MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Breitenfurt bei Wien

Vom Kirchner-Schloss mit Spital bis zur Waldkirche St. Bonifaz erzählt Breitenfurt von verstreuter Besiedlung und Wachstum.

GEMEINDEKENNZIFFER31703
Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk in Breitenfurt bei Wien
Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk in Breitenfurt bei Wien · Foto: Granada · „20170930 Breitenfurt bei Wien St. Nepomuk 850 0200“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
5 956
01.01.2026
Fläche
27,00 km²
Bevölkerungsdichte
220,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2384
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BREITENFURT BEI WIEN KENNENLERNEN

Breitenfurt: Siedlungen im Wienerwald

Breitenfurt bei Wien liegt im Wienerwald im Bezirk Mödling. Die Marktgemeinde hat 5.956 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 27,00 Quadratkilometer Fläche. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortschaften Breitenfurt und Hochroterd. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand die Streusiedlung aus mehreren in sich geschlossenen Siedlungen.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Breitenfurt bei Wien – Wikipedia, feste Artikelversion

Vom Flurnamen zum Marktort

Breitenfurt erscheint 1622 erstmals als besiedeltes Gebiet in einer Urkunde; zuvor war der Name als Flurbezeichnung gebräuchlich. Nach den Verwüstungen von 1683 standen noch zwanzig Häuser. In den folgenden Jahren kamen Siedler aus Salzburg, Bayern und der Steiermark in die Gegend. Viele Bewohner arbeiteten in der Holzgewinnung: 1721 zählte Breitenfurt bereits 42 Häuser, dazu kamen 32 Häuser in weiteren Ortsteilen des heutigen Gemeindegebiets. Die Gemeinde wurde 1848 selbständig und wählte 1850 ihren ersten Bürgermeister. 1930 erhielt der Ort das Marktrecht.

Quellen: Breitenfurt bei Wien – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Breitenfurt – Sehenswürdigkeiten

Schloss, Spital und Johann-Nepomuk-Kirche

Zwischen 1714 und 1745 entstand nach Plänen Anton Erhard Martinellis im Auftrag Gregor Wilhelm von Kirchners ein Schloss mit Spital. Kirchner war ein hoher Beamter am Hof Karls VI.; die Schlosskapelle wurde 1732 eingeweiht, drei Jahre nach der Heiligsprechung Johannes Nepomuks im März 1729. Die Kapelle wurde 1784 zur Pfarrkirche erhoben. Das Schloss wurde ab 1796 fast vollständig abgetragen; die Kirche mit Sakristei und Pfarrhof blieb erhalten. Ihre Kuppel ist mit einer Darstellung der Apotheose des heiligen Nepomuk geschmückt, Daniel Gran malte sie um 1729. Der Hochaltar zeigt den Heiligen bei der Almosenverteilung und stammt ebenfalls von Gran, datiert 1732. In den Nischen stehen Statuen der vier Evangelisten von Giovanni Giuliani.

Quellen: Marktgemeinde Breitenfurt – Barockkirche St. Johann Nepomuk · Ökumenisches Heiligenlexikon – Johannes Nepomuk

St. Bonifaz und das Wachstum im Osten

Im östlichen Siedlungsgebiet wurde am 1. Jänner 1942 unter Kardinal Theodor Innitzer eine eigene Pfarre eingerichtet, zunächst unter dem Namen St. Josef. Msgr. Josef Engelbert Enzmann leitete sie; zugleich wirkte er als Spiritual im Kloster St. Josef. Clemens Holzmeister entwarf 1963 eine größere Kirche, den geplanten „Mariendom“. Ausgeführt wurde von 1968 bis 1970 eine Waldkirche als Unterkirche. Ihr kreuzförmiger Bau erhält Licht durch ein erhöhtes, mit Fenstern versehenes Satteldach. 1972 wurde die Pfarre in St. Bonifaz umbenannt und die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Der Zuzug weiterer Bewohner brachte in der Nähe Gemeindeamt, Volksschule, Mehrzweckhalle und Kindergarten mit Musikschule. 1989 und 1990 wurden Pfarrkirche, Pfarrheim und Pfarrhof erweitert; die erneuerte Kirche wurde im September 1990 geweiht.

Quellen: Marktgemeinde Breitenfurt – Pfarrkirche St. Bonifaz

Waldwege und ältere Zeichen

Die Gemeindeseite listet neben den beiden Pfarrkirchen eine Reihe kleinerer Erinnerungsorte. Das Annakreuz steht am Ende der Annagasse in der Siedlung Kleiner Semmering, am Waldrand. Die Gemeinde überliefert eine ältere Tradition, die das Kreuz mit Anna Christina Kirchner, deren Wohltätigkeit in örtlichen Geschichten erinnert wird, verbindet. Eine örtliche Sage erzählt, dass Kinder aus Wolfsgraben auf dem Heimweg von der Schlosskapelle Blumen am Kreuz niederlegten und um Hilfe gegen ihre Armut baten. Eine vornehme Frau habe ihre Tränen in Edelsteine verwandelt. Das ursprüngliche Bild zeigte Anna mit ihrer Tochter Maria; heute ist Maria mit dem Jesuskind dargestellt. Ein anderer historischer Einschnitt war das nicht verwirklichte Bahnprojekt von 1898: Vorgesehen war eine elektrische Verbindung von Liesing über Kalksburg nach Breitenfurt.

Quellen: Marktgemeinde Breitenfurt – Annakreuz · Breitenfurt bei Wien – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Breitenfurt – Annakreuz

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Breitenfurt bei Wien auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung5 850
31.10.2021 · Registerzählung5 924
01.01.2026 · Bevölkerungsstand5 956

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
2 781
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Breitenfurt bei Wien

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.