PYHRA KENNENLERNEN
Pyhra zwischen Perschling und Amerlingkogel
Pyhra liegt südöstlich von St. Pölten im Hügelland des Mostviertels. Die Marktgemeinde umfasst 66,76 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 3.609 Einwohner. Die Perschling durchfließt das Gemeindegebiet; der Amerlingkogel erreicht 628 Meter. 37 Ortschaften und 28 Katastralgemeinden bilden die räumliche Struktur. Zwischen den Höhenzügen liegen Acker- und Waldflächen sowie die Ortsteile Pyhra und Wald, die jeweils eigene kirchliche und geschichtliche Bezugspunkte besitzen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pyhra – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Ort mit urkundlichen Spuren
Die erste urkundliche Erwähnung von Pyhra stammt aus dem Jahr 1058. Heinrich IV. übergab damals zwanzig Huben in „Pirchehe“ an Frowila, die Witwe des Markgrafen Adalbert. Der Ortsname wird mit dem mittelhochdeutschen Wort „pirche“ für Birken in Verbindung gebracht. Die Pfarrgründung erfolgte 1083 durch Bischof Altmann von Passau, der auch das Stift Göttweig gründete. Der Pfarrsprengel war ursprünglich deutlich größer als das heutige Gemeindegebiet und reichte bis an die steirische Landesgrenze. Die Gemeinde verweist dabei auf das Archiv des Stiftes Göttweig.
Quellen: Geschichte – Pyhra
Kirche, Schule und Herrschaft
Die Geschichte des Pfarrorts ist eng mit dem Besitz des Stiftes Göttweig verbunden. 1530 musste Göttweig Güter verkaufen, um Kriegsbeiträge aufzubringen; ein Teil der Besitzungen in Pyhra ging an Wilhelm von Greiß zu Wald. Die Gemeinde nennt bereits 1439 eine Pfarrschule. Damit reicht die dokumentierte Bildungsgeschichte bis ins Spätmittelalter zurück. Die Pfarre umfasste ursprünglich ein weites Gebiet, das aus Teilen älterer Pfarren von St. Pölten und Böheimkirchen gebildet wurde. Solche historischen Grenzen unterscheiden sich von der heutigen Verwaltungsgliederung.
Quellen: Geschichte – Pyhra · Pyhra – Wikipedia, feste Artikelversion
Wald und die Kirche am Hügel
Der Ort Wald besitzt mit dem Schloss Wald einen eigenen historischen Schwerpunkt. Die Gemeinde nennt Wald bereits 1140 als Sitz des Udalschalk von Wald. Im 15. Jahrhundert entstand durch Georg Scheck von Wald eine Burganlage, die im 16. Jahrhundert unter den Freiherren von Greiß zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurde. Das Schloss wurde in seiner Geschichte mehrfach erstürmt. Pyhra selbst war 1529 von Zerstörungen betroffen: Pfarrhof, Kirche und Ort wurden beim ersten Türkeneinfall zerstört. 1683 brannten in Pyhra 130 Häuser ab. Die Kirchenruine St. Cäcilia erinnert an einen anderen Einschnitt: Sie wurde 1805 beim Durchmarsch französischer Truppen zerstört.
Quellen: Schloss Wald – Pyhra · Pyhra – Wikipedia, feste Artikelversion
Landwirtschaftliche Bildung im Gemeindegebiet
Die Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra wurde 1914 gegründet. Der Großindustrielle Karl Kupelwieser stiftete die Schule in der Ortsmitte und übergab sie dem Land Niederösterreich; auch die nötigen landwirtschaftlichen Flächen stellte er bereit. 2024 beging die Schule ihr 110-jähriges Bestehen. Sie ist heute Teil des landwirtschaftlichen Bildungsangebots der Gemeinde neben Kindergarten, Volksschule, Europa-Mittelschule und Musikschule Perschlingtal. Das zeigt sich auch in der Landschaft: Landwirtschaft ist ein prägender Teil der Flächennutzung. Die amtlichen Gemeindedaten geben allerdings Fläche und Bevölkerung an, keine aktuelle Aufschlüsselung der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Quellen: 110 Jahre Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra · Pyhra – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
