KLOSTERNEUBURG KENNENLERNEN
Klosterneuburg zwischen Stift, Forschung und Donau
Klosterneuburg liegt zwischen Donau und Wienerwald unmittelbar nördlich von Wien. Das Augustiner-Chorherrenstift prägt die Silhouette der Stadt, während sieben Katastralgemeinden vom Donauufer bis zu bewaldeten Höhen reichen. Die Stadtgemeinde im Bezirk Tulln hat 28.153 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 76,24 Quadratkilometern.
Stadt zwischen Fluss und Wald
Kierling und Weidling ziehen sich vom Hauptort in die Wienerwaldtäler. Kierling liegt etwa vier Kilometer westlich des Stadtkerns; Bach und B14 durchqueren die lang gestreckte Siedlung, an die Maria Gugging anschließt. Höflein und Kritzendorf liegen dagegen unmittelbar an der Donau. Zusammen mit Weidlingbach und dem Hauptort bilden diese Orte die sieben Ortschaften der Stadtgemeinde. Teile der Waldlandschaft gehören zum Naturpark Eichenhain. Der Fluss ist nicht überall die Gemeindegrenze: Auch kleine Flächen auf der gegenüberliegenden Seite und ein nördlicher Abschnitt der Donauinsel zählen zu Klosterneuburg. Diese Grenzziehung geht auf Veränderungen des Donaulaufs zurück.
Forschung, Weinbau und Dienstleistungen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 3.306 Arbeitsstätten und 11.397 Beschäftigungsverhältnisse in Klosterneuburg. 90,6 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im Dienstleistungssektor. Dazu gehört auch wissenschaftliche Arbeit: Am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Maria Gugging forschen internationale Teams in Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Der 2009 eröffnete Campus verbindet theoretische und experimentelle Forschung mit der Ausbildung von Doktoranden. Einen anderen Schwerpunkt bildet der Weinbau: Unter dem barocken Stiftstrakt reifen Weine aus den stiftseigenen Lagen in Wien und Niederösterreich. Weinverarbeitung und wissenschaftliche Einrichtungen erfüllen damit sehr unterschiedliche Aufgaben innerhalb derselben Stadt; die Dienstleistungszahlen umfassen weit mehr als Geschäfte und Gastronomie.
Stift und Stadt
Leopold III. und Agnes von Waiblingen stifteten im frühen 12. Jahrhundert das Kloster; 1114 wurde der Grundstein für die Stiftskirche gelegt. Seit 1133 leben hier Augustiner-Chorherren. Der Verduner Altar von 1181 gehört zu den Kunstwerken, die im Stift erhalten sind. Auch die Gliederung in eine obere und eine untere Stadt reicht ins Mittelalter zurück: Bei Angriffen suchten die Bewohner Schutz in der stärker befestigten Oberen Stadt. 1938 verlor Klosterneuburg seine Selbständigkeit und bildete mit den umliegenden Orten den 26. Wiener Gemeindebezirk. Seit 1954 gehört es wieder zu Niederösterreich.
Baden, Wege und Kultur
Die Franz-Josefs-Bahn erschließt den Donauraum mit Stationen von Klosterneuburg-Weidling bis Höflein; Busse ergänzen die Verbindung nach Wien. Kulturelle Ziele liegen über mehrere Ortsteile verteilt. Neben dem Stift mit seinen Kunstsammlungen gibt es das Stadtmuseum und in Maria Gugging ein Museum für die Kunst der dortigen Künstler. Die Babenbergerhalle dient als Veranstaltungshaus. Am Fluss prägt eine andere Art von Architektur das Freizeitbild: Im städtischen Strandbad bestehen neben Schwimmbecken und Donau-Altarm auch historische Kabinen und Badehäuschen. Das Bad wird seit 1913 von der Stadt geführt. Im Strombad Kritzendorf und in den Wochenendkolonien ist ebenfalls die Geschichte der Sommerfrische sichtbar. Kulturangebote und Badeanlagen erschließen somit unterschiedliche Seiten der Stadt, von kirchlichen Sammlungen bis zu den Freizeitbauten am Wasser.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Klosterneuburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- ISTA – At a Glance
- Stadtgemeinde Klosterneuburg – Kierling
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Stadtgemeinde – Stiftsmuseum
- Stadtgemeinde – Strandbadgeschichte
- Stift Klosterneuburg – Kelleranlagen
- Stift – Zeittafel
- Stadtgemeinde – Stadtgeschichte
Stand der Angaben: 09.10.2026
