KIRCHBERG AM WAGRAM KENNENLERNEN
Wagramkante und Weinorte
Kirchberg am Wagram liegt auf der Geländekante zwischen Tullnerfeld und Weinviertel. Die Marktgemeinde im Bezirk Tulln zählt 3.858 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 60,32 km². Dreizehn Ortschaften reichen vom Marktzentrum bis an die Donau, darunter Altenwörth, Kollersdorf und Oberstockstall.
Ein Gemeindegebiet mit großen Gegensätzen
Zwischen dem Marktort und Altenwörth an der Donau liegen sehr unterschiedliche Landschaften. Am Wagram bestimmen Weinlagen und die Geländekante das Bild, weiter südlich öffnen sich die Flächen des Tullnerfelds bis zu den Auwäldern. Kleine Gemeindeflächen liegen sogar südlich des heutigen Donaulaufs; sie wurden durch die Flussregulierung vom übrigen Gebiet getrennt. Dreizehn Ortschaften verteilen sich auf zwölf Katastralgemeinden. Der Bahnhof am Kremser Ast der Franz-Josefs-Bahn liegt südlich des historischen Marktzentrums, bei dem inzwischen mit Kirchberg verwachsenen Dörfl. Für den Straßenverkehr ist die S5 die überregionale Verbindung. Die Wege innerhalb der Gemeinde reichen damit vom Bahnhofsumfeld bis zu den Flussorten.
Weinbau, Dienstleistungen und Wasserkraft
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Kirchberg am Wagram 457 Arbeitsstätten mit 1.240 Beschäftigungsverhältnissen. Auf Dienstleistungen entfielen 70,2 Prozent der Standorte und 65,0 Prozent der Beschäftigung. Die gesonderte Agrarerhebung 2020 zählte 133 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Neben Weinbau und Dienstleistungen gehört die Energiegewinnung zur örtlichen Wirtschaft: Das Donaukraftwerk Altenwörth liegt in den Gemeindegebieten von Kirchberg und Zwentendorf. Es wurde 1976 in Betrieb genommen und hat eine Leistung von 328 Megawatt. Auch Beherbergung ist vertreten, allerdings in überschaubarem Umfang: In der Sommersaison 2024 wurden zwölf Betriebe mit zusammen 70 Gästebetten erfasst. Darunter waren Hotels, Privatquartiere und private Ferienwohnungen.
Obstvielfalt im öffentlichen Raum
Ein Spaziergang vom Markt zum Alchemistenpark führt zu einer besonderen Form öffentlicher Grünanlage. Hier wachsen seit 2007 zahlreiche Obstgehölze; neben vertrauten Früchten findet man etwa Indianerbananen und Maulbeeren. Die Anlage macht den Anbau unterschiedlicher essbarer Pflanzen zum Thema und bietet damit auch Anregungen für den eigenen Garten. Ein naturnaher Spielplatz ergänzt den Park als Treffpunkt für Familien. Das Gelände ist ganzjährig frei zugänglich, außerdem werden Führungen zur Obstvielfalt angeboten. Vom Bahnhof sind es zu Fuß etwa eineinhalb Kilometer. Zum Bildungsangebot der Gemeinde gehören Volksschule, Mittelschule und ein angeschlossenes Polytechnikum; die Schulen ergänzen die zentralen Einrichtungen des Marktorts.
Kirche und Markttradition
Über dem Ort steht die Pfarrkirche St. Stephan, zugleich Wallfahrtskirche Maria Trost. Die heutige Verbindung beider Namen entstand, nachdem die Gnadenstatue 1787 aus der aufgehobenen Maria-Trost-Kirche in die Pfarrkirche übertragen worden war. Der Kirchenstandort am Wagram ist spätestens 1147 belegt; das gotisch geprägte Gebäude wurde im 18. Jahrhundert barock umgestaltet. Für den Marktverkehr gibt es Belege aus dem Jahr 1222, als Kirchberg auch als Mautstelle genannt wird. Die große heutige Gemeinde entstand durch Zusammenschlüsse 1968 und die Eingemeindung Altenwörths 1972. Wie stark sich die Lebensbedingungen ihrer Ortsteile unterscheiden, zeigte das Hochwasser 2002, das besonders die südlichen Siedlungen traf.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kirchberg am Wagram – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Ein Blick auf die Gemeinde, G8.1 Tourismus
- Land Niederösterreich – Gemeindestatistik
- Gemeinde – Alchemistenpark
- Gemeinde – Wallfahrtskirche Maria Trost
- VERBUND – Donaukraftwerk Altenwörth
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse (Gebietsstand 2026)
Stand der Angaben: 09.10.2026
