GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Hennersdorf

Ein Dorf südlich von Wien, dessen Ortsbild von der Ziegelindustrie mitgeformt wurde

GEMEINDEKENNZIFFER31711
Pfarrkirche hl. Andreas in Hennersdorf.
Pfarrkirche hl. Andreas in Hennersdorf. · Foto: Ailura · „Hennersdorf Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 513
01.01.2026
Fläche
5,44 km²
Bevölkerungsdichte
277,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2332
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HENNERSDORF KENNENLERNEN

Hennersdorf: Ziegelwerke, Pfarrkirche und Wohnpark

Hennersdorf liegt im Bezirk Mödling und umfasst 5,44 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.513 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden hier vier Ziegelwerke.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte Hennersdorf - Hennersdorf - Startseite - Unser Dorf - Geschichte Hennersdorfs - Geschichte · Kulturpfad: Wienerberger | Gemeinde Hennersdorf

Vom Dorf zur eigenständigen Gemeinde

Eine Besiedlung um 1050 gilt als möglich; Hennersdorf ist 1114 erstmals urkundlich genannt. Frühere Schreibweisen waren Hendersdorf und Hennersdorf. Hans Rechwein war von 1493 bis 1513 Grundherr. Ein Banntaiding, die örtliche Gerichts- und Gemeindeordnung, ist um 1530 überliefert. Der Leopoldsdorfer Schlossherr Marx Beck besaß 1535 insgesamt 31 von 32 Hennersdorfer Häusern. 1850 wurde Hennersdorf selbstständige Gemeinde, 1932 kam es zum Bezirk Mödling. Von 1938 bis 1954 gehörte es zu Groß-Wien; am 1. September 1954 erhielt der Ort seine Eigenständigkeit in Niederösterreich zurück. Die Gemeindefarben und das Wappen wurden 1981 beschlossen.

Quellen: Geschichte Hennersdorf - Hennersdorf - Startseite - Unser Dorf - Geschichte Hennersdorfs - Geschichte

Romanische Kirche mit späteren Umbauten

Die Pfarrkirche zum heiligen Andreas wird kunsthistorisch um 1150 angesetzt. Das einschiffige Langhaus besteht außen aus gelblichen Sandsteinquadern; ein Friesband mit Schachbrettmustern und Rundbögen gehört zum romanischen Bestand. Der quadratische Ostchor trägt den Turm. Beim barocken Umbau 1758 wurde die alte Ostapsis abgetragen und der Chor nach Westen verlegt; vier größere Fenster, ein Platzlgewölbe und die Orgelempore kamen hinzu. Der spätbarocke Hochaltar zeigt den heiligen Andreas, flankiert von Figuren der heiligen Anna und des heiligen Josef. Grabplatten erinnern an Pfarrer Anton Florian Katschker, gestorben 1768, und Richter Johann Paul Hausenberger, gestorben 1790. Das Südportal wurde zugemauert und 1941 wieder freigelegt. Das heutige Kriegerdenkmal wurde 1961 eingeweiht.

Quellen: Kulturpfad: Hennersdorfer Pfarrkirche | Gemeinde Hennersdorf

Arbeit, Ziegel und Siedlungen

Die moderne Ziegelindustrie begann nach 1850. Die Einwohnerzahl stieg von 248 im Jahr 1850 auf 1.406 im Jahr 1890. Saisonarbeiter kamen unter anderem aus Böhmen, Italien und Kroatien. In roten, unverputzten Arbeiterhäusern wohnten viele Beschäftigte beengt; die Werke unterhielten Kantinen und Kaufläden. An der Laxenburger Straße entstand 1870 ein Werk mit drei Ringöfen. 1880 wurden Ziegel mit bis zu sechs Pferdegespannen zur Wiener Ringstraße gebracht; 1882 ging das Werk an Wienerberger. Josef und Philipp Müller übernahmen ihr Werk 1886; ihre mit „H M“ gekennzeichneten Handschlagziegel wurden etwa für die Wiener Antonskirche verwendet. 1913 schloss das Müllerwerk. Das Pottendorfer Werk besaß einen privaten Gleisanschluss. Die ehemaligen Arbeiterhäuser Hauptstraße 72 („Stockhaus“) und 74 sind erhalten; das „Lange Haus“ an Nummer 94 wurde in den 1990er-Jahren abgetragen.

Quellen: Kulturpfad: Wienerberger | Gemeinde Hennersdorf

Von der Mühle zum Wohnpark

Auf dem heutigen Wohnpark stand seit 1538 eine Mühle. Jakob und Magdalena Schendaler besaßen sie 1674 und ließen südlich der Hauptstraße eine Mariensäule mit Mühlenrad errichten. 1728 ist Johann Franz Riedl als Müllermeister eingetragen. Nach einem Brand 1871, der Mühle und Gebäude hinter der Kirche vermutlich zerstörte, ließ Ziegelunternehmer Carl Lesk dort eine Villa bauen. Sein Sohn Karl verkaufte Villa und Ziegelwerk 1890 an Wienerberger; danach wohnten dort die Unternehmensdirektoren. Zum Park gehörten Kegelbahn, Tennisplatz und Mühlenruine. 1981 ging das Areal an zwei Genossenschaften für 80 Reihenhäuser; der Bau begann 1986.

Quellen: Kulturpfad: Wohnpark | Gemeinde Hennersdorf

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Hennersdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 450
31.10.2021 · Registerzählung1 542
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 513

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
624
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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