BRUCKNEUDORF KENNENLERNEN
Bruckneudorf: Römische Spuren am Leithaberg
Bruckneudorf liegt an der Grenze zwischen Burgenland und Niederösterreich, unmittelbar bei der Stadt Bruck an der Leitha. Das Gemeindegebiet umfasst 36,67 Quadratkilometer; hier leben 3.105 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Zur Großgemeinde gehören Bruckneudorf, Kaisersteinbruch und Königshof. Der Raum war schon in der Römerzeit ein Verkehrs- und Wirtschaftsgebiet. Heute treffen hier archäologische Fundstätten, ein gewachsener Bahnort und die Steinmetztradition am Fuß des Leithagebirges aufeinander.
An der Bernsteinstraße
Lange vor der Entstehung des heutigen Orts führte durch diese Gegend eine wichtige Verbindung zwischen Ostsee und Adria: Die Bernsteinstraße überquerte hier die Leitha. Im ersten und zweiten Jahrhundert lagen beim heutigen Autobahnknoten eine Siedlung und eine Straßenstation. Südlich davon entwickelte sich auf den Heidwiesen ein großer römischer Landsitz, die sogenannte Kaiservilla. Ihre prächtigen Mosaike machen die Anlage zu einem herausragenden Zeugnis römischer Villenkultur im pannonischen Raum; erhaltene Mosaikflächen befinden sich heute im Landesmuseum in Eisenstadt. Am Marc-Aurel-Radwanderweg liegt die Ausgrabungsstätte. Im Archäologischen Museum beim Gemeindeamt sind Funde aus Grabungen im Umfeld der Palastanlage zu sehen, darunter Zeugnisse keltischer, römischer und awarischer Besiedlung.
Der Stein, der in Wien verbaut wurde
Kaisersteinbruch liegt am Fuß des Leithagebirges, inmitten alter Steinbrüche und bewaldeter Hänge. Der dort gewonnene harte Kalkstein wurde von Steinmetzen kunstvoll bearbeitet und für bedeutende Bauwerke verwendet, darunter die Wiener Hofburg und Schloss Esterházy in Eisenstadt. In der Renaissance entwickelte sich hier eine italienisch geprägte Künstlerkolonie; 1579 ist die Bezeichnung „Ihro Kayserlichen Majestät Steinbruch am Laythaberg“ belegt. Der Ort wurde 1939 unter dem NS-Regime zwangsumgesiedelt; auf dem Gelände entstand ein Kriegsgefangenenlager. 1941 wurde die politische Gemeinde aufgelöst, 1950 wiederhergestellt und 1971 Teil der Großgemeinde Bruckneudorf.
Drei Orte, ein Gemeindegebiet
Bruckneudorf entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Vorstadt von Bruck an der Leitha auf damals ungarischem Gebiet. Die Gemeinde wuchs entlang der Verkehrsverbindungen und ist bis heute von der Bahn geprägt: Der Bahnhof Bruck an der Leitha dient auch Bewohnerinnen und Bewohnern von Bruckneudorf als wichtiger Anschluss. Königshof wiederum verbindet die Kulturlandschaft mit archäologischen und historischen Spuren. Bei Ausgrabungen am „Öden Kloster“ wurden Überreste eines römischen Gutshofes entdeckt; an der vorbeiführenden Straße lag eine Route von Carnuntum über das Leithagebirge. In der Nähe wurde später ein langobardischer Friedhof angelegt. Das heutige Gemeindegebiet umfasst außerdem das Naturschutzgebiet Batthyanyfeld zwischen Bruckneudorf und Königshof. Feuchtwiesen, Gewässer, Schilf und Auwald bilden dort einen Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.
Von der Leitha zu den Feuchtwiesen
Das Batthyanyfeld ist ein rund 30 Hektar großes Schutzgebiet und wurde als wichtiger Trittstein für Zugvögel beschrieben, weil es zwischen March-Donauauen und Neusiedler See liegt. Ornithologen haben im Umfeld etwa 120 Vogelarten erfasst. Die Gemeinde empfiehlt, die Beobachtung vom Damm aus vorzunehmen und Schilfzonen nicht zu betreten. Die Kirchenruine Königsbrunn wurde 1956 nahe dem Heidehof entdeckt und 1962 restauriert. Im Zentrum Bruckneudorfs erinnert ein rund 22 Meter hohes Kriegerdenkmal an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs; es wurde 1916/17 unter Leitung des Militärbauleiters Max Mauracher errichtet.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
