GROSSRIEDENTHAL KENNENLERNEN
Weinbau am sonnseitigen Wagram
Der Gießbach zieht durch Großriedenthal vom nordwestlichen Hügelland in die Ebene und trennt zugleich Weinlagen am sonnseitigen Hang von den Ackerflächen im Süden. Die Gemeinde im Bezirk Tulln hat 994 Einwohner (1. Jänner 2026) und 18,83 km² Fläche. Zu ihr gehören Großriedenthal, Neudegg und Ottenthal.
Drei Dörfer in einer offenen Landschaft
Großriedenthal, Neudegg und Ottenthal sind zugleich die drei Ortschaften und die drei Katastralgemeinden. Kirchberg am Wagram liegt rund acht Straßenkilometer südlich des Hauptorts. Der Gießbach durchzieht das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten; besonders die Hänge an seinem linken Ufer werden für den Weinbau genutzt. Neben den Reben fallen die weiten Ackerflächen auf, während Wald nur einen kleinen Teil des Gebiets bedeckt. Zu den örtlichen Sportvereinen gehören der USV und der Tennisverein Großriedenthal. Für die jüngsten Einwohner stehen im Hauptort ein Landeskindergarten und eine Tagesbetreuungseinrichtung zur Verfügung. Beide befinden sich am selben Standort.
Landwirtschaft und auswärtige Arbeitsplätze
Die Landwirtschaft hat in Großriedenthal auch als Arbeitsort erhebliches Gewicht. Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 105 Arbeitsstätten; 57,1 Prozent davon gehörten zum primären Sektor. Von den insgesamt 190 Beschäftigungsverhältnissen entfielen 48,9 Prozent auf diesen Bereich und 45,8 Prozent auf Dienstleistungen. Die gesonderte Agrarerhebung 2020 zählte 82 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Zugleich pendelten 2024 von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde 75,8 Prozent über die Gemeindegrenze aus. Konkrete Beispiele im kommunalen Betriebsverzeichnis sind das Bioweingut Josef Hummel in Neudegg und die Kraft Bau GmbH in Ottenthal. In Neudegg ist außerdem eine Baumschule verzeichnet.
Alltagsgeschichte im alten Hof
Das Museum der einfachen Dinge an der Hauptstraße 59 lenkt den Blick auf Gegenstände, die früher im Haushalt und bei der bäuerlichen Arbeit gebraucht wurden. Auch das Gebäude gehört zur Geschichte der Sammlung: Aus einem Rittergut wurde nach einer Umgestaltung in der Renaissance später ein großer Bauernhof. Die Familie Perlaki übernahm das Anwesen in den frühen 1990er Jahren und richtete dort das Museum ein. Die überlieferte Bausubstanz und die historischen Gebrauchsgegenstände lassen sich deshalb gemeinsam betrachten. Für einen Besuch ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich. Das Museum ergänzt die Kirchen in Großriedenthal und Ottenthal um einen Zugang zur Vergangenheit, der den täglichen Gebrauch der Dinge in den Vordergrund stellt.
Der Hausberg als Kultur- und Naturort
Der Hausberg nördlich des Orts erinnert an eine mittelalterliche Befestigung; eine Holzburg ist für 1285 überliefert. Heute lohnt die Erhebung auch wegen ihrer Umgebung einen Abstecher. Am nördlichen Zugang liegen Trockenrasen, auf denen unter anderem Kuhschellen und Federgras vorkommen. Solche offenen, trockenen Flächen bieten wärmeliebenden Arten wie der Gottesanbeterin Lebensraum. Vom öffentlich zugänglichen Hausberg fällt der Blick auf Großriedenthal und die angrenzenden Äcker. Der Ort vereint damit zwei unterschiedliche Beobachtungen auf engem Raum: ein von Menschen geschaffenes Erdwerk und eine besondere Vegetation an seinen Hängen. Die erste Erwähnung Großriedenthals selbst reicht in das Jahr 1110 zurück.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Großriedenthal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Land Niederösterreich – Gemeindestatistik
- Museumsmanagement NÖ – Museum der einfachen Dinge
- Region Wagram – Hausberg Großriedenthal
- Gemeinde – Betriebe
- Gemeinde – Bildungseinrichtungen
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse (Gebietsstand 2026)
Stand der Angaben: 09.10.2026
