MELLAU KENNENLERNEN
Mellau zwischen Kanisfluh und Bregenzer Ach
Mellau liegt dort, wo die Bregenzer Ach den Talboden des Bregenzerwaldes öffnet und die Kanisfluh den Blick nach Süden beherrscht. Die Gemeinde im Bezirk Bregenz zählt 1.301 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 40,55 Quadratkilometer groß. Das Siedlungszentrum liegt auf rund 688 Metern Höhe; dahinter steigen Wiesen, Wälder und alpine Hänge an. Mellau ist daher zugleich überschaubarer Dorfkern und weitläufiges Berggebiet, mit einem Ortsleben, das sich zwischen Landwirtschaft, Gewerbe und touristischer Nutzung bewegt.
Talboden und Bergwelt
Die Bregenzer Ach bildet die landschaftliche Leitlinie des Ortes. Im Süden erhebt sich die Kanisfluh, deren markante Felsflanke über dem Tal weithin sichtbar ist; im Norden und Westen schließen weitere Höhenzüge den Talkessel ab. Der Wechsel von Talboden und steilem Gelände prägt die Wege rund um Mellau und die Nutzung der Flächen. Im Sommer erschließen Wanderwege die Höhen, im Winter werden Pisten und Bahnen genutzt. Die Gemeinde ist damit nicht nur Kulisse für Bergsport: Der Talboden trägt Siedlung, Landwirtschaft und Betriebe, während die Berge das touristische Angebot und das Landschaftsbild bestimmen.
Dorfgeschichte und Wandel
Die Siedlung entwickelte sich über Jahrhunderte am Talboden des Bregenzerwaldes. 1870 zerstörte ein Großbrand die damalige Kirche und zahlreiche Häuser. Die Pfarrkirche wurde danach neu errichtet und gehört mit dem Gemeindeplatz weiterhin zum Ortszentrum. Später gewann der Tourismus erheblich an Bedeutung: Hotels und Pensionen veränderten das Dorfbild, und die Verbindung der Skigebiete Mellau und Damüls erweiterte das Angebot in den Bergen. Wer durch den Ort geht, begegnet daher Bauten aus verschiedenen Phasen, vom wiederaufgebauten Dorfkern bis zu den Einrichtungen für Gäste. Auch die Bregenzer Ach bleibt eine räumliche Grenze zwischen Dorf und Bergwegen.
Arbeit im Dorf
Für 2024 verzeichnet die Arbeitsstättenzählung in Mellau 166 Arbeitsstätten mit 639 Beschäftigten am Arbeitsort; 75,9 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum Dienstleistungssektor. 59,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Mellau pendeln aus. Der Tourismus schafft Arbeit in Beherbergung, Gastronomie und Bergbahnbetrieb, daneben besteht produzierendes Gewerbe. In Zimmerau fertigt Mellau-Teppich Lotteraner, Wüstner Teppiche aus Wolle, Sisal und synthetischen Fasern. Der Betrieb zeigt, dass neben saisonalen Dienstleistungen auch Verarbeitung und Verkauf spezialisierter Produkte zum örtlichen Arbeitsleben gehören. Die Kombination aus Gästebetrieben und Fertigung schafft verschiedenartige Arbeitsplätze im Dorf.
Wege, Wasserfall und Ortszentrum
Ein gut zugänglicher Rundweg führt vom Zentrum über Zimmerau und Klaus zum Wasserfall am Fluhbach. Das Wasser fällt dort rund 110 Meter in die Tiefe; der als leicht ausgewiesene Weg verläuft über etwa 4,4 Kilometer und kehrt zum Ortszentrum zurück. Die Route verbindet den Dorfkern mit Wiesen und Bachlandschaft, ohne eine alpine Tour vorauszusetzen. Auch die gedeckte Klausbrücke gehört zu den sichtbaren Elementen des Weges. Sie wurde 1989 saniert und steht unter Denkmalschutz. Damit sind Naturerlebnis und gebaute Infrastruktur auf einem kurzen Rundgang miteinander verbunden.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
