GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Raasdorf

Raasdorf verbindet dörfliche Struktur mit einer Geschichte zwischen Pfarrkirche, Landwirtschaft und Verkehrswegen.

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Pfarrkirche Sankt Magdalena in Raasdorf
Pfarrkirche Sankt Magdalena in Raasdorf · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Raasdorf - Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
750
01.01.2026
Fläche
13,21 km²
Bevölkerungsdichte
56,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2281
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

RAASDORF KENNENLERNEN

Raasdorf: Am Anger zwischen Wien und Marchfeld

Raasdorf liegt am Rand des Marchfeldes direkt an der Wiener Stadtgrenze. 750 Menschen lebten am 1. Jänner 2026 in der Gemeinde, deren Fläche 13,21 Quadratkilometer beträgt. Das Angerdorf bewahrt seine landwirtschaftliche Struktur am Wiener Stadtrand.

Angerdorf und Ortsgemeinde

1160 erscheint Raasdorf als Rechelinsdorf und gehörte damals zum Freisinger Besitz. Der Ortskern folgt der Form eines Angerdorfes: Die Dorfkirche steht mitten im Siedlungsraum, um den sich Höfe und Straßen ordnen. 1265 kaufte die Gemeinde die Donauinsel Kleinwerd von Leopold von Sachsengang für acht Wiener Pfund. Die Raasdorfer Au lag in der heutigen Katastralgemeinde Mühlleiten und diente als Holzschlag, Jagdgebiet und Waldweide. Historisch war Raasdorf lange der Pfarre Groß-Enzersdorf zugeordnet. Erst 1749 wurde es zur selbständigen Pfarre erhoben. Karotten, Zwiebeln, Spargel und Erdbeeren werden in Raasdorf geerntet, verarbeitet und vertrieben.

Kirche der heiligen Magdalena

Die Pfarrkirche ist der heiligen Magdalena geweiht. Laut der von der Gemeinde wiedergegebenen Denkmalbeschreibung gehören ihre ältesten Bauteile in die Zeit von Romanik und Frühgotik, etwa zwischen 1160 und 1250. Über Jahrhunderte kamen gotische, barocke und klassizistische Elemente hinzu. Eine Freskoaufschrift am Triumphbogen erinnert an eine Instandsetzung nach einer Zerstörung von 1736. Am 7. Juni 1834 brannten Kirche und Turm bis zu den Gewölben aus; im selben Brand wurde das ganze Dorf zerstört. 1835 zählte Raasdorf 45 Häuser und 430 Einwohner. Das Kirchendach und die Turmbedachung wurden bis September 1835 erneuert. Zwei der drei Glocken entstanden 1949 neu, das Läutwerk wurde 1962 installiert. Zwischen 1987 und 2003 wurden Kirche und Altar renoviert.

Erinnerungen an Gefahren

Zwei kleine Denkmale erzählen von Unfällen, die sich im bäuerlichen Arbeitsalltag ereigneten. 1882 geriet der Bauer Michael Theuringer durch sein eigenes Schwerfuhrwerk in Lebensgefahr und ließ anschließend eine Kapelle errichten. Die Familie Niedermayer kümmert sich laut Gemeinde seit Jahrzehnten um deren Erhaltung; 1982 wurde sie erstmals renoviert. Ein Holzkreuz an der Ecke Breitenleer Straße und Kleine Feldgasse erinnert an den Landwirt Leopold Theuringer. 1912 scheuten seine Pferde, als beim Umstellen einer Dampfdreschmaschine Dampf austrat. Das Kreuz wurde 2016 restauriert.

Raasdorf und Pysdorf im Wandel

Zur Gemeinde gehört auch Pysdorf. Diese Siedlung war 1550 bereits verödet; 1800 wurde dort die Kirche abgetragen. Von der früheren Siedlung blieb der Abdeckerhof, der sogenannte Wasenmeister, erhalten. Für den Hauptort ist die Namensform Raasdorf seit 1563 belegt. 1809 verwüsteten französische Truppen die Felder und bezogen Quartier; an der Straße nach Deutsch-Wagram erinnert ein Gedenkstein an Napoleons Hauptquartier vom 6. Juli. Die Eisenbahnlinie Wien–Marchegg wurde 1868 eröffnet; der Bahnhof Raasdorf liegt an dieser Strecke. Von 1938 bis 1954 gehörte Raasdorf zu Groß-Wien. Die Linie gehört zur Marchegger Ostbahn.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Raasdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung669
31.10.2021 · Registerzählung669
01.01.2026 · Bevölkerungsstand750

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
305
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

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