LATERNS KENNENLERNEN
Laterns im langen Tal der Frutz
Laterns liegt nicht in der Rheinebene, sondern zieht sich als langes Seitental in die Berge. Das Gemeindegebiet umfasst 43,79 Quadratkilometer und zählt 690 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die drei Siedlungsbereiche Laterns-Thal, Bonacker und Innerlaterns liegen auf rund 900 bis 1.200 Metern Höhe. Wälder, Alpflächen und die Frutz bestimmen den Landschaftsraum; über das Furkajoch öffnet sich das Tal im Sommer Richtung Damüls und Großes Walsertal.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Laterns – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Tal in drei Abschnitten
Die Gemeinde erstreckt sich über etwa 15 Kilometer. Im Talboden liegen die Frutz und die Straße, die Laterns mit dem Rheintal verbindet; die Siedlungen ziehen sich an den Hängen und auf sonnige Terrassen. Der Furkapass bildet den Übergang in benachbarte Bergregionen, ist aber im Winter wegen Lawinengefahr gesperrt. Das prägt den Alltag: Die Verbindung ins Rheintal ist ganzjährig auf die Talstraße konzentriert, während die Passstraße saisonal eine zusätzliche Verbindung schafft.
Arbeit zwischen Alpe und Freizeitwirtschaft
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasst in Laterns 69 Arbeitsstätten mit 168 Beschäftigungsverhältnissen. 77,7 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnort Laterns pendeln aus. Dazu passen zwei örtliche Tätigkeiten, die das Tal unmittelbar prägen: Auf Alpen werden Rinder geweidet und die offenen Alpflächen gepflegt; die Seilbahnen Laterns erschließen Gapfohl im Winter für den Skibetrieb und im Sommer für Wandernde und Familien. Eine 4er-Sesselbahn verbindet die Talstation mit Wanderwegen und einem Abenteuerspielplatz auf Gapfohl. Die wirtschaftliche Struktur verbindet somit Landwirtschaft und saisonale Freizeitangebote am Berg.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab · Seilbahnen Laterns – Gemeinde Laterns
Walsergeschichte und dauerhafte Besiedlung
Das Tal wurde zunächst für Jagd und Alpwirtschaft genutzt. Der Hauptort ist 1177 urkundlich erwähnt; die dauerhafte Besiedlung durch Walser setzte im frühen 14. Jahrhundert ein. Noch bis ins 17. Jahrhundert war die Bezeichnung Glaterns gebräuchlich. Diese Geschichte erklärt die Streusiedlung und die enge Verbindung von Höfen, Alpen und Wegen. Heute bleibt die Landschaft durch diese Nutzung geprägt, auch wenn viele Bewohnerinnen und Bewohner ihre Arbeit außerhalb der Gemeinde finden.
Frutz, Schlucht und Bergsommer
Die Üble Schlucht zeigt die Kraft der Frutz besonders eindrücklich. Der Fluss hat sich in den Kalkstein eingeschnitten; ein markierter alpiner Steig führt durch den engen Abschnitt mit Felswänden und Wasserfällen. Die Route ist anspruchsvoll und saisonal gesperrt, weshalb der aktuelle Wegezustand vor einer Tour geprüft werden muss. Oberhalb davon bietet das Gebiet Gapfohl Wege in Almwiesen und zu Aussichtspunkten. Die Gemeinde verbindet damit ein empfindliches Naturgebiet und ein touristisch erschlossenes Berggebiet. Beide Seiten gehören zum heutigen Bild von Laterns, verlangen aber unterschiedliche Erwartungen an einen Besuch.
Quellen: Üble Schlucht – Gemeinde Laterns · Seilbahnen Laterns – Gemeinde Laterns
Siedlungen und Versorgung
Die drei Siedlungsbereiche liegen weit auseinander. Die Talstraße verbindet Innerlaterns und Bonacker mit Laterns-Thal und dem Rheintal. Als örtlicher Treffpunkt dient auch die Pfarrkirche St. Nikolaus in Laterns-Thal. Ihre Ausstattung erinnert an die Walserbesiedlung: Am Hochaltar steht eine Theodulstatue, und Steine aus Sitten im Wallis verweisen auf die Herkunft der Siedler. So bleibt diese Geschichte im heutigen Dorfraum sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Laterns – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Üble Schlucht – Gemeinde Laterns
- Seilbahnen Laterns – Gemeinde Laterns
- Legende & Daten der Gemeinde – Laterns
- Laterns – Gemeinde
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab
Stand der Angaben: 15.10.2026
