhen den Ort im Osten und Westen einfassen.
Wasser und Höhen
Der Stögersbach durchfließt das Gemeindegebiet auf etwa 400 Metern Seehöhe. Die bewaldeten Höhen erreichen östlich und westlich des Tales rund 450 Meter. Landwirtschaftliche Nutzflächen machen laut Gemeindebeschreibung 38 Prozent der Fläche aus, Wald weitere 45 Prozent. Im Oktober 2026 meldete die Gemeinde die Fertigstellung einer neuen Brücke über den Stögersbach am bestehenden Rundwanderweg; damit ist der Weg wieder in voller Länge begehbar. Das Höhfeld gilt als Aussichtspunkt: Von dort sieht man Kroisegg, das Wechselmassiv und das steirische Hügelland.
Orte und Grenzen
Die Namen erscheinen in mehreren Sprachen: Grafenschachen heißt ungarisch Árokszállás und Romani Grumschocha. Bis 1920/21 gehörte das Gebiet zu Deutsch-Westungarn und damit zum Königreich Ungarn. Ab 1898 wurde im Zuge der Magyarisierung der ungarische Name Vasárokszállás amtlich vorgeschrieben. Die Verträge von Saint-Germain (1919) und Trianon (1920) sprachen Deutsch-Westungarn Österreich zu. Seit 1921 ist Grafenschachen Teil des Burgenlandes. Die Gemeindechronik nennt 1331 als erste Namensnennung „Graphsahia“; eine Urkunde von 1358 führt „Groffensach seu Grofunsah“. Die Gemeinde leitet den Namen von einem gräflich verwalteten Wald her. Für Kroisegg wird eine Gründung wahrscheinlich im 16. Jahrhundert angenommen. Der Name Kroisegg geht auf die Bezeichnung „Krebs“ zurück; ungarisch Hidasdrákosd bedeutet „Ort an der Krebsenbrücke“. Die Gemeinde vermutet, dass Kroisegg ursprünglich eine Flur des steirischen Kroisbach war.
Landwirtschaft und Verkehr
Die landwirtschaftliche Struktur war 2010 von kleineren Betrieben geprägt: 56 Höfe wurden erfasst, davon 47 im Nebenerwerb. Die Süd Autobahn A2 quert den südöstlichen Teil des Gemeindegebiets; die Anschlussstelle Pinkafeld liegt wenige Kilometer östlich. Kroisegg besitzt außerdem einen Sportplatz, einen Eislaufplatz und eine rund fünf Kilometer lange Rad- und Wanderstrecke. 1742 hielten 22 Haushalte in Kroisegg 23 Zugtiere; für den Ort ist auch eine Taverne belegt.
Pfarrkirche, Römerbrücke und Gemeindewappen
Die Kirche wurde 1790 zur Pfarre erhoben; der Vorgängerbau entstand 1805 im Ortszentrum. Das heutige Gotteshaus errichtete der Pinkafelder Baumeister Johann Lang 1880 am Westhang. Der neuromanische Hochaltar stammt von 1905, die spätbarocke Kanzel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Gemeinde erhielt 1953 erstmals das Recht, ein Wappen zu führen. Nach der Gemeindefusion 1971 beantragte sie eine erneute Verleihung; 1973 durfte Grafenschachen das frühere Wappen weiterführen. Es zeigt unter anderem die Heilige Dreifaltigkeit sowie einen Bezug zum Burgenland. Die Beschreibung nennt neun goldene Strahlen, die von der Taube des Heiligen Geistes ausgehen. Am Stögersbach bei Kroisegg steht ein Ziegelbau, im Volksmund Römerbrücke genannt; er entstand vermutlich vor oder um 1750 als Teil des alten Verkehrswegs nach Pinkafeld.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
