OBERNDORF AN DER MELK KENNENLERNEN
Oberndorf an der Melk
Oberndorf an der Melk ist eine Marktgemeinde im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.980 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 42,83 Quadratkilometer. Die Melk durchquert den Ort.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion
Frühe Spuren und mittelalterlicher Markt
Funde aus dem 1. bis 4. Jahrhundert belegen eine römische Ansiedlung im Gemeindegebiet. Oberndorf wird erstmals 1167/68 in Verbindung mit einem Ritter Meinhard von Oberndorf erwähnt; für 1200 ist ein Pfarrer Ulrich überliefert. Die Ritter von Schönleiten besaßen eine Burg rund drei Kilometer östlich des Ortes in Lehen. 1332 kam die Mutterpfarre Ruprechtshofen gemeinsam mit Oberndorf an die Kartause Gaming. Nach der Aufhebung der Kartause durch Kaiser Joseph II. 1782 wurde Oberndorf Sitz einer selbstständigen Pfarrei. Bei der römischen Fundstelle östlich der Griesgassen-Schmiede wurden auch Ziegelreste einer Fußbodenheizung entdeckt; sie stammen von einem Gutshof.
Quellen: Gedächtnis des Landes: Orte – Oberndorf an der Melk · Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion
Pfarrkirche Ägidius und Thomas
Die spätgotische Pfarrkirche wurde zwischen 1630 und 1645 barockisiert. Turm und Chor weisen weiterhin auf den ursprünglichen Kirchenbau hin; Teile der Einrichtung stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Eine Kirche in Oberndorf war zunächst Filiale und gegen Ende des 12. Jahrhunderts Vikariat von Ruprechtshofen. 1757 wurden die umliegenden Katastralgemeinden vollständig in Oberndorf eingepfarrt.
Quellen: Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedächtnis des Landes: Orte – Oberndorf an der Melk
Gemeindegliederung
Die politische Gemeinde entstand 1850. Griesdorf bei Oberndorf wurde 1966 eingemeindet; 1971 folgten Hub, Lehen bei Oberndorf, Schachau und Waasen. Seit 2020 gibt es nur eine Ortschaft, Oberndorf an der Melk. Die sechs Katastralgemeinden heißen Gries, Hub, Lehen bei Oberndorf, Oberndorf an der Melk, Schachau und Waasen.
Quellen: Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion
Tal und Höhen
78 Prozent der Gemeindefläche sind landwirtschaftliche Nutzfläche, 16 Prozent Wald. Der tiefste Punkt liegt auf 260 Metern, wo die Melk das Gemeindegebiet bei Pledichen verlässt. Im Südosten erreicht der Schweinzberg 610 Meter und bildet den höchsten Punkt.
Quellen: Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion
Pfoisau-Kogel
Am Pfoisau-Kogel lag eine 1258 erwähnte Burg. 1423 entstand dort eine Kapelle, später eine Kirche mit Friedhof. Der Kirchenstandort bestand bis zum Josephinismus. Beim Ackern wurde um 1900 ein Kelch gefunden.
Quellen: Oberndorf an der Melk – Wikipedia, feste Artikelversion
Eine Grabstätte für unbekannte Opfer
Auf dem Friedhof erinnert eine Grabstätte an drei Gefangene, die im April 1945 bei einem Marsch durch Oberndorf starben. Ihre Namen und ihre Herkunft konnten nicht geklärt werden. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes vermutet, dass es sich um ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter handelte, die während eines Evakuierungsmarsches ums Leben kamen. Die Inschrift bezeichnet sie als KZ-Gefangene.
Quellen: DÖW – Gedenken und Mahnen in Niederösterreich, Bezirk Scheibbs
Hochquellenleitung und Elektrifizierung
Ab 1900 brachte der Bau der zweiten Wiener Hochquellenleitung dem Markt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Eine von zwölf Bausektionen saß hier. Arbeiter, vielfach aus Slowenien und Italien, zogen zu; Baracken entstanden und die Nachfrage nach Lebensmitteln stieg. 1921 wurden Gries und Oberndorf an das Elektrizitätswerk Purgstall angeschlossen. 1928 begann die Regulierung der Melk. Elektrisches Licht war 1910 noch abgelehnt worden.
Quellen: Gedächtnis des Landes: Orte – Oberndorf an der Melk
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
