GEMEINDE · VORARLBERG

Kennelbach

Zwischen Bregenzerach und Pfänderhang treffen ein dichtes Siedlungsband und ehemalige Fabrikstandorte aufeinander.

GEMEINDEKENNZIFFER80220
Kennelbach mit der Pfarrkirche Sankt Josef
Kennelbach mit der Pfarrkirche Sankt Josef · Foto: Böhringer Friedrich · „Kennelbach, Vorarlberg“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 840
01.01.2026
Fläche
3,20 km²
Bevölkerungsdichte
575,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
6921
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

KENNELBACH KENNENLERNEN

Kennelbach: Industriegeschichte im engen Achkorridor

Kennelbach liegt südöstlich des Bodensees im schmalen Tal der Bregenzerach. Die Gemeinde hat 1.840 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 3,20 Quadratkilometern. Der Fluss begrenzt das Siedlungsgebiet im Süden, während die bewaldeten Hänge des Gebhardsbergs nach Norden steil ansteigen. Diese Enge führte Verkehrswege, Industrie und Wohngebiete dicht zusammen.

Zwischen Ach und Känzele

Die Bregenzerach fließt am südlichen Rand des Ortes und bildet eine deutliche landschaftliche Grenze. Im Norden steigen die Hänge zum Känzele und Gebhardsberg an; Wald und Fels bestimmen den Übergang zum Pfänderstock. Der bebaute Bereich liegt dazwischen entlang der Straße und des Flusses. Das Gebiet ist klein, aber funktional wichtig: Die Autobahn A14 quert die Ach am westlichen Rand des Gemeindegebiets, und die Langener Straße führt von Bregenz Richtung Bregenzerwald. Für Bewohner liegen Verkehr, Arbeitsstätten und Wohngebiete dadurch nahe beieinander. Zugleich bleibt die Schlucht der Bregenzerach im Südosten ein naturnaher Gegenpol zum Siedlungsband und gehört teilweise zum Schutzgebiet.

Vom Textilwerk zum Gewerbepark

In Kennelbach wurden 2024 128 Arbeitsstätten mit 963 Beschäftigten am Arbeitsort gezählt; 87,3 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Wirtschaftsgeschichte ist eng mit den 1838 gegründeten Textilwerken Jenny & Schindler verbunden. Auf dem früheren Industrieareal betreibt die Schindler GmbH & Co KG heute einen Wirtschafts- und Gewerbepark. Sie vermietet Flächen für Produktion, Lager, Handwerk, Handel und Büros. Damit bleibt ein ehemaliger Fabrikstandort wirtschaftlich genutzt, obwohl die Baumwollspinnerei 1968 eingestellt wurde. Die Zahlen zeigen zugleich, dass viele Einwohner außerhalb arbeiten, während Kennelbach selbst Arbeitsplätze für Menschen aus dem Ort und der Umgebung bietet.

Die Fabrik veränderte die Gemeinde

Bis ins 19. Jahrhundert war Kennelbach überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Mit der Gründung der Textilwerke Jenny & Schindler begann der Wandel zum Industriestandort; Fabrik, Arbeiterwohnen und Verkehrswege bestimmten über Generationen den Ort. Die Baumwollspinnerei wurde 1968 eingestellt, doch Spuren der Familie Schindler sind geblieben. Die Villa Grünau, einst Sitz der Industriellenfamilie, dient heute als Gemeindeamt. Kennelbach wurde 1911 selbstständige Gemeinde, nachdem es zuvor zu Rieden gehört hatte; 1938 wurde es unter nationalsozialistischer Herrschaft nach Bregenz eingemeindet und 1946 wieder verselbstständigt. Diese Abfolge erklärt, weshalb industrielle Geschichte und kommunale Eigenständigkeit im Ortsbild eng miteinander verbunden sind.

Ein kleines Zentrum mit regionaler Nähe

Kindergarten und Volksschule sind in der kleinen Gemeinde erreichbar; für viele weitere Angebote nutzen Einwohner das nahe Bregenz. Einen sichtbaren Mittelpunkt bildet die Pfarrkirche St. Josef im Klosterhof. An Sonn- und Feiertagen finden dort Gottesdienste statt. Das Gemeindeamt sitzt in der Villa Grünau, dem früheren Wohnsitz der Familie Schindler. Dadurch bleibt ein Gebäude aus der Industriezeit im Alltag öffentlich genutzt. Der kurze Weg zwischen Kirche, Verwaltung, ehemaligen Werkflächen und Bregenzerach macht die enge Lage Kennelbachs anschaulich. Am südöstlichen Rand beginnt die Bregenzerachschlucht als geschützter Naturraum; sie setzt dem dicht genutzten Siedlungsband eine klare landschaftliche Grenze.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 15.10.2026

GEOGRAFIE

Kennelbach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 884
31.10.2021 · Registerzählung1 853
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 840

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
505
NUTS-3-Region
Rheintal-Bodenseegebiet (AT342)

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