MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Großmugl

Der Weinviertler Marktort verbindet ein prähistorisches Hügelgrab mit einem Themenweg zur Sternenbeobachtung und einer Landschaft aus zehn Katastralgemeinden.

GEMEINDEKENNZIFFER31204
Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Großmugl
Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Großmugl · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Großmugl - Kirche (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 619
01.01.2026
Fläche
64,49 km²
Bevölkerungsdichte
25,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2002
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GROSSMUGL KENNENLERNEN

Großmugl: Am Leeberg unter dunklem Himmel

Großmugl liegt im Hügelland des Weinviertels im Bezirk Korneuburg. Die Marktgemeinde umfasst 64,49 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 1.619 Einwohner. Zehn Katastralgemeinden verteilen sich über das weitläufige Hügelland.

Ein Hügel, der dem Ort den Namen gab

Der Ortsname ist 1298 als „Grassemugl“ belegt und wird mit einem großen Mugel, also einem Hügelgrab, in Verbindung gebracht. Der Leeberg ist ein künstlich aufgeschütteter Tumulus aus der älteren Eisenzeit. Die Gemeinde datiert ihn in die Hallstattzeit, ungefähr zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert vor Christus. Mit rund 16 Metern Höhe ragt er über die Umgebung. Der Tumulus steht unter Denkmalschutz.

Ein Netz aus Siedlung und Gräbern

Der Leeberg steht nicht allein. Bei Großmugl wurden Siedlungszonen, Gräbergruppen und weitere Hügelgräber geophysikalisch erfasst. Eine wissenschaftliche Messkampagne ergänzte 2017 den Datensatz zur eisenzeitlichen Siedlungs- und Bestattungslandschaft, darunter die Flur Hinterbrunn und das Gräberfeld Hintern Gärten. Südwestlich des Orts liegen außerdem die Kreisgrabenanlage Lange Ries bei Steinabrunn und die Anlage Linen bei Herzogbirbaum. Ein kleinerer Grabhügel, früher „Grab der Königin“ genannt, wurde zwischen 1950 und 1956 von Archäologen des Naturhistorischen Museums ausgegraben.

Die Pfarrkirche und ihre Bauphasen

Die dem heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche tritt 1291 urkundlich in Erscheinung. 1293 wurde sie von der Pfarre Senning gelöst und erhielt durch Bischof Bernhard von Passau Pfarrrechte. Zwischen 1280 und 1290 war der Kirchenbau als Wehrkirche mit einem Turm errichtet worden. An der Chorsüdseite steht die 1453 angebaute Marienkapelle. Der dreijochige Langhaussaal erhielt 1704 ein Kreuzgratgewölbe auf Pilastern; 1747 kam ein neuer Westturm hinzu. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1760. 1784 wurde Joseph II. landesfürstlicher Patron der Kirche und schenkte ihr Kirchenstühle sowie einen Kreuzaltar aus dem aufgelassenen Franziskanerkloster in Stockerau. Johann Georg Fischer errichtete die bis heute verwendete spätbarocke Orgel 1831 bis 1833; 1986/87 wurde sie renoviert.

Vom Ort hinaus zur Milchstraße

Der Sternenweg führt vom Ortsgebiet rund 1,5 Kilometer bis zur Sternenrast beim Leeberg. Neun Tafeln erklären entlang der Route, worauf bei der Himmelsbeobachtung zu achten ist. Der Einstieg liegt bei Hauptstraße 46. Die Gemeinde positioniert Großmugl als Sternenlichtoase; der Verein Kuffner-Sternwarte veranstaltet dort geführte Beobachtungsabende. Die Milchstraße lässt sich bei passenden Bedingungen mit freiem Auge erkennen.

Katastralgemeinden im Hügelland

Die Katastralgemeinden heißen: Füllersdorf, Geitzendorf, Glaswein, Großmugl, Herzogbirbaum, Nursch, Ottendorf, Ringendorf, Roseldorf und Steinabrunn. Die Niederösterreichische Gemeindestatistik gibt 217 Meter Seehöhe für den Hauptort an. Herzogbirbaum ist 1259 als „Birboum“ belegt; die Gemeinde bezeichnet es als Doppelzeilendorf. Die Pfarrkirche ist Johannes dem Täufer geweiht und wurde 1294 zur Pfarrkirche erhoben. Ihr gotischer Chor stammt aus dem 14. Jahrhundert. Nach einem Brand 1821 wurde das Gotteshaus erneuert. Im Mai kommt eine Marienstatue für Andachten auf den rechten Seitenaltar.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Großmugl auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 584
31.10.2021 · Registerzählung1 622
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 619

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
840
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Großmugl

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.