LANGENROHR KENNENLERNEN
Langenrohr: am Fluss und nahe Tulln
Die Große Tulln zieht mitten durch Langenrohr und verbindet die Marktgemeinde mit der offenen Landschaft des Tullnerfelds. Tulln liegt nur wenige Kilometer nordöstlich; Donauauen und Radwege gehören zum örtlichen Erholungsraum. Langenrohr zählt 2.573 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 22,60 Quadratkilometer.
Eine Gemeinde entlang des Flusses
Langenrohr besteht aus fünf Ortschaften: Asparn, Kronau, Langenrohr, Langenschönbichl und Neusiedl. Im ebenen Tullnerfeld liegen Felder, Siedlungen und Wasserläufe eng beieinander. Rund 18 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Südwestlich des Hauptortes befindet sich der Bahnhof Tullnerfeld in der Nachbargemeinde Michelhausen. Für die Orientierung sind damit zwei verschiedene Richtungen wichtig: nach Nordosten zur nahen Stadt Tulln und nach Südwesten zum Anschluss an die Westbahn. Die Große Tulln selbst durchfließt den Ort auf ihrem Weg zur Donau.
Dienstleistungen und regionale Erzeugnisse
In Langenrohr wurden 2024 insgesamt 223 Arbeitsstätten mit 1.007 Beschäftigungsverhältnissen gezählt. Auf Dienstleistungen entfielen 76,2 Prozent der Arbeitsstätten und 84,5 Prozent der Beschäftigung. Landwirtschaft und Direktverkauf bleiben dennoch vor Ort greifbar. Der Hofladen Kienbeck verkauft Eier und verschiedene Kartoffelsorten aus eigener Erzeugung; das Angebot verbindet Feldwirtschaft und Tierhaltung mit dem unmittelbaren Verkauf an Kunden. Wein und Bewirtung bieten außerdem mehrere Heurigenbetriebe an. Der Kalender 2026 nennt etwa Henninger in der Kirchenstraße in Langenrohr und Marschall in der Hauptstraße von Langenschönbichl. Für Besucher verteilen sich die Einkehrmöglichkeiten damit auf mehr als einen Ortsteil; ihre Öffnungszeiten wechseln mit den Aussteckterminen.
Josef Reither und die Geschichte der Region
Das Josef-Reither-Museum setzt sich mit einem Politiker auseinander, dessen Laufbahn in Langenrohr begann. Reither war hier Bürgermeister und später dreimal niederösterreichischer Landeshauptmann. Die Ausstellung behandelt sein Wirken ebenso wie die politischen Umbrüche seiner Lebenszeit, darunter den Nationalsozialismus und seine Haft in einem Konzentrationslager. Fotografien, Originalgegenstände und interaktive Stationen geben Einblick in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der zeitliche Rahmen reicht über Reithers Tod 1950 hinaus bis zum Staatsvertrag von 1955. Das Museum befindet sich in der Josef-Reither-Straße und verbindet damit die Erinnerung an eine örtliche Persönlichkeit mit österreichischer Zeitgeschichte.
Ortsleben zwischen Radweg und Kirche
Mit dem Fahrrad lässt sich die Gemeinde entlang der Großen Tulln und über den Donauradweg erkunden. Als weitere Route nennt die Gemeinde den Franz-Schubert-Radweg. Für mehrtägige Fahrten gibt es Unterkünfte etwa in Langenschönbichl und Asparn. Wer im Hauptort Halt macht, findet mit der Pfarrkirche einen anderen Schwerpunkt: Zur spätbarocken Grundgestalt treten Elemente des 19. und 20. Jahrhunderts. Im Inneren gehören Altäre, Kanzel, Empore und Deckenfresken zu den sehenswerten Teilen. Das Ortsleben beschränkt sich aber nicht auf Ausflüge. Zwei Kindergärten und eine Volksschule sind Teil der Grundversorgung; Sportvereine bieten unter anderem Fußball, Tennis, Kegeln und Wassersport an. Der 1947 gegründete Fußballverein ist dabei eine der langjährigen örtlichen Einrichtungen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Langenrohr – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Josef Reither Museum
- Allgemeine Information: Kirche und Naturraum
- Hofladen Kienbeck
- Heurigenkalender Niederösterreich: Langenrohr
- STATISTIK AUSTRIA: Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 09.10.2026
