KAPPEL AM KRAPPFELD KENNENLERNEN
Kappel am Krappfeld: Kirchen und Herrensitze
Kappel am Krappfeld liegt im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Die Gemeinde zählt 1.923 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 49,70 Quadratkilometer. Kirchen, Burgen und ein Schloss erinnern an die religiöse und herrschaftliche Geschichte des Krappfelds.
Krappfeld und Gurk
Das Krappfeld ist eine fruchtbare Beckenlandschaft, die sich im Osten zum Brückler Bergland erhebt. Die Gurk entwässert große Teile des Gemeindegebiets. Sechs Katastralgemeinden – Dobranberg, Dürnfeld, Krasta, Mannsberg, St. Martin am Mannsberg und Silberegg – gliedern 37 Ortschaften. Der Ortsname Kappel geht auf eine frühe capella zurück. St. Martin am Krappfeld war eine wichtige Mutterpfarre der Umgebung; ihr stattlicher Pfarrhof steht etwas abseits auf einer Anhöhe.
Pfarrkirchen in Kappel und Silberegg
Die Pfarrkirche in Kappel ist dem heiligen Paulus geweiht und besitzt einen gotischen Karner. Urkunden nennen die Kirche 1041 und 1060. Im Kern romanisch, erhielt die Kirche 1513 ein spätgotisches Sternrippengewölbe; der Umbau zur heutigen barocken Gestalt folgte Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Weihe nach dem spätgotischen Umbau nahm der Lavanttaler Bischof Leonhard am 31. Juli 1521 vor. Die Pfarrkirche St. Georg in Silberegg bewahrt zahlreiche Grabdenkmäler ehemaliger Besitzer der Herrschaft. Eine Urkunde von 1202 nennt den Vorgängerort Zungoisdorph. In Silberegg enthält der heutige Bau wohl Teile eines romanischen Vorgängers; im 15. Jahrhundert kam der gotische Chor hinzu, in der Barockzeit folgten Gewölbe und Sängerempore. Statt eines Hochaltars steht dort ein sarkophagartiger Altartisch mit Tabernakel zwischen zwei Engeln und einer kleinen Kreuzigungsgruppe. Die Kirche in St. Martin ist 991/1023 urkundlich erwähnt; auf dem Pfarrhof sind bis heute Schießscharten sichtbar, die auf eine frühere wehrhafte Nutzung hinweisen.
Mannsberg und Silberegg
Auf dem Ausläufer eines Berghangs liegt Burg Mannsberg auf 691 Metern Seehöhe. Sie ist 1065 erstmals urkundlich erwähnt. Die nahe Burgruine Altmannsberg entstand ungefähr zur selben Zeit und war bis ins 16. Jahrhundert bewohnt. Südlich von Althofen steht Schloss Silberegg, dessen Vorgänger 1274 urkundlich genannt wird; seine heutige dreigeschoßige Gestalt entstand im 16. Jahrhundert. Mannsberg war von 1627 bis 1876 im Besitz des Gurker Dompropstes, Silberegg ein weiterer Herrschaftssitz auf heutigem Gemeindegebiet.
Von Krasta zur heutigen Gemeinde
Nach den Verwaltungsreformen von 1848/49 entstanden 1850 zunächst die Ortsgemeinden Krasta und Silberegg. Sie wurden 1870 zur Gemeinde Krasta vereinigt. Der Name Kappel am Krappfeld wurde 1958 angenommen. Bei der Gemeindestrukturreform der frühen 1970er Jahre blieb Kappel selbständig: Eine geplante Auflösung wurde durch eine Volksabstimmung verhindert. 1973 kamen 27 Hektar unbewohntes Agrarland von Meiselding hinzu; 257 Hektar mit 25 Einwohnern wechselten zu Mölbling. Bei der Agrarstrukturerhebung 2010 wurden 84 landwirtschaftliche Betriebe erfasst, davon 42 im Haupterwerb, 39 im Nebenerwerb und drei von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 55 Personen im Bau und 39 in der Warenherstellung; soziale und öffentliche Dienste waren mit 40 Beschäftigten der größte Dienstleistungsbereich (Stand 2011).
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
