PARNDORF KENNENLERNEN
Parndorf – Platte, Schanze und Bahnkreuz
Zwischen Parndorfer Platte und Leithagebirge liegt Parndorf auf einer offenen Hochfläche nördlich des Neusiedler Sees. Die Gemeinde zählt 5.345 Einwohner auf rund 59,3 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Geschichte ist in alten Befestigungen und Kirchen ebenso sichtbar wie in der heutigen Rolle als Verkehrsknoten.
Auf der Parndorfer Platte
Parndorf liegt auf der Parndorfer Platte; westlich reicht das Gemeindegebiet in das Leithagebirge. Vom Ortskern bis zum Neusiedler See sind es etwa sieben Kilometer. Die weite, flachwellige Hochfläche öffnet den Blick auf die Ebene und bildet zugleich einen Korridor zwischen Wien, Bratislava und dem Seewinkel. Archäologische Funde belegen Besiedlung in der Umgebung bereits in der Römerzeit. Wenige Kilometer westlich befindet sich die römische Villa Bruckneudorf; sie liegt außerhalb des Parndorfer Gemeindegebiets und gehört zu den bedeutenden Villenfundplätzen Ostösterreichs.
Urkunde, Zuwanderung und Schanze
Eine Urkunde aus dem 13. Jahrhundert nennt Parndorf als Perun. Nach der Zerstörung während der Türkeninvasion 1529 wurde der Ort auch durch Zuwanderung aus dem kroatischen Raum neu besiedelt. Weitere schwere Zeiten brachten Einfälle 1570, 1619/20 und 1683 sowie der Kuruzzenaufstand. Im Norden erinnern Reste der Kuruzzenschanze an die militärische Sicherung des Landes während des Aufstands unter Franz Rákóczi. Zwischen 1703 und 1711 entstand hier ein Abschnitt aus Erdwall und vorgelagertem Graben; die gesamte Linie verlief zwischen Donau und Neusiedl am See. Das Bundesdenkmalamt führt das Schanzwerk bei Parndorf als geschütztes Objekt. Teile des Wallverlaufs sind im Gelände noch erkennbar.
Kirche am Anger
Am nordöstlichen Ende des zentralen Angers steht die Pfarrkirche zum heiligen Ladislaus. Eine dem heiligen Benedikt geweihte Kirche ist 1430 erwähnt; nach Zerstörungen wurde die Pfarre 1572 neu gegründet und wechselte ihr Patrozinium. Der heutige Turm ruht auf romanischem Mauerwerk aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff entstand 1716 bis 1718 nach Plänen Lucas von Hildebrandts. Im Turmuntergeschoss liegt eine kreuzgratgewölbte romanische Kapelle. Barocke Wandmalereien in der Apsis wurden in den 1990er-Jahren entdeckt und später restauriert. Östlich der Kirche steht die Gruftkapelle der Familie Harrach; außerhalb des Ortsgebiets an der Straße nach Bruckneudorf liegt die Rochuskapelle. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und erinnert an die letzte Pestepidemie, die Parndorf 1713 heimsuchte.
Bahnknoten und neue Arbeitsorte
Die Ostbahn brachte Parndorf 1854 den ersten Bahnanschluss. Mit der Pannoniabahn und der Strecke nach Bratislava entwickelte sich der Ort zum Eisenbahnknoten. Zwei Stationen erschließen den Ort und sein Umfeld: Bahnhof Parndorf und Haltestelle Parndorf Ort. Die Bundesstraßen B 10 und B 50 ergänzen die Bahnverbindungen. 1837 war bereits ein Postamt eingerichtet worden. Im Süden des Ortskerns entstand ab 1997 das Designer Outlet; eröffnet wurde es 1998 mit dreißig Geschäften. Die Anlage wurde später erweitert und ist heute ein großer Arbeits- und Einkaufsstandort.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
