LAUTERACH KENNENLERNEN
Lauterach zwischen Ried und Rheintal
Lauterach liegt im Rheintal zwischen Bregenz und Dornbirn. Die Marktgemeinde zählt 10.670 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 11,92 Quadratkilometer. Neben dicht bebauten Wohn- und Gewerbegebieten reicht das Gemeindegebiet bis in das Lauteracher Ried.
Siedlung am Rand des Rieds
Lauterach liegt im unteren Rheintal zwischen Bregenz und Dornbirn. Das Lauteracher Ried reicht nahe an Siedlungs- und Gewerbeflächen heran. Das rund 580 Hektar große Natura-2000-Gebiet ist Lebensraum für Wiesenbrüter und zugleich Produktionsgebiet der örtlichen Landwirtschaft. Wegegebote und saisonale Sperren schützen sensible Bereiche. Im Ried liegt auch der Jannersee, der nach Kiesabbau zwischen 1959 und 1961 entstand. Heute ist er Bade- und Freizeitort. Das Gebiet ist unter anderem für Wachtelkönig und Schwarzmilan geschützt. Die offenen Flächen des Rieds zählen zu den größten zusammenhängenden naturnahen Landschaftsräumen im unteren Rheintal. Streuwiesen werden dort üblicherweise erst ab September gemäht; die Nutzung erhält offene Flächen, auf die mehrere Vogelarten angewiesen sind.
Arbeit an Verkehr und Produktion
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Lauterach 744 Arbeitsstätten und 5.322 Beschäftigungsverhältnisse aus; 76,9 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Ort pendelten aus. Ein örtliches Beispiel für Produktion ist Pfanner. Aus einer Gastwirtschaft mit Brauerei und Brennerei entwickelte sich ein Fruchtsaftbetrieb. Heute werden Säfte in Lauterach gepresst und abgefüllt; das Sortiment reicht von Direktsaft bis Fruchtgetränk. Pfanners Produktpalette umfasst außerdem Nektare, Eistees und Teegetränke. Dazu kommen Logistik, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Bahn und Autobahn begünstigen überregionale Verbindungen. Das Ried bleibt zugleich landwirtschaftlich genutzt.
Vom Dorf zur Marktgemeinde
Lauterach wurde 853 als „Lutaraha“ urkundlich erwähnt. Später lag hier der Sitz des Hofsteiggerichts. Im 19. Jahrhundert kamen Gewerbe und Industriebetriebe hinzu; im Ortsteil Lerchenau bestand von 1835 bis 1841 ein Heilbad an einer Schwefelquelle. 1985 wurde Lauterach zur Marktgemeinde erhoben. Auch die Geschichte von Pfanner beginnt im Ort: Max Hermann Pfanner übernahm 1856 den Gasthof Hirschen mit Brauerei und Brennerei. Aus der Verarbeitung von Obst entwickelte sich später die Getränkeherstellung. Der Betrieb ist heute ein Beispiel dafür, wie aus einem lokalen Gewerbe ein überregional tätiges Unternehmen wurde.
Grünräume und Wege im Alltag
Ried und Jannersee geben der dicht besiedelten Marktgemeinde erreichbare Freiräume. Der See bietet Liegewiesen, flache Einstiege und Flächen für Beachvolleyball und Beachhandball; er ist zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Für das angrenzende Ried gelten strengere Regeln: In der Kernzone dürfen nur ausgeschilderte Wege benutzt werden. Während der Brutzeit der Wiesenbrüter vom 15. März bis 30. Juni sind dort die meisten Wege gesperrt; einige benannte Straßen und der Damm der Dornbirner Ach bleiben ausgenommen. Diese Regeln ermöglichen Erholung am Rand des Schutzgebiets, während die empfindlichen Streuwiesen und Brutplätze im Inneren weniger gestört werden. Für das gesamte Ried gilt außerdem Leinenpflicht für Hunde. Die Gemeinde begründet sie mit dem Schutz der Wildtiere vor Störungen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lauterach (Vorarlberg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Lauteracher Ried
- Jannersee
- Die Pfanner’s, die 5te
- Wirtschaftsstandort Lauterach
- Rad- und Spazierwege
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Pfanner Getränke – Fruchtsäfte
- Hermann Pfanner Getränke – Geschäftsbericht 2024
Stand der Angaben: 15.10.2026
