BREITENBRUNN AM NEUSIEDLER SEE KENNENLERNEN
Wehrturm, Kellerring und Kunst am Weg zum See
Breitenbrunn am Neusiedler See verbindet einen historischen Marktort mit der Landschaft am Westufer des Sees. Die Gemeinde gehört zum Bezirk Eisenstadt-Umgebung und liegt im nördlichen Burgenland. Teile ihres Gebiets sind Bestandteil des Naturparks Neusiedler See–Leithagebirge. Nach den amtlichen Daten lebten hier am 1. Jänner 2026 insgesamt 1.931 Menschen auf rund 25,75 Quadratkilometern. Zum Ort gehört die nordwestlich gelegene Pußtasiedlung. Für das örtliche Profil sind neben dem Wasser auch der historische Kellerring, der Wehrturm und mehrere künstlerische Projekte wichtig. Sie machen unterschiedliche Seiten der Gemeinde sichtbar, vom alten Ortskern bis zur Verbindung mit dem See.
Eine Quelle und ein erweiterter Ortsname
Der Name Breitenbrunn verweist auf eine örtliche Mineralwasserquelle. Als Praittenbrunn ist er bereits 1257 belegt. Der Ort selbst entwickelte sich im 13. Jahrhundert durch den Zuzug deutschsprachiger Siedler. Erst 2010 wurde die amtliche Gemeindebezeichnung um den Zusatz „am Neusiedler See“ erweitert. Der Name der Ortschaft und der Katastralgemeinde blieb Breitenbrunn. Diese Unterscheidung erklärt, weshalb in Karten und historischen Unterlagen unterschiedliche Namensformen vorkommen. Die ältere Bezeichnung erinnert an die Quelle, der jüngere Zusatz hebt die geografische Verbindung zum See hervor.
Marktrecht und wiederholte Zerstörungen
Im Jahr 1622 kam Breitenbrunn unter die Herrschaft der Familie Esterházy. Das Marktrecht folgte 1689. Markt- und Gerichtstag waren damals miteinander verbunden und fanden am selben Tag statt. Die Entwicklung verlief jedoch keineswegs ungestört: Zwischen 1597 und 1748 verwüsteten vier große Brände den Ort. Dächer aus Schilf und Holzschindeln begünstigten die Ausbreitung des Feuers. Die Geschichte des Marktortes umfasst deshalb sowohl neue Rechte und wirtschaftliche Funktionen als auch wiederholte Verluste seiner Bausubstanz. Seit 1921 gehört Breitenbrunn zum österreichischen Bundesland Burgenland.
Vom Wehrturm zur Land Art
Zu den markanten Bauten zählt der Wehrturm, in dem sich das Heimatmuseum befindet. Die katholische Pfarrkirche ist der heiligen Kunigunde geweiht. Ein Kulturpfad verbindet die Eisenstädter Straße, die Prangerstraße, den Hauptplatz und die Kirchengasse. Neben diesen historischen Bezugspunkten besitzt Breitenbrunn auch eine eigenständige Kunstlandschaft. Das Land-Art-Projekt „Die Grube“ besteht seit den frühen 1970er-Jahren und wird weiterentwickelt. Hinzu kommt eine Skulpturenmeile zwischen dem Ort und dem See. Historische Architektur und Kunst im Freien lassen sich hier somit an verschiedenen Stellen erkunden.
Kellerring und Verbindungen in die Region
Der historische Kellerring gehört zu den Besonderheiten des Ortes und ergänzt die Bauten im Zentrum um ein Zeugnis der örtlichen Weinkultur. Für die überregionale Einordnung ist die Lage an der Burgenland Straße B 50 wesentlich. Eine Haltestelle der Pannoniabahn bindet Breitenbrunn an das Schienennetz an. Auch zwei österreichische Weitwanderwege führen durch die Gemeinde: der Zentralalpenweg und der Ostösterreichische Grenzlandweg. Damit bestehen unterschiedliche Zugänge zu diesem Abschnitt des nördlichen Burgenlands. Aktuelle Fahrpläne und die Zugänglichkeit einzelner Einrichtungen sollten vor einem Besuch bei den zuständigen Betreibern geprüft werden.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
