FELS AM WAGRAM KENNENLERNEN
Weinorte an der Lösskante
Fels am Wagram liegt an einer markanten Lösskante über dem Tullnerfeld, wo Weingärten und Kellergassen die Kulturlandschaft prägen. Die Marktgemeinde im Bezirk Tulln zählt 2.533 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026); ihre Fläche beträgt 29,52 Quadratkilometer.
Vier Orte an der Geländestufe
Fels am Wagram, Gösing am Wagram, Stettenhof und Thürnthal bilden gemeinsam die Marktgemeinde. Am Nordrand des Tullnerfelds steigt das Land zum Wagram an; auf der Lösshochfläche zwischen Fels und Gösing liegen sieben Kellergassen. Zu ihnen zählen Hammergraben, Dorner, Mitterweg und Floss. Die Keller und Hohlwege machen sichtbar, wie die Nutzung des Bodens auch die gebaute Landschaft verändert hat. In den Ortskernen setzen die Pfarrkirchen weitere Orientierungspunkte: In Fels ist die Kirche der heiligen Margaretha geweiht, in Gösing Johannes dem Täufer. Die Kirche in Gösing wurde 1671 errichtet.
Betriebe und Weinwirtschaft
Die Agrarstrukturerhebung 2020 zählte in Fels am Wagram 95 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon 34 im Haupterwerb. 2010 waren es noch 125 Betriebe insgesamt gewesen. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Betriebsgröße von 13,2 auf 19,3 Hektar. Die Zahlen beschreiben damit für diesen Zeitraum weniger, im Durchschnitt aber größere Betriebe. Ein örtliches Beispiel für die Verbindung von Produktion und Bewirtung ist Weinbau und Heuriger Frauenhofer in der Kellergasse Floss, den die Gemeinde in ihrem Unternehmensverzeichnis führt. Über die Weinwirtschaft hinaus zeigt die Arbeitsstättenzählung 2024 einen Schwerpunkt bei Dienstleistungen: Dieser Bereich stellte 66,1 Prozent der insgesamt 171 Arbeitsstätten einschließlich des primären Sektors. Von den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 80,3 Prozent zur Arbeit aus.
Schloss Thürnthal und seine Architektur
In Thürnthal steht eine Schlossanlage, deren Architektur barocke Formen mit antiken Vorbildern verbindet. Ein trockengefallener Wassergraben umgibt den viergeschossigen Bau; vor seiner Ostseite führt eine Lindenallee auf das Gebäude zu. Im Inneren sind unterschiedliche Ausbaustufen erhalten: Reich verzierte Prunkräume stehen einem Festsaal gegenüber, der als barocke Baustelle überliefert ist. Gerade dieses Nebeneinander lässt erkennen, wie weit die geplante Ausstattung reichte und wo sie unvollendet blieb. Der Schlossbau setzt damit einen eigenen architektonischen Schwerpunkt in der Gemeinde. Er zeigt eine andere Seite der Ortsgeschichte als die zweckgebundenen Keller der Weinwirtschaft. Auch die Schlosskapelle mit ihrer Marmorausstattung gehört zu den erhaltenen künstlerischen Besonderheiten des Gebäudes.
Alltag und Wege in die Region
Kindergarten, Volksschule und Mittelschule gehören zu den Einrichtungen der Gemeinde. Über den Bahnhof Fels am Wagram bestehen Bahnverbindungen nach Krems und Wien; die Kamptalstraße B34 stellt die Straßenverbindung zur Stockerauer Schnellstraße S5 her. Für Wege in der näheren Umgebung bietet der Hammergraben einen Lösshohlweg mit Wein- und Naturlehrpfad. Der Felser See hat dagegen einen anderen Charakter: Der frühere Baggerteich wurde für private Wohnbebauung erschlossen, wobei mit den Grundstücken auch Seeanteile verbunden sind. Er ist kein öffentlich zugänglicher Badesee.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fels am Wagram – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Agrarstrukturerhebung 2020
- Fels am Wagram – Weinbau und Heuriger Frauenhofer
- Gemeinde Fels – Schloss Thürnthal
- Gemeinde Fels – Kellergasse Hammergraben
- Statistik Austria – Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse (Gebietsstand 2026)
Stand der Angaben: 09.10.2026
