WÖLLERSDORF-STEINABRÜCKL KENNENLERNEN
Wöllersdorf-Steinabrückl: Stein, Industrie und zwei Ortsteile
Wöllersdorf-Steinabrückl verbindet zwei Ortsteile am Übergang vom Wiener Becken zu den Fischauer Vorbergen. Die Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt zählt am 1. Jänner 2026 amtlich 5.086 Einwohner und umfasst 14,53 Quadratkilometer.
Zwei Ortsteile am Rand des Steinfeldes
Wöllersdorf-Steinabrückl liegt im Industrieviertel zwischen Wiener Neustadt und den Ausläufern der Fischauer Vorberge. Die Marktgemeinde besteht aus den beiden Ortschaften Wöllersdorf und Steinabrückl; zusammen umfasst sie 14,53 Quadratkilometer. Wald nimmt einen erheblichen Teil des Gemeindegebiets ein, während die Siedlungen und Verkehrsachsen im Talraum liegen. Die Bahnverbindungen entstanden schrittweise: Leobersdorf–Gutenstein wurde 1877 eröffnet, Bad Fischau–Wöllersdorf 1897 und die Strecke von der Feuerwerksanstalt nach Steinabrückl 1900. Die Linien erschlossen beide Ortsteile. Die beiden Ortsteile haben eigene Kirchen, Vereine und Erinnerungsorte und bleiben dennoch über gemeinsame kommunale Einrichtungen verbunden. In beiden Ortsteilen gibt es eine Bürgerservicestelle.
Steinbrüche und industrielle Geschichte
Der Wöllersdorfer Stein wurde über lange Zeit für Bauwerke verwendet. Die Gemeindeseite nennt unter anderem die Votivkirche und die Festungsanlage Wiener Neustadt als Beispiele. An die Arbeit im Steinbruch erinnert eine Gedenkstätte mit Kreuz und Exponaten an der B 21; sie wurde 1988 eingerichtet. Ein anderer Teil der Industriegeschichte liegt in der ehemaligen Feuerwerksanstalt, deren Munitionsproduktion während des Ersten Weltkriegs viele Beschäftigte und Arbeiterfamilien in die Gegend brachte. Der Kriegerfriedhof in Steinabrückl hält die Herkunft der dort bestatteten Kriegstoten aus verschiedenen Teilen der Monarchie fest. Diese Orte erklären, warum Wöllersdorf nicht nur eine Geschichte von Wohnen und Landwirtschaft hat.
Betonfertigteile und regionale Arbeitswege
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Wöllersdorf-Steinabrückl 361 Arbeitsstätten mit 2.116 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort. 47,2 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im sekundären Sektor; zugleich pendelten 83,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. MABA nahm 1925 in Wöllersdorf die Fertigung von Betonfertigteilen auf. Heute hat das Unternehmen dort seinen Sitz; sein Produktprogramm umfasst Bauteile für Infrastruktur und Tunnelbau. Die Firmengeschichte führt von frühen Betonmasten zu spezialisierten Fertigteilen. Die Statistik beschreibt Arbeitsplätze am Standort und nicht die Zahl der in der Gemeinde wohnenden Beschäftigten.
Höhlturm und Kloster im Ortsbild
Der Höhlturm über Wöllersdorf gilt der Gemeinde als Wahrzeichen. Er wurde im 15. Jahrhundert zum Schutz des Höhleneingangs errichtet; ein Teil der Höhle, der sogenannte Tanzsaal, ist zugänglich. Der Turm steht hoch über dem Ort am Eingang des Piestingtals. Nach der Renovierung kann er wieder betreten werden und bietet einen Blick über Wöllersdorf. Das Immaculata-Kloster geht auf ein Herrenhaus zurück, das der Steinbruchbesitzer Carl Vogl 1842 erbauen ließ. Die Steyler Missionsschwestern gründeten dort 1924 ihr Kloster; später waren im Gebäude unter anderem eine Haushaltsschule und eine Krankenpflegestation untergebracht. So sind ältere Ortsgeschichte und die frühere Steinbruchwirtschaft an Bauwerken ablesbar, die im heutigen Wöllersdorf noch stehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wöllersdorf-Steinabrückl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Wöllersdorf-Steinabrückl - Marktgemeinde
- Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Wöllersdorf-Steinabrückl
- MABA – Rund um unser Unternehmen
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 09.10.2026
