GROSSHOFEN KENNENLERNEN
Großhofen: Dorfanger im Marchfeld
Großhofen ist eine Gemeinde im Bezirk Gänserndorf. Zum 1. Jänner 2026 zählte sie 114 Einwohner; das Gebiet umfasst 6,18 Quadratkilometer. Felder und Rußbach liegen in der Marchfelder Ebene.
Der Anger zwischen Feldern und Rußbach
Großhofen ist als Angerdorf angelegt: Die Häuser reihen sich um einen länglichen Freiraum, an dessen Mitte die Ortskapelle steht. Das Gemeindegebiet liegt in der offenen Marchfelder Ebene; rund 94 Prozent seiner Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Der Rußbach verläuft entlang der nördlichen Gemeindegrenze. Der Hauptort liegt 153 Meter über dem Meeresspiegel; Wald bedeckt nur 0,05 Prozent des Gemeindegebiets. Das Land beschreibt den Ort als Längsangerdorf: Die nördliche Randstraße ist locker bebaut, die südliche geschlossen mit eingeschossigen, traufständigen Häusern. Zwerchhöfe bilden meist Gassenfronten, zum Teil mit Längslauben; eine kleine Siedlungserweiterung liegt am südlichen Ortsrand.
Die Kapelle am Dorfplatz
Die Ortskapelle ist dem heiligen Laurentius geweiht. Errichtet wurde sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ihre schlicht gegliederte Fassade besitzt Ovalfenster; über einem schmalen umlaufenden Gesims schwingt der Giebel nach oben. Der Chor schließt gerade, ein kleiner Glockenturm sitzt auf dem Bau. Ein Bild des heiligen Laurentius stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kirchlich gehört die Kapelle zur Pfarre Markgrafneusiedl, die seit dem 12. Jahrhundert besteht und auch die Filialkirche Glinzendorf umfasst. Die Erzdiözese führt die Kapelle als eigenen Gottesdienstort.
Ein Dorf unter wechselnden Herrschaften
Die erste urkundliche Erwähnung Großhofens stammt aus dem Jahr 1316. Eine Beschreibung von 1822 nennt 18 Häuser; die Bewohner gingen nach Markgrafneusiedl zur Kirche, und auch die Kinder wurden dort eingeschult. Die Herrschaft Groß-Enzersdorf übte damals die Ortsobrigkeit aus, führte die Konskription und besaß die Grundherrschaft. Von 1938 bis 1954 gehörte Großhofen als Teil des neu geschaffenen 22. Wiener Gemeindebezirks zu Groß-Wien. Das österreichische Adressbuch verzeichnete 1938 im Ort einen Gastwirt, einen Schuster sowie einen Landwirt, der seine Erzeugnisse direkt verkaufte.
Landwirtschaft und Pendelwege
Die Landwirtschaft prägt Großhofens Flächennutzung und Erwerbsstruktur. 2010 gab es fünf landwirtschaftliche Betriebe, alle im Haupterwerb; 2020 waren sieben land- und forstwirtschaftliche Betriebe verzeichnet. 2011 entfielen von 27 Arbeitsplätzen sieben auf die Landwirtschaft, sieben auf das Baugewerbe und 13 auf Dienstleistungen. Die Landesstatistik zählte 2021 insgesamt 43 Arbeitsplätze, darunter fünf im primären, 16 im sekundären und 22 im tertiären Sektor. 41 Auspendlern standen 27 Einpendler gegenüber. Auch der Gebäudebestand nahm zu: 45 Gebäude und 49 Wohnungen waren 2021 registriert, gegenüber 38 Gebäuden und 43 Wohnungen im Jahr 2011.
Eine Wahlurne als Museumsobjekt
Die Gemeinde kaufte ihre hölzerne Wahlurne 1999 an; sie blieb bis 2017 in Gebrauch. Bei der Nationalratswahl dieses Jahres gingen 56 von 63 Wahlberechtigten zur Urne, eine Beteiligung von 88,9 Prozent. Großhofen schenkte die Urne dem Haus der Geschichte Österreich. Dort erhielt sie als Inventarnummer 000.001 den ersten Platz in der Sammlung, die Demokratiegeschichte sichtbar machen soll.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Großhofen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Großhofen
- Amt der Niederösterreichischen Landesregierung – UVP-Teilgutachten Raumordnung, Landschafts- und Ortsbild
- Erzdiözese Wien – Pfarre Markgrafneusiedl
- Land Niederösterreich – Gemeindestatistik Großhofen
- Haus der Geschichte Österreich – Wahlurne der Gemeinde Großhofen
Stand der Angaben: 08.10.2026
