KÖNIGSBRUNN AM WAGRAM KENNENLERNEN
Am Wagram, zwischen Wein und weitem Land
Am Rand der Wagramkante öffnet sich der Blick über das Tullnerfeld: In Königsbrunn am Wagram treffen Weingärten, offene Ackerflächen und Auwald auf engem Raum zusammen. Die Marktgemeinde im Bezirk Tulln zählt 1.456 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 28,59 Quadratkilometer.
Vom Tullnerfeld hinauf zum Wagram
Das Gemeindegebiet reicht vom Tullnerfeld im Süden bis zu den höher gelegenen Weinlagen im Norden. Auf den flacheren Flächen liegen Felder, am Wagram stehen Reben. Nach Süden geht das Ackerland in Auwald über; ein kleiner Teil der Gemeinde liegt sogar südlich der Donau. Die sechs Ortschaften Bierbaum am Kleebühel, Frauendorf an der Au, Hippersdorf, Königsbrunn, Utzenlaa und Zaußenberg verteilen sich über dieses Gebiet. Wer die gesamte Gemeinde kennenlernen möchte, bewegt sich deshalb zwischen mehreren Dorfkernen und unterschiedlichen Landschaftsräumen.
Weinbau prägt Betriebe und Alltag
2024 zählte Königsbrunn 114 Arbeitsstätten. Gut ein Drittel gehörte zum primären Sektor, zu dem die Land- und Forstwirtschaft zählt; 57 Prozent entfielen auf Dienstleistungen. Sichtbar verbindet sich beides beim Weinbau und bei den Heurigen. Im Kalender 2026 stehen unter anderem M. Mayer, Schachinger und Lutzmayer-Muik. Das Weingut Stefan Bauer öffnet seinen Heurigen dreimal im Jahr und serviert auch Wildgerichte und Forellen aus der Region. Die zeitlich begrenzte Bewirtung ergänzt Erzeugung und Weinverkauf. Für Gäste bedeutet das wechselnde Besuchsmöglichkeiten statt eines durchgehend geöffneten Lokals. Außerhalb der Weinlagen bildet die Feldwirtschaft einen weiteren Teil der örtlichen Landwirtschaft.
Ein Dorfkern mit Brunnen und Kirche
Ein Brunnen im Dorfzentrum greift die Legende auf, der Königsbrunn seinen Namen verdanken soll: Ein König habe hier Rast gemacht und seinen Durst gestillt. Die Pfarrkirche Johannes der Täufer steht auf einer Anhöhe des Wagrams. Heute ist sie auch eine Station für Pilger: Der Jakobsweg Weinviertel führt durch die Pfarre, die Kirche ist tagsüber geöffnet. Einen Pilgerstempel gibt es in der Friedenskapelle beim Friedhof. Das Pfarrblatt „Miteinander“ verbindet die Orte des Pfarrverbandes Wagram-Au und erscheint viermal im Jahr.
Ein offener Blick als kultureller Ort
Beim Wagramfenster wird die Landschaft selbst zum Gegenüber einer Bühne. Martin und Werner Feiersinger entwarfen die 2014 fertiggestellte begehbare Skulptur am Hausberg. Ihre überdachte Fläche lässt sich für Musik, Theater oder Weinverkostungen nutzen; außerhalb von Veranstaltungen dient sie als Aussichtspunkt. Der Blick reicht über die Dächer und Felder bis zur Donau. Das Bauwerk ist auch eine Station des 2,1 Kilometer langen „Tut gut!“-Schrittewegs. Die Runde beginnt am Parkplatz in der Kellergasse, führt am Spielplatz vorbei zum Wagramfenster und weiter durch die Weinberge. Über den Riedenwanderweg kehrt sie zum Ausgangspunkt zurück. Damit lässt sich die Wagramkante bei einem kurzen Spaziergang erkunden. Der Entwurf verbindet die Arbeit eines Architekten mit jener eines Bildhauers und gibt der Bühne zugleich eine eigenständige räumliche Gestalt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Königsbrunn am Wagram – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Wagramfenster
- Heurigenkalender 2026
- Weingut Stefan Bauer
- Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich: Wagramfenster
- Tut gut: Schritteweg Königsbrunn
- STATISTIK AUSTRIA: Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse
- Pfarre Königsbrunn
Stand der Angaben: 09.10.2026
