BIEDERMANNSDORF KENNENLERNEN
Biedermannsdorf am Kanal
Biedermannsdorf liegt im Wiener Becken südlich der Hauptstadt. Am 1. Jänner 2026 lebten hier laut Statistik Austria 3.166 Menschen auf 8,95 Quadratkilometern. Der Ort ist eng mit dem Wiener Neustädter Kanal verbunden: Er veränderte die Ziegelwirtschaft und endet heute im Gemeindegebiet am Mödlingbach.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Biedermannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Straßenstation und Ortsnamen
Bei Bauarbeiten im Gewerbegebiet Ost wurde Ende der 1990er-Jahre eine römische Straßenstation freigelegt. Die Gemeinde nennt sie als die bisher einzige vollständig nachweisbare Anlage dieser Art; Münzen, Mauerreste, Gräber und Schmuckstücke gehören zu den dokumentierten Funden. Die Ortschronik berichtet außerdem von einer Siedlungsgeschichte, deren erste Urkunden ins 12. Jahrhundert reichen. Als frühe Namensform nennt sie „Zohensunsdorf“, später folgen Zachmannsdorf und Pidermansdorf. Der heutige Name setzte sich um 1830 durch. Die römischen Funde wurden 2000 im Heimatmuseum öffentlich präsentiert. Das Museum ist inzwischen geschlossen.
Quellen: Marktgemeinde Biedermannsdorf – Geschichtliches · Biedermannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Kanal, Ziegel und Bahn
Der Wiener Neustädter Kanal wurde ab 1797 gebaut. In Biedermannsdorf führte eine Abzweigung, der Biedermannsdorfer Kanal, zu einem Ziegelwerk. Die Wasserstraße verband damit den Ort mit einer frühen Industrialisierung, die neben der Landwirtschaft durch Ziegeleien getragen wurde. Auch Bahnlinien prägen die Lage: Die Aspangbahn erhielt 1881 ihren Anschluss, die Pottendorfer Linie verläuft durch den östlichen Teil des Gemeindegebiets. Aus dem ehemaligen Ziegelhafen der Wienerberger wurde der Gemeindeteich.
Quellen: Biedermannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Biedermannsdorf – Geschichtliches
Kirche und Perlashof
Eine Kapelle ist in Biedermannsdorf seit 1308 belegt. Nach den Verwüstungen von 1683 dauerte der Wiederaufbau Jahre; 1722 ließ sich Graf Perlas im Ort nieder, und die ältere Kirche wurde 1727 neu errichtet. Die heutige Pfarrkirche ist Johannes dem Täufer geweiht. Ihr Turm wurde 1751 verändert, der spätbarocke Hochaltar zeigt die Taufe Christi. Zwei Seitenaltäre, eine barocke Kanzel und die Orgel von 1892 vervollständigen die Ausstattung. Neben dem Kirchenensemble entwickelte sich der Perlashof zu einem weiteren öffentlichen Ort: 1996 wurde das renovierte Gebäude zugänglich gemacht, 2000 eröffnete darin ein Künstleratelier mit Ausstellungsraum.
Quellen: Erzdiözese Wien – Pfarre Biedermannsdorf · Marktgemeinde Biedermannsdorf – Geschichtliches
Das Gemeindebad
Das Kloster Borromäum richtete das Bad ein, bevor es der Gemeinde ab Sommer 1981 zur Benützung überlassen wurde. Nach dem Kauf des Grundstücks folgten Modernisierungen. Eine erste Ausbauetappe kostete mehr als eine Million Schilling: Sie brachte eine Wasseraufbereitungsanlage und die Umstellung der Beheizung auf Solarenergie. Anfang Juli 1988 wurde das Bad eröffnet. Später erneuerte die Gemeinde unter anderem das Becken; Ende Juli 1996 konnte die Anlage in ihrer heutigen Form wiedereröffnet werden. Die Gemeindeseite beschreibt ein Schwimmbecken und eine Rutsche.
Quellen: Marktgemeinde Biedermannsdorf – Über das Klosterbad
Lesen und Lernen
Die öffentliche Gemeindebibliothek stellt Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bereit. Zum Angebot gehören Belletristik, Sachbücher, Zeitschriften, Hörbücher, Filme und Tonies. Für Kinder organisiert das Team Eltern-Kind-Kaffee, Bilderbuchkino mit Bastelei sowie Kreativ- und Kochtermine. Kindergartengruppen und Volksschulklassen besuchen die Bücherei im Rahmen gemeinsamer Projekte. Erwachsene können bei mehreren Lesungen im Jahr Autorinnen und Autoren kennenlernen; der Bestand ist über einen Onlinekatalog recherchierbar.
Quellen: Bibliothek Biedermannsdorf
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Biedermannsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Biedermannsdorf – Über das Klosterbad
- Marktgemeinde Biedermannsdorf – Geschichtliches
- Erzdiözese Wien – Pfarre Biedermannsdorf
- Bibliothek Biedermannsdorf
Stand der Angaben: 09.10.2026
