ST. VEIT AN DER GÖLSEN KENNENLERNEN
Kirche, Talstraße und Handwerk: St. Veit an der Gölsen
St. Veit an der Gölsen liegt im Bezirk Lilienfeld zwischen den Voralpenhöhen des Gölsentals. Die Marktgemeinde hatte am 1. Jänner 2026 3.824 Einwohner und eine Fläche von 78,15 Quadratkilometern. Ihre Geschichte ist eng mit der alten Pfarrkirche und den Verkehrs- und Gewerbestandorten im Tal verbunden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Geschichte
Kirche und Markt
Vor 1122 ist in St. Veit eine Kirche erwähnt; seit 1161 ist der Ort mit dem Stift Göttweig verbunden. Damals übertrug Markgraf Otakar III. seine Eigenkirchen in St. Veit und Hainfeld dem Kloster. Eine eigene Pfarre bestand bald danach. Die Gemeinde überliefert auch die Sage vom Ritter, der dem heiligen Veit nach der Rettung seines Sohnes eine Kirche gelobte. Der Chor der heutigen Pfarrkirche entstand um 1400, das Langhaus um 1470.
Quellen: Pfarramt St. Veit – Pfarrkirche und Geschichte · Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Geschichte
Gotische Bauphasen
Zum spätgotischen Bestand zählen ein Rundfenster mit Christuskopf und die Darstellung „Christus als Lehrmeister mit den zwölf Aposteln“. Bei der Renovierung von 1763 bis 1771 erhielt die Kirche einen neuen Hochaltar; Pater Koloman Viest entwarf den Turmhelm, der 1831/32 ausgeführt wurde. Die Regotisierung von 1891 öffnete vermauerte Fenstermaßwerke wieder, später setzten Ortsbewohner gestiftete Glasmalereien ein. 1900/01 erhielt das Westportal ein gemauertes Vorhaus. Der Zwiebelturm blieb bis 1963 mit Holzschindeln gedeckt. Die Orgel wurde 1975 nahezu erneuert.
Gölsentaler Siedlungsraum
Die Marktgemeinde umfasst heute vierzehn Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden, darunter Rainfeld und Wiesenfeld. Drei Kindergärten in St. Veit, Rainfeld und Wiesenfeld ergänzen Volksschule, Mittelschule und Musikschule; die Gemeindeseite führt außerdem eine Kleinkinderbetreuung. St. Veit liegt auf 369 Metern Seehöhe und besitzt seit 1588 das Marktrecht. Am Gölsenufer stehen vier Sandtennisplätze zur Verfügung. Im Wobachtal eröffnete 2012 ein Hochseilgarten mit Bogenparcours. 1997 erhielt St. Veit im Tourismusgemeinden-Wettbewerb die Prädikate „gastfreundlich“ und „klimafreundlich“.
Quellen: St. Veit an der Gölsen – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Wirtschaft · Marktgemeinde St. Veit – Schulen und Kindergärten · Marktgemeinde St. Veit – Unser Ort
Bahn, Pfarre und Forscher
Durch St. Veit verläuft die B 18, die das Gölsental mit dem Wiener Becken verbindet. Die Bahnstrecke Traisen–St. Pölten wird derzeit saniert und elektrifiziert; die ÖBB planen den Abschluss des Gesamtprojekts bis Ende 2027. Während der Bauarbeiten wird abschnittsweise Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten. Die Pfarrgemeinde gehört zur Pfarrgemeinschaft „Heilige Dreifaltigkeit im Gölsental“. In der Gemeinde wirkte Leopold Hacker (1843–1926) als Pfarrvikar; er wurde als Benediktiner, Mineraloge, Höhlenforscher und Entomologe bekannt.
Quellen: St. Veit an der Gölsen – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarramt St. Veit – Pfarrkirche und Geschichte · ÖBB-Infrastruktur – Modernisierung und Elektrifizierung der Traisentalbahn
Staff und Weg durch die Natur
Im 12. Jahrhundert stand auf dem Staff eine Burg der Ritter vom Staff, die als Gründer der Ortschaft gelten. Mit der Gründung des Stiftes Lilienfeld 1202 endete ihre Herrschaft; die Burg wurde geschleift. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Naturfreunde auf dem Staff eine Schutzhütte. Die Gemeinde beschreibt einen Rundweg vom Brillergraben über den Sattel beim Oberhauser, Staff und Staffhütte zum Leherbauer; die Runde dauert ungefähr zwei Stunden. Entlang des Weges wechseln Mergelschiefer und Jurakalke. Die Staffwiesen und Waldränder beherbergen geschützte Pflanzen wie Waldsteppen-Windröschen, Kugelblume und Türkenbundlilie. Die Blumen dürfen entlang des Weges nicht gepflückt werden.
Quellen: Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Naturerlebnisweg St. Veiter Staff · St. Veit an der Gölsen – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Geschichte
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Veit an der Gölsen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Wirtschaft
- Pfarramt St. Veit – Pfarrkirche und Geschichte
- Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Geschichte
- Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen – Naturerlebnisweg St. Veiter Staff
- ÖBB-Infrastruktur – Modernisierung und Elektrifizierung der Traisentalbahn
- Marktgemeinde St. Veit – Schulen und Kindergärten
- Marktgemeinde St. Veit – Unser Ort
Stand der Angaben: 08.10.2026
