GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Glinzendorf

Ein Marchfeldort zwischen mittelalterlicher Dorfkirche und erneuerbarer Energie

GEMEINDEKENNZIFFER30819
Filialkirche hl. Katharina in Glinzendorf.
Filialkirche hl. Katharina in Glinzendorf. · Foto: Linie29 · „Glinzendorf Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
366
01.01.2026
Fläche
10,43 km²
Bevölkerungsdichte
35,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2280
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GLINZENDORF KENNENLERNEN

Glinzendorf: Anger, Rußbach und ein Windpark

Glinzendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Gänserndorf. Auf 10,43 Quadratkilometern leben 366 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Siedlung liegt in der offenen Ebene des Marchfelds.

Äcker am Rand des Rußbachs

Glinzendorf gehört zur offenen Marchfelder Ebene. Landwirtschaftliche Nutzflächen umfassen 93 Prozent des Gemeindegebiets, Wald rund ein Prozent. Der Rußbach zieht durch den nordöstlichen Teil der Gemeinde; seine Ufer begleiten auch den Marchfeld-Radweg. Der Ort selbst ist als Angerdorf angelegt. In seiner Mitte steht die Filialkirche. Im Osten führt die Marchegger Ostbahn am Ort vorbei; die Haltestelle Glinzendorf liegt an der Verbindung zwischen Wien und Marchegg.

Die Kirche der heiligen Katharina

Die Filialkirche ist der heiligen Katharina geweiht und gehört zur Pfarre Markgrafneusiedl. Langhaus und Chor stammen im Kern aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die romanische Anlage wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert; der klassizistische Hochaltar kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts hinzu. Sein Altarbild zeigt die Vermählung der heiligen Katharina. Auch Seitenaltäre und Kanzel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Eine Orgel von Franz Ullmann ist auf 1842 datiert. Der kleine Friedhof schließt unmittelbar an die Kirche an. Dort erinnert eine Gedenkstätte an die Kämpfe im Marchfeld von 1809; die Gemeinde führt außerdem ein Franzosengrab und ein Kaiser-Franz-Josef-Denkmal als Sehenswürdigkeiten.

Zwischen Urkunde und Schlachtfeld

Die erste urkundliche Nennung Glinzendorfs stammt aus dem Jahr 1380. Bei der Schlacht von Wagram geriet der Ort am 5. Juli 1809 unter französische Kontrolle. Am Abend überschritten die französischen Truppen den Rußbach; am folgenden Tag nahmen österreichische Soldaten unter General Radetzky den Ort vorübergehend ein, mussten sich aber wieder zurückziehen. Glinzendorf lag im Kernbereich der Kämpfe, die sich über mehrere Marchfeldorte erstreckten. 1938 wurde die Gemeinde in das vergrößerte Wien eingemeindet; 1954 kam sie im Zuge der Gebietsänderung wieder zu Niederösterreich. Für 1938 verzeichnet das österreichische Adressbuch neben zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben unter anderem einen Gastwirt, einen Gemischtwarenhändler, einen Müller, einen Sattler, zwei Schmiede und einen Schneider.

Landwirtschaft und Windenergie

Die Agrarwirtschaft blieb lange der prägende Erwerbszweig. 2010 zählte Glinzendorf 29 landwirtschaftliche Betriebe, davon 23 im Haupterwerb. In der Arbeitsstättenzählung 2001 waren acht nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten erfasst. Einen sichtbaren Wandel brachte der Windpark nördlich des Rußbachs: Wien Energie und EVN nahmen ihn 2012 mit neun Anlagen und rund 18 Megawatt Gesamtleistung in Betrieb. Die Errichtung dauerte sechs Monate. Die neun Senvion-Anlagen des ersten Ausbaus verfügen über 100 Meter Nabenhöhe und Rotoren mit 92,5 Metern Durchmesser. 2016 und 2019 kam jeweils eine Anlage hinzu; seither umfasst der Windpark elf Turbinen mit 22,6 Megawatt Leistung. Er liegt bei der Gemeindegrenze zu Markgrafneusiedl, in der Ried Spitzäcker.

Ein Bildungsstandort für vier Gemeinden

Nach der Schließung der Volksschule 1965 entstand in Glinzendorf ein Landeskindergarten für Glinzendorf, Großhofen, Markgrafneusiedl und Raasdorf. 2019/20 wurde er generalsaniert und mit Bewegungsräumen, Bibliothek und Aufzug erweitert; im September 2024 kam eine weitere Gruppe hinzu.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Glinzendorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung261
31.10.2021 · Registerzählung344
01.01.2026 · Bevölkerungsstand366

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
142
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Glinzendorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.