FUSSACH KENNENLERNEN
Fußach: Am Rand des Rheindeltas
Fußach liegt am südlichen Bodenseeufer dort, wo die Landschaft des Rheindeltas und die Siedlung aufeinandertreffen. Die Gemeinde hatte am 1. Jänner 2026 4.057 Einwohner und umfasst 11,50 Quadratkilometer. Die Lage am Wasser prägt Freizeit, Naturschutz und örtliche Arbeit; zugleich ist der Ort über Straßen mit dem Rheintal verknüpft.
Wasser formt den Ortsraum
Fußach liegt in der Ebene des Rheindeltas. Das Schutzgebiet reicht über die Gemeindegrenzen von Höchst, Fußach, Gaißau und Hard und umfasst Wasserflächen, Ufer, Schilf und Feuchtgebiete. Seine Bedeutung zeigt sich an Lebensräumen für Vögel und einer vielfältigen Pflanzenwelt. Die Rheinregulierung veränderte die Lage der Flüsse und damit auch Fußachs Verhältnis zum Bodensee; der Fußacher Durchstich leitete den Rhein in ein neues Bett. Zwischen Schutzgebiet und Siedlung liegen heute Hafenanlagen, Wege und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Schutzverordnung trat 1976 in Kraft; seither wurden wertvolle Teilbereiche ergänzt. Das Rheindelta gilt als größtes Feuchtgebiet am Bodensee.
Hafen und Arbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Fußach 253 Arbeitsstätten und 1.495 Beschäftigte an diesen Standorten. Von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Ort pendelten 85,9 Prozent aus. Gleichzeitig entfielen 60,3 Prozent der örtlichen Beschäftigten auf den sekundären Sektor; der Hafen ist somit nur ein Teil der Wirtschaftsstruktur. Am Rohrspitz betreibt die Familie Salzmann seit Jahrzehnten einen Hafen und einen Campingplatz. Hinzu kamen Bootshandel, Lagerhallen und eine Wasserski- und Wakeboardschule. Dieser Betrieb verbindet Liegeplätze und Unterkünfte mit Dienstleistungen für Wassersportler. Seine Lage am See macht eine örtliche Tätigkeit sichtbar, die direkt von Fußachs Uferraum abhängt.
Ein Ausflugsziel am Ufer
Am Hörnle ermöglicht ein Naturbadestrand den öffentlichen Zugang zum Bodensee. Die Gemeinde nennt Sitzgelegenheiten, Tischtennis und eine Badeinsel; die Anlage ist mit dem Fahrrad erreichbar. Das Ufer dient damit auch Bewohnern und Familien, die keinen Bootsliegeplatz nutzen. Eine andere Form gemeinschaftlicher Freizeit bietet die Spiel- und Sportanlage Müß. Dort gibt es drei Fußballplätze, vier Tennisplätze, eine Leichtathletikanlage und ein Rollhockeyfeld. Vereine nutzen die Anlage für Training und Wettbewerbe, während ein Spielplatz Familien anspricht. Beide Orte ergänzen den Hafenbetrieb: Am Hörnle steht das Baden im See im Vordergrund, in Müß der regelmäßige Sport. Sie geben Fußach öffentliche Treffpunkte außerhalb des Ortszentrums.
Ein Hafenort mit langer Geschichte
Fußach wurde im 9. Jahrhundert als Fossonas erwähnt und war im Mittelalter ein wichtiger Umschlagplatz für Waren am Bodensee. Schiffleute und Fuhrleute verbanden den Ort mit Märkten und Herrschaften rund um den See. Heute erinnern das frühere Zoll- und Speditionsgebäude am ehemaligen Hafen sowie der Hafenraum an diese Verkehrsgeschichte. Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde Ende der 1970er Jahre neu errichtet; der ältere Turm aus dem 17. Jahrhundert blieb in den Bau integriert. Im Jahr 1964 rückte Fußach durch den Streit um die Schiffstaufe „Vorarlberg“ ins Zentrum einer landesweiten Auseinandersetzung über regionale Selbstbestimmung.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fußach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Fußach – Freizeit
- Gemeinde Fußach – Gemeindeportrait
- Gemeinde Fußach – Natur am See / Freizeit
- Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab
- Gemeinde Fußach – Erlebnis Rohrspitz
- Pfarre Fußach – Gottesdienste und Termine
Stand der Angaben: 15.10.2026
